Verbindung

In mir ein ständiges Wehren, „will nicht“ – egal um was es geht

– sei es ob ich einen Salat oder eine Suppe essen will, aufstehen, fernsehen, lesen

– diesen besagten Schritt in der Thera zu gehen, das Monster endlich hinter mir lassen

oder was auch immer.

Und eigentlich geht es gar nicht um diese Sache, die ich grad nicht will – es geht nicht ums Essen oder fernsehen oder die Therapie – denn der Weg da ist klar – und auch gut so, fühlt sich auch richtig an und stimmig.

Vorhin war Traurigkeit da – und Betroffenheit. Der Inhalt von drei Blogs – so vertraut und tiefst verstanden – in der Art, dass es nicht der Kopf versteht, da die Worte irgendwie nur durchrauschen und diesen innersten Kern treffen.

Dabei sind es drei verschiedene Themen – und eines davon nicht mehr aktuell für mich, ein anderes „halb“ aktuell, aber das Beschriebene noch so tief in mir drin, auch täglich mit diesem Kampf konfrontiert und das dritte – hochaktuell und sogar mit dem Monster zusammehängend – dass ich einfach nicht „ruhen“ lassen kann.

Da ist sie also – diese Traurigkeit – und natürlich wieder dieses „will nicht“.

Dabei ist die Traurigkeit eine ruhige, sanfte, keine tief verzweifelte und zerreißende, auch eine gut wegpackbare, keine hartnäckig sich in den Vordergrund drängende – damit eine gut handhabbare.

Und plötzlich ist da ein Puzzlestück da, das alles verbindet – klar macht woher das „will nicht“ kommt und wem es eigentlich gilt.

Auch wenn auch dieses „Verstehen“ grade nur mit „will nicht“ quittiert wird.

Ein Verstehen, das wie ein warmer Sommerwind über mich hinweggleitet, kein Erschüttern bis ins Innerste, wie es sonst oft ist, kein Wanken und vielleicht Verlieren des Boden unter den Füssen – sondern eher wie eine leichte Brise, die man sich um die Nase wehen läßt, in der man die Arme ausstreckt, das Gesicht zur Sonne hin und tief einatmet.

Dieses Gefühl des „ja es ist richtig so“, mit einer Sicherheit und auch Gelassenheit, als hätte etwas endlich den Platz eingenommen, den es einnehmen soll, jemand endlich verstanden was gemeint ist – nach vielen vielen Tagen und Wochen in denen versucht wurde das zu erklären.

Das alles – ist eigentlich gut – und richtig – und doch ist da eben auch dieser kleine Teil, der nicht will. Denn es gibt auch kein Verstecken mehr, kein „nicht verstehen“, das als Hintertürchen dienen kann.

Auch ein Verstehen, das ganz leise ist, sachte, wie ein Samen in diesem leichten Sommerwind auf die Erde geweht – und schutzbedürftig, ohne Wurzeln, hoffend, dass es diese schlagen kann, so dass kein Wind es mehr davon wehen kann – keine leichte Brise und kein Sturm, kein Mensch der drauftritt und es in den Schuhsohlen verklemmt oder zertritt, so dass sie bricht, kein Regen der ihn wegschwämmt oder ihn schimmeln läßt, keine Hitze die ihn verdorren läßt oder gar verbrennt.

Wenn er Wurzeln schlagen kann, ist er sicher nicht gerettet, denn auch als kleine Pflanze gibt es all die Gefahren, die schon dem Samen schaden können. Aber mit Wurzeln die sich in die Erde klammern, Halt geben – mit jedem Milimeter Wurzel mehr Halt und mehr Möglichkeiten diesen Gefahren zu trotzen.

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