gut

Die wahren Lebenskünstler sind bereits glücklich, wenn sie nicht unglücklich sind.

(Jean Anouilh)

Ja ich bin alle und auch nicht grade glücklich mit der Situation – nicht nur Thera, auch die Betreuung, die immer noch im Unklaren ist, weil vom Landkreis die Bestätigung fehlt, die körperliche Situation grade auch nicht prickelnd ist – weder schmerztechnisch, noch was die Kraft und Energie angeht (auch wenn die Hitze mich grade noch nicht umhaut, was aber am Ventilator liegen könnte) und die Mutter in mir – also meine Mutter, die sich hartnäckig in mir eingenistet hat – ist im Moment auch eher  – nun ja – so wie sie halt ist, nur dass ich sie schon bei weitem besser „weggepackt“ bekommen habe.

Und doch – sitz ich hier und kann den Moment auch genießen – und unglücklich bin ich zur Zeit auch nicht. Das Leben bringt so manchen Sturm mit sich – und der rüttelt mich ziemlich durch  – aber ich spüre auch den festen Boden unter mir und die Stabilität – und das macht mich froh.

Es geht mir nicht schlecht – für die ganzen Umstände geht es mir sogar erstaunlich gut – und das find ich gut – und deshalb genieße ich es auch.

Ich habe oft gesagt, dass es mir gut geht, wenn es mir nicht schlecht geht – natürlich hätte ich nichts dagegen, wenn es noch besser würde, aber so wie es ist – ist es gut auszuhalten – und das genieße ich ebenfalls 🙂

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5 Kommentare zu gut

  1. ariadne sagt:

    Hey, das klingt gut (: und macht Hoffnung 😉

  2. Silberaugen sagt:

    Ein schönes Zitat. Würde ich gerne immer so unterschreiben können 🙂

  3. Ilana sagt:

    Ach Ariadne, wenn mir vor drei Jahren jemand gesagt hätte, dass ich das mal so sehen würde, dass mal wirklich Stabilität da ist – so richtig, nicht nur als kleine Inseln im Meer – dass mich nicht mehr alles aus der Bahn wirft und sogar Flashbacks kein Problem mehr sein werden, weil sie zwar da sind, aber gut handhabbar (und wegpackbar) – dann hätte ich dem den Vogel gezeigt und gesagt: ja in deinen/meinen Träumen!

    Doch es ist wirklich so – die vielen Jahre Skillsarbeit – auch in der Thera haben irgendwann einfach gegriffen, plötzich wandte ich Skills ganz automatisch an – genauso automatisch wie Flashbacks ablaufen – und konnte sozusagen „zusehen“ wie die miteinander kämpfen – Skills waren nicht mehr nur harte Arbeit – wie es viele Jahre lang vorher war.

    Klar gibt es auch heute noch Krisen, aber sie sind viel kürzer – höchstens ein paar Tage – und bei weitem nicht mehr so extrem.

    Trotzdem hab ich es nie geglaubt – wenn mir jemand sagte, es wird besser. Bis ich es irgendwann selbst erfuhr – es „schlich“ sich einfach ein – und diesmal war dieses Einschleichen mal richtig positiv 🙂

    Ich weiß dass mein „gut“ immer anders sein wird als das von anderen – dass mein „gut“ für andere immer noch grottenschlecht wäre – aber es ist für mich wirklich ein „gut“ – ich habe gelernt eben auch den Moment genießen zu können. Hab meine Ziele auch angepasst – runtergeschraubt – und das tut gut.

  4. Artista sagt:

    Ich bewundere dich…du arbeitest wirklich hart an dir und zukunftsweisend…es gibt so viele, die sich ihrer ergeben und aus ihren Trauma/Krankheit andere benutzen und meinen, sie haben auf Grund dessen die Freikarte für alles…

    Sie setzen kaum was um und bleiben auch nicht dauerhaft dran…

    Es ist ein harter Weg und wird auch immer härter sein wie bei anderen, die solches nicht erlebt haben..

    Ich finde es einfach toll, wie du so vieles schaffst…

    Einen ganz herzlichen gruß heute von mir an dich…

    Artista

  5. Ilana sagt:

    @Artista
    Danke dir – aber dieses Kompliment kann ich genausogut zurückgeben – du machst doch auch nichts anderes – aber hast nebenbei noch zusätzliche Probleme und Aufgaben die du meisterst – deine Kinder, das „erkämpfen“ der Therapie, inklusive der ständigen Unsicherheit ob du die weiter hast/bezahlen kannst, den Ärger wegen dem Unterhalt usw.

    Ganz ehrlich – ich bewunder dich da – ich würde das alles gar nicht hinbekommen. Ich muss mich nur um mich kümmern – und finde das oft schon schwer genug. Die Therapie – ist Schwerstarbeit – auch ohne dass ich mich um jemand kümmern muss oder Angst um die Therapie haben müsste.

    Und das mit der Freikarte – ich finde nicht dass eine schlimme Vergangenheit Freikarte ist – ja es macht das Leben schwerer, doch es liegt an jedem einzelnen sich aus diesen alten Fängen zu befreien, da dran zu arbeiten – auch selbst, also nicht nur erwarten, dass der Thera das schon richten wird – sondern sich ebne auch zu Hause Skills erarbeiten – und etwas für die Stabilität zu tun.

    Ist irgendwie wie bei der Physiotherapie – wenn ich wegen Rückenschmerzen einmal die Woche zur Physio gehe, aber zu Hause die Übungen nicht regelmäßig wiederhole – wird sich nicht viel ändern. Konsequent dran bleiben – auch wenn es mal schwer wird oder unsinnig erscheint.

    Und sich den Dingen stellen, die heute noch aus der Vergangenheit greifen und uns im Alltag beeinträchtigen.

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