festhalten

Muss das jetzt mal für mich festhalten, weil ich mich grade im „Ignorieren“ verliere:

  • fühle mich körperlich wie zerschlagen, es war defintiv zu viel körperliche Anstrengung
  • schmerztechnisch befinde ich mich irgendwo jenseits von gut und böse, in Ruhe eine 6 auf der Schmerzskala, bei nötiger Bewegung (z. Bsp um ins Bad zu gehen) eine 7 und wenn ich mich aus der Hängematte erheben oder bücken muss oder es gar wage etwas zu schnell zum Glas zu greifen (wozu ich mich ja auch ein bisschen aufrichten muss in der Hängematte) erreiche ich auch schnell die 9 – hauptsächlich betroffen: Rücken, Hüfte, Arme, Schultern und natürlich die Beine (erstaunlicherweise gehen die Knie unter dem ganzen fast unter und auf dem Ergometer war es nicht der Schmerz, der das Problem war, sondern die fehlende Kraft – wobei ich nicht ganz sicher bin ob ein Teil der Schwäche von den „nicht so recht wahrgenommenen“ Schmerzen kommt)  – es ist also so, dass ich mir sehr genau überlege ob ich wirklich einen Schluck trinken will oder ins Bad muss
  • gefühlsmäßig bin ich einfach nur saumüde, erschöpft
  • nicht mal wirklich Angst da (davor, dass ich mit dem ganzen Mist einen Schub ausgelöst hab, bin da ja erst kürzlich eher knapp dran vorbei geschrammt), auch keine Traurigkeit oder Verzweiflung, wobei ich denke, dass alles drei da ist – irgendwo in mir – aber zum einen ist das mit dem wahrnehmen grad so eine Sache, zum anderen bin ich einfach zu erschöpft
  • Konzentrationsfähigkeit ist eher gering, Denken klappt aber ganz gut – wenn auch sehr distanziert

Es macht einfach wieder deutlich wie wichtig es ist, die Grenzen zu wahren (wo auch immer die grad sind). Für jeden „normalen“ oder „gesunden“ Menschen wäre das gestern zwar nervig gewesen, aber jetzt nicht grade erschöpfend. Ausgehebelt hat mich die körperliche Anstrengung, die objektiv gesehen – ja nicht sehr groß war – sie war es aber für mich. Eigentlich dachte ich, dass ich mittlerweile mehr schaffen kann – körperlich. Es ist auch sicher mehr als es vor zwei Jahren noch war, aber dennoch gehört nicht viel dazu um sämtliche Reserven aufzubrauchen und ein körperliches Wrack zu hinterlassen.

Auch klarer ist wieder einmal, dass die völlige körperliche Erschöpfung auch psychisch sehr runter zieht – zeigt nur, dass die ganzen Abwehr- und  Schutzmechanismen eben sehr viel Kraft und Energie verbrauchen – wenn die dann nicht mehr da ist – funktionieren sie auch nicht mehr so gut. Die Angriffe von Widersachern, inneren Geistern und Dämonen der Vergangenheit machen einen Freudentanz und versuchen sich zu überschreien – doch selbst dazu bin ich grade zu müde – so dass sie nicht allzu viel Schaden anrichten (bis auf den Druck der entsteht, wenn ich in der Wohnung etwas machen will).

Es zeigt auch, dass ich mit meinen Kräften immer noch sehr haushalten muss, dass ein Vorfall wie gestern eben nicht einfach so „weggesteckt“ werden kann.

Ich weiß, dass da noch Wut kommen wird, auf den Körper, der mich so einschränkt, einfach nicht so „funktioniert“ wie ich es gern hätte, dass wenn die Erschöpfung nicht mehr im Vordergrund steht das Aufbegehren kommt, das „will nicht“ und das hadern mit den körperlichen Einschränkungen.

Und ich hab eine Entscheidung getroffen, eine die mir sehr sehr schwer fiel und fällt und von der ich nicht weiß ob sie richtig ist: ich werde das Sportprogramm durchziehen – auch wenn die Kraft und Energie anderwertig gebraucht würde – weil ich das für mich mache – nicht um zu funktionieren oder so – sondern einfach für mich – und ich irgendetwas brauche, was ich dem „nicht funktionieren“ entgegensetzen kann. Ich hab mir die Möglichkeit Sport zu machen sehr hart erarbeitet, ja es tut weh, ja es ist anstrengend, aber es ist trotz allem eine „positive Anstrengung“  – und wenn ich schon körperlich so eingeschränkt bin – will ich mir das nicht wieder nehmen lassen, grade nicht in so einer Phase, es ist mein Stückchen „Freiheit“ in dem ganzen Mist.

Schuldgefühle weil anderes wichtiger wäre – muss ich sehen wie ich damit umgehe – wenn ich es nicht machen würde hätte ich auch Schuldgefühle, weil ich in der Wohnung trotzdem nicht mehr schaffe und vielleicht hilft mir das Trainingsprogramm ein bisschen bei dem Frust, dass der Körper mich grad wieder so ausbremst und quält.

Jetzt ist aus dem „festhalten“ doch was anderes geworden, ist aber ok so.

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