Thera heute

Sehr intensiv, sehr heftig.

Wir haben, da ich einerseits mit dem „will nicht“, andererseits mit dem „brauch dringend ein Ventil für die Gefühle“ zu hatte einfach damit angefangen an den Ort zu gehen, wo Gefühle sein dürfen.

Und da war sie dann – diese Erschöpfung, dieses „kann nicht mehr“ – und der Versuch das auch sein zu lassen, dem Raum zu geben und auch die Tränen zuzulassen. Aber da war auch Angst – vor dieser Erschöpfung – sie zuzulassen, Angst, dass dann alles zusammenbricht, dass ich grade das meiste was an Kraft da ist in Abwehr- und Schutzmechanismen stecke – und es einfacher ist sie aufrecht zu erhalten, als sie dann wieder aufzubauen. Angst, dass wenn ich mich da ein Stück in die Erschöpfung fallen lasse, alles was noch funktioniert – zusammenbricht. Aber auch Angst, denn ein Zulassen der Erschöpfung – und wenn das jemand mitbekommt – könnte ausgenutzt werden.

Da waren eine Menge Tränen und als es dann um Trost ging – kippte es in alte Situationen – „Trost“ wie ich ihn als Kind erfahren habe, als Missbrauch, übergriffig. Was zu noch mehr Tränen führte.

Die ganzen Gefühle waren so intensiv, viel zu intensiv, die Erschöpfung impliziert auch eine Hilflosigkeit und Ohnmacht, weil keine Kraft mehr da ist um sich zu wehren.

Aber dadurch dass ich dann auch in einer MB-Situation landete wurde auch klar, dass das „will das alles nicht mehr“ nicht nur von heute kommt – nicht nur darum geht, dass ich mich heute mit dem ganzen alten Mist nicht mehr auseinandersetzen will, sondern auch um Gefühle von damals, dem „will nicht“ von damals.

Und es gibt auch einen Zusammenhang mit meinem Problem das Trainingsprogramm vorzuziehen, weiter zu machen, wo es doch viel vernünftiger wäre, das bisschen Kraft das da ist in die Wohnung zu stecken – die es nötig hätte.

Es geht um dieses „will nicht“ – es war für mich so klar, dass ich den Sport nicht aufgeben kann, weil ich sonst viel mehr verliere, weil sonst der Körper, der Schmerz, die Schwäche gewinnt. Dass das Durchziehen des Trainingsprogramm grade sehr aufrecht hält – ein dran festklammern – auch wenn es „Luxus“ ist – weil anderes wichtiger wäre – wenn man vernünftig wäre.

Ein „will nicht“ darf nicht sein, wird nicht akzeptiert – ich habe zu wollen – ein „kann nicht“ – ok – dann kann man halt einfach nicht, aber wenigstens hat man es versucht – aber ein „will nicht“ – geht gar nicht. Nicht nur weil das früher so war, das ist auch heute noch für mich – nur weil ich etwas nicht will – ist das noch lange kein Grund es nicht zu tun, ich hab immer sehr genau unterschieden ob es nur ein „will nicht“ ist oder wirklich ein „kann nicht“ – und nur dem „kann nicht“ nachgegeben, dem „will nicht“ erst recht dann was entgegengesetzt – es erst recht gemacht – weil ein „will nicht“ nicht sein darf, solange es keine Grenze verletzt – und wenn es das täte wäre es ein „kann nicht, weil es über die Grenzen ginge“.

Ein bloßes „will nicht“ ist nicht – vielleicht ist das die Sportlerin in mir – keine Ahnung.

Doch heute ging es die meiste Zeit um ein „kann nicht mehr“ – erst als es um die MB-Situation ging und danach – war eben auch dieses „ich will das alles nicht mehr“ – es ist zu anstrengend, es tut zu weh, aber vor allem hab ich dafür zur Zeit einfach keine Kraft. Ich hab diese ganzen MB-Situtionen, Erinnerungen, Gefühle so satt grade.

Es ist auch ein Schutz – als es nur um die MB-Situationen ging – war es auszuhalten, doch jetzt geht es um die Gefühle dabei, nicht nur um „Fakten“, sondern um das fühlen – das was ich damals abgeschalten habe, um zu überleben, nur dass ich zunehmend verstehe warum ich das abgeschalten habe.

Dieses Gefühl der Hilflosigkeit, der Ohnmacht, der Erschöpfung – es ist schwer auszuhalten. Und es ist immer mit so viel anderen gekoppelt – Erinnerungen, Ängsten, Trauer, Sehnsucht, Gedanken, Täterintrojekten usw usf.

Es kostet so unendlich viel Kraft – und im Moment hab ich die nicht – die Überforderung durch Speedy Gonzales fordert seinen Tribut, der Körper ist ausgelaugt, die Schmerzen machen ein auftanken schwerer und so bleibt auch für die Arbeit an der Vergangenheit kaum Kraft über.

Ich kann dieses „ich will das alles (die Erinnerungen, die Gefühle von damals, meine Kindheit) nicht mehr“ verstehen, ein „kann nicht“ kann ich akzeptieren, bedeutet es einfach daran zu arbeiten, dass ich wieder kann. Und doch klammer ich mich an ein „will nicht“ – weil ich nicht will, dass ich nicht kann.

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