satt

Keine Ahnung was genau los ist – irgendwas „Altes“ mischt auf ung der Thera hatte heute schon recht (da fällt mir ein, dass ich dazu noch gar nichts geschrieben hab): wir haben dem heute Beachtung geschenkt, es abgesichert und das funktionierte auch, aber dem Alten – dem Teil der sich da heute so hochdrängte – da haben wir nicht hingehört oder hingesehen.

Ich sagte, dass das nicht gegangen wäre, dass ich das sogar überlegt hatte, aber dass ich dann nicht zur Magenspiegelung gegangen wäre – dass  es nötig war  – die auszublenden – so lange es ging.

Aber dahinter steht auch noch was anderes: ich hab es satt mich den MB-Situationen zu stellen, sie anzusehen, sie zu fühlen, zu durchleben – ja ich weiß dass es nötig ist um sie abschließen zu können – aber im Moment hab ich das einfach nur satt.

Es ist schwierig mit dem inneren Kind zu arbeiten, wenn man das, was damals war – nicht sehen will, sich nicht erinnern will.

Als es vor einem Jahr noch darum ging sich zu erinnern, sagte der Thera mal, dass irgendwann der Punkt kommen wird, wo ich froh wäre, wenn ich mich nicht erinnern könnte.

Dem stimme ich immer noch nicht zu  – ich bin froh zu wissen was passiert ist – weil es Reaktionen und Flashbacks heute verständlicher macht und ich dadurch besser damit umgehen kann.

Aber da gefühlsmäßig einzusteigen, nachzufühlen – tut einfach nur verdammt weh – und in mir ist ein „ich will das nicht“.

Es ist ja nicht so dass der Thera mich zwingt oder so – im Gegenteil er akzeptiert das „will nicht“ – aber dadurch ist es nicht weg.

Ich werde erinnert – durch einen Satz im Fernsehen, einen Gesichtsausdruck, einen Geruch, einem Geräusch oder wie heute durch eine Untersuchung. Unbewußt, denn gedanklich war da nichts  – aber der Körper reagierte.

Und ich weiß, dass ich hinschauen muss, wenn ich will dass es wieder weniger beeinträchtigend wird, und in mir stampft ein Teil mit einem Fuß auf und sagt „will aba nit!“

Ich hab es satt – meine Vergangenheit, diesen Kampf, die Konsequenzen – so satt

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und nein ich bin nicht deprimiert – im Moment eher müde und wütend – und ich weiß, durch das aufschreiben geht es dann auch wieder

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2 Antworten auf satt

  1. Artista sagt:

    Diesen Satz von dir kann ich gut nachvollziehen:
    „ich hab es satt mich den MB-Situationen zu stellen, sie anzusehen, sie zu fühlen, zu durchleben – ja ich weiß dass es nötig ist um sie abschließen zu können – aber im Moment hab ich das einfach nur satt.“

    Es kann sich niemand vorstellen, der nicht selber ähnliches erlebt hat, was für Kraft dieses immer wieder kostet….

    Herzlichst
    artista

  2. Ilana sagt:

    Ja – es ist jedesmal ein bewusstes hinabsteigen in die Hölle – in der Hoffnung, dass die Hölle dann nicht mehr in den Alltag platzt, wenn es gar nicht passt. Aber jedesmal aufs Neue fällt es mir schwer – und manchmal – eher oft – mag ich einfach nicht mehr – obwohl ich ja sehe und fühle, dass es richtig ist und auch was bringt – es ist anstrengend und schmerzhaft und beängstigend jedesmal aufs Neue.

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