Thera

Tischlerei die aktuelle Krippe fertiggemacht (bzw sie muss noch auf dem Boden montiert werden, der noch geschliffen werden muss) und mit der Dachlösung sehr zufrieden – so werd ich es erstmal beibehalten. Nächste Woche bin ich ja nicht da, aber dann die Woche drauf geht’s weiter.

Thera war dann ganz gut – wir haben nochmal über das Konzept gesprochen und ich glaube auch das geklärt, was da doch immer zwischen uns stand – naja – wirklich zu klären gab es nichts – das was er gern hätte ist irgendwie ein paar Schritte weiter – ich bin noch nicht an diesem Punkt – aber ich arbeite dran.

Im Prinzip geht es immer noch um das Konzept der „idealen Eltern“. Theoretisch geht man davon aus, dass es einen Punkt gab, an dem „die Welt noch in Ordnung“ war – nur das es den in der Beziehung zu meiner Mutter nicht gab. Für mich ist es auch nicht wichtig diesen Punkt erstmal zu finden um von da aus weiter zu gehen.

Jedenfalls bastelt man sich von diesem Punkt aus eine „alternative innere Welt“ die eine Alternative zur Realität darstellen soll – und zwar über die Vorstellung der idealen Eltern, was die getan, gesagt hätten usw. Es ist ähnlich wie der innere sichere Ort oder die inneren Helfer – sie sollen in schwierigen Situationen eine Möglichkeit des Rückzuges darstellen – eine kurzzeitige Alternative zur Realität. Aber durch das nachspüren der Gefühle die da möglich sind (Geborgenheit, Sicherheit usw) lernt man auch eine Alternative zu den Gefühlen der Realität (Hoffnungslosigkeit, Ohnmacht, Verzweiflung, Ausgeliefert sein usw) – auf die man dann aufbauen kann.

Wenn mir heute jemand etwas Gutes tut, steht dahinter für mich immer die Frage „was kostet es mich, was muss ich dafür bezahlen“ – weil das halt meine Kindheit war. Über die Vorstellung der „inneren idealen Eltern“ kann ich dann in der Folge dann auf der Erfahrung aufbauen, geliebt worden zu sein und dass mir wirklich jemand etwas Gutes (tun) will.

So in etwa die Theorie dazu.

Nur für mich ist die Vorstellung der „idealen Eltern“ in etwa ein rosaroter Elefant. Anfangs reagierte ich auch nur skeptisch wenn der Thera beim EMDR in best. Situationen sagte, was eben andere/ideale Eltern tun würden – ein wirklich drauf einlassen – eher unmöglich. Auch da ging es natürlich immer über die Vorstellung – anfangs auch über Missbrauchssituationen, die wir aufgriffen – über den inneren Helfer ging es erst darum, was dieses Kind in der Situation jetzt braucht, teilweise war es auch so, dass der Thera „sich um das Kind“ kümmerte. Über diesen Weg näherten wir uns eben auch den idealen Eltern an.

Wie gesagt – anfangs nur skeptisch, eher im Sinne „was erzählt er mir da für einen Mist“, später auch etwas neugierig und irgendwann war da dann ein „oh – so könnten Eltern also auch reagieren?“

Aber es war immer noch der rosarote Elefant – er zeigte mir „Bilder“ und „Filme“ und so langsam glaube ich, dass es sie gibt, zumindest in der Vorstellung.

Vielleicht trägt diese Alternative irgendwann – so dass ich das „Balg“ in mir loslassen kann, die Vorstellung, das alles an mir lag hinter mir lassen kann.

Bis dahin erlebe ich sie durch die Bilder die der Thera zeichnet – in best. Situationen, gezielt auch als Beispiel wie Eltern zu einem Kind auch sein können – liebevoll, respektvoll – mit jedem Mal weicht es die Ansicht des „Balgs“ ein bisschen auf und vielleicht kann ich irgendwann so dran glauben, dass es eben auch für mich sowas geben könnte – irgendwo tief in mir – so wie es den inneren sicheren Ort gibt – den ich mir auch hart erarbeiten musste und der mir heute so wichtig ist.

Und dann können diese inneren Eltern das auch tragen – wenn sich das kleine Mädchen hervortraut und sich drauf einlassen will – irgendwann.

Bis dahin hoff ich, das der Thera mir weiter die „idealen Eltern“ beschreibt, erklärt, zeichnet.  So wie er es schon die letzten Wochen immer wieder macht – wenn wir Situationen aus der Kindheit aufgreifen und ich um die Gefühle kämpfe, die damals da waren.

Denn dadurch dass die sein dürfen, sich zeigen dürfen  – gekoppelt mit dem Bild der „inneren idealen Eltern“ –  als „Gegenpart“ – wird dieses Bild des „Balgs“ auch weiter aufgeweicht, die Vorstellung das es an mir lag – und dahinter kann dann das kleine Mädchen hervortreten – und findet nicht nur die Ohnmacht von damals vor, sondern eben auch die „inneren Eltern“ – die es kennenlernen kann und wo es irgendwann auch vertrauen lernen kann, so wie ich auch beim inneren sicheren Ort irgendwann das Gefühl der Sicherheit erfahren durfte und das bis heute trägt.

Aber das ist noch ein sehr langer – und schmerzhafter – Weg – denn er bedeutet eben auch sich den Gefühlen von damals zu stellen, aber auch der Sehnsucht nach solchen Eltern wie den „idealen Eltern“ – erst danach wird es vielleicht auch das Gefühl der Geborgenheit und Wertschätzung geben, denn erst muss ich lernen die Gefühle die da waren zuzulassen, bevor ich mich an neue wagen kann (und so ein bisschen wird es auch parallel laufen – in der Hoffnung das irgendwann die Sehnsucht weniger wird und die Geborgenheit mehr).

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