Grenzen wahren

Menschen mit Traumatisierungen müssen lernen, wo die eigenen Grenzen sind, wo sie verletzt wurden und wie man damit umgeht, damit sie nicht mehr verletzt werden – dazu muss man sie selbst wahr- und ernstnehmen lernen. Dazu gehört auch das Annehmen und Akzeptieren, dass es nicht immer so war – und das ist bei den meisten Betroffenen einfach deutlich öfter vorgekommen, als das sie gewahrt wurden.

Ich las mal, dass man für jede negative Erfahrung 64 oder 67 (irgendwas mit 6 vorne jedenfalls) positive braucht um die negative zu neutralisieren.

Stell dir jahrzehntelangen Missbrauch, Demütigung, Verrat vor – wie oft wird es nötig sein, das Gegenteil zu erfahren – bis ein Betroffener das glauben kann? Und wie oft kommt das Gegenteil im Erwachsenenalter denn vor? Wie oft nimmst du deine Grenzen wahr und wie oft schaffst du es dann zu sagen: Stopp – geht grade nicht – und das wird problemlos akzeptiert – ohne dass du darum/um dich kämpfen musst?

Wie viel schwerer fällt das jemanden, dessen Erfahrung (und oft genug Überzeugung) ist, dass die eigenen Grenzen eh nicht zählen?

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Eine Antwort auf Grenzen wahren

  1. Violine sagt:

    Ehrlich gesagt: Auch hier muss ich sagen, wie im vorigen Artikel, kann ich so nur unterschreiben. Sehr deutliche Worte. Finde ich gut, dass Du das so klarstellst.

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