zerbrechlich

Müde, verwirrt, Kopfschmerzen (und ja zu wenig getrunken, ich arbeite dran – im Moment mit stillem Wasser, weil das am leichtesten geht).

In mir tobt etwas – ich war vorher schon aufgewühlt – in mir drin – diese Woche war da eigenartig – es ging mir so nicht sehr schlecht, aber ich merkte deutlich, dass da was brodelt – und dass war auch der Grund warum ich gestern dem Thera noch schrieb, dass ich heute nicht groß reden oder erklären mag, sondern lieber einfach anfangen – da wo wir letztes Mal aufgehört haben.

Und irgendwie wühlt es – mal blubbernd, mal tobend – wirklich hinschauen – kann ich nicht, nicht alleine, nicht im Moment.

Es ist nicht so, dass ich grade ums Gleichgewicht kämpfen muss, es geht, es funktioniert, es „lebt“ sich. Aber es ist auch keine Selbstverständlichkeit.

Als ich heute nach der Thera nach Hause kam überlegte ich ob ich einfach wieder ins Bett gehe – und dann irgendwann aufstehe und den Tag „neu“ beginne. Hätte ich vielleicht tun sollen.

Vorhin wollte ich kochen – ich hatte mir Kohlrabi mitgebracht und wollte mit meinen letzten Semmelwürfeln (muss da mal schauen ob ich den Bruder fragen kann ob er mir mal einen Schwung neue schicken kann) zu Semmelknödel verarbeiten – dazu Kohlrabisosse. Tja – wollte.

Ok die Semmelknödelmasse muss eh ziehen – mal sehen ob ich da später weiterkomme.

Dabei kann ich gar nicht sagen warum ich da nicht recht weiterkomme. Ist im Endeffekt auch nicht so wichtig – ich kann das auch morgen fertig machen.

Irgendwie ist es das Gefühl dass alles zerrüttet ist – nicht mal so sehr negativ oder zerstörerisch gemeint – sondern wie eine Vase die viele Sprünge hat und zwar noch zusammenhält, aber noch nicht recht klar ist ob sie zerspringen wird oder eben mit ihren Sprüngen weiter dastehen wird.

Dabei ist nicht mal die Angst vor dem zerspringen, mehr so ein vorsichtiges rantasten ob die Sprünge wirklich trotzdem noch halten.

Aber auch ein überhaupt erstmal sehen wo überall Sprünge sind und wie groß die sind.

Der Verstand kommt grade nicht recht hinterher, der steht irgendwie vor einer Mauer, über die er nicht blicken kann, die er aber auch nicht anfassen kann. Eine Mauer die im Inneren aufgestellt wurde – quasi als Gerüst um die Vase mit ihren Sprüngen noch zu stützen und schützen. Es ist nicht notwendig – die Vase wird halten – aber in der Vase toben noch ein paar Wirbelwinde und die beanspruchen diese Sprünge natürlich in einer Art und Weise, die ich nicht voraussehen kann.

Das alles klingt es schlimmer als es ist – es ist nicht schwer auszuhalten oder schlimm oder schmerzhaft oder beängstigend – aber es ist irgendwie zerbrechlich, so dass ich da ganz leise und vorsichtig mit umgehen sollte, nicht weil es sonst zerstören könnte, sondern weil es einfach Zeit und Ruhe braucht – alles andere würde die Mauer stärken, das will ich genauso nicht.

Vielleicht kann ich auch gar nicht fühlen grade, weil ich noch etwas fassungslos und staunend da stehe und versuche zu verstehen was in mir  – und um mich – grade los ist und passiert. Ein Teil von mir ist grad mit staunenden Augen auf Entdeckungsreise, begleitet von einem sehr ängstlichen Teil, der aber mehr „nebenher“ läuft – ob am Ende dieses Weges ein Verstehen sein wird – weiß ich nicht – irgendwas ist – irgendwas passiert – irgendwas blubbert und tobt, ausgelöst von dem was heute beim Theratermin war, wobei ich zunehmend glaube, dass es damit nicht wirklich was zu tun hat.

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