Trinken II

Bei mir ist es unterschiedlich, ich sollte dringend 2 Liter trinken, wenn ich weniger trinke merke ich das sofort, bei länger weniger habe ich gleich mehr Harnwegsinfekte als sonst.

Trinken ist aber manchmal kaum möglich – obwohl ich Durst habe und trinken will, bekomme ich keinen Schluck hinunter. Trinken war eine zeitlang auch ein Trigger – so dass ich nur aus großen Schlüsseln „löffeln“ konnte oder eben die Flüssigkeit über Suppen, Kaltschalen usw zu mir nehmen musste.

Ich kaufe die Getränke in den 0,5-Liter-Flaschen, weil ich da mehr trinke als wenn ich größere Gebinde kaufe. Früher war es Apfelschorle, mittlerweile kann ich die kaum noch sehen und trinke häufiger auch mal Traubenschorle.

Früher hab ich grade da gespart, ich „kann ja Wasser trinken“. Tu ich ja auch, aber viel zu wenig – und im Endeffekt tu ich mir damit nichts gutes. Ich trinke keinen Tee (mochte ich schon als Kind nicht und kann man mich heute noch jagen mit) und auch keinen Kaffee. Ab und an gönne ich mir eine Ovomaltine, nicht täglich, weil es einfach auf Dauer zu teuer ist (aber wenn ich mir dann mal eine Packung gönne – im Angebot – dann durchaus auch täglich eine Tasse).

Ansonsten Schorle und stilles Wasser. Seltener kaufe ich Mineralwasser – zum pur trinken oder mit Himbeersirup (Kindheitserinnerung). Auswärts trinke ich meist Mineralwasser, seltener mal eine Cola.

Ich hab einige „Tricks“ um mehr zu trinken, grade wenn ich abends feststelle, dass ich zu wenig getrunken habe: eine Brühe trinken, Milch oder wenn ich einen Infekt habe und es gar nicht schaffe, dann auch mit Cola  – all diese Flüssigkeiten hinterlassen bei mir ein Durstgefühl, so dass ich die Menge dann nochmal in Wasser oder Schorle trinke und somit quasi die doppelte Menge hinbekomme.

Oder diese Wassereis, teilweise aus Fruchtsäften oder Molkegetränke (die liebe ich sehr!) selbst gemacht – einfach in Eisförmchen und in die Tiefkühle. Aber auch die Wassereis von Rewe (da ist nämlich keines mit Zitrone drin – das geht für mich nämlich gar nicht) – ich esse dann drei oder vier oder fünf davon – und bekomme Durst.

Trinken war für mich nie „normal“ – es war in der Kindheit immer kontrolliert und für mich mit großem Ekelfaktor verbunden. Wir mussten immer fragen ob wir was trinken dürften und bekamen dann zur Antwort – ja – im Bad – wir durften dann also Wasser im Bad aus den Zahnputzbechern trinken. Das ist für mich super eklig – war es schon damals – wir hatten für alle (und ich hab 10 Geschwister, auch wenn nie mehr als 7 auf einmal zu Hause gewohnt hatten, dafür hatten wir sehr viele Tageskinder) zwei weiße Zahnputzbecher – naja eher altweiß. Und egal wie sehr man ihn spülte, es schmeckte immer irgendwie nach Zahnpasta, denn in den Zahnputzbechern wurden auch die Zahnbürsten zum Teil aufbewahrt.

Dann hatte ich durch die ständigen Harnwegsinfekte und Nierenbeckenentzündungen und den wöchentlichen Arztbesuchen auch immer dieses „du musst viel trinken“ – inklusive Blasentee (da reckt es mich noch heute wenn ich dran denke) und sonstigem. Und ab 16 Uhr gab es nichts mehr – keinen Schluck – egal ob ich Durst hatte oder nicht. Selbst zum Medikamente nehmen gab’s dann nur einen kleinen Schluck.

Wir bekamen schon auch mal Wasser mit Sirup – in Gläsern oder so – aber das war eher die Ausnahme. Auch zum Essen gab es nicht immer was zu Trinken – wir mussten immer erst essen bevor wir trinken.

Trinken war nie selbstverständlich und sehr oft mit viel Druck verbunden („du musst!„) – weil vom Arzt so und so viel „vorgeschrieben“ war – und weil es etwas war, mit dem sie mir „Gewalt“ antun konnte – und das noch im Auftrag der Ärzte – weil „die haben das ja gesagt“. Dieses immer zum Trinken anhalten, das Trinken aufzwingen, auch wenn wir unterwegs oder wo anders war, da war es oft noch schlimmer – weil damit konnte die Mutter sich wieder wichtig machen und auf das „kranke“ Kind hinweisen – sie  muss da ja so hinter her sein, damit es mir gut geht und es ist ja so ein Opfer, weil ich da so widerwillig bin usw. Außerdem konnte sie das Thema dann wieder auf die Arztbesuche und Untersuchungen bringen und wie anstrengend das doch alles ist und dass sie sich ja so bemüht und nichts Erfolg hat usw.

Es gibt Phasen, das ist das Trinken „normal“ – eine Handlung die einfach da ist – ich hab Durst und trinke etwas.

Es gibt Phasen, da trinke ich kaum einen halben Liter am Tag – nicht weil es so ein Problem wäre, sondern weil ich es einfach „vergesse“.

Es gibt Phasen, da verspüre ich keinen Durst, merke nur irgendwann das ich Kopfschmerzen habe und stelle fest, dass ich seit dem Vortag nichts getrunken habe.

Es gibt Phasen, da ekelt mich jedes Trinken so an, dass ich mich allein beim Gedanken daran – fast übergeben muss und es auch nicht schaffe irgendetwas „reinzuzwingen“.

Es gibt Phasen, da habe ich großen Durst, doch kaum will ich etwas trinken, bekomme ich das nicht geschluckt – ist das Schlucken dieses Schluckes mit großer Überwindung gekoppelt – nicht im Kopf oder Gefühl – sondern im Körper – als versagten mir Mund, Kehlkopf usw den Dienst.

Mittlerweile kam es schon Jahre nicht mehr vor, dass es gefährlich wurde, weil ich nicht trinken konnte – tagelang – und irgendwann auch nichts mehr essen – so dass ich Infusionen bekommen musste.

Trinken klappt mittlerweile meistens ganz gut – aber wirklich normal ist es bei weitem nicht.

Mit der Schorle klappt es – ich hab da eine best. Menge, die es jeden Monat gibt und die wird auch alle gemacht – Änderungen in diesen Plänen wie diesen Monat sind selten eine gute Idee (entstand diesen Monat auch mehr aus Geldnot) – und bedeuten jetzt für mich nur, dass ich nächsten Monat wieder auf die Schorle zurückgreifen werde.

Aktuell werde ich – da das mehr trinken grad wieder schwierig ist – beim Essen und abends wieder mehr darauf achten, dass es Sachen sind, die durstig machen (wobei das heute leider auch her nach hinten los geht – ist wieder mal ein Tag mit „Durst, aber nichts runterkriegen“ – was sich bis heut  Abend aber gut ändern kann) – so gab es heute sogar eine kleine Flasche Cola (keine gute Idee wie ich dann feststellen durfte – mein Magen verträgt die grad gar nicht).

Es ist nicht so, dass das ein großes Problem wäre, ich krieg das schon hin und trinke auch mehr als die Mindestmenge – es ist mir nur aufgefallen, dass es im Gesamten deutlich weniger ist als sonst – und das will und werde ich auch wieder steigern – ohne Druck und Zwang.

Phasen in denen ich generell weniger trinke gibt es immer wieder mal, solange ich die Mindestmenge einhalte ist das aber kein Problem.

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4 Antworten auf Trinken II

  1. hexenherz sagt:

    Irgendwie so „heftig“, dass das Trinken bei dir ein Trigger war, dass deine Mutter dich sogar damit so gequält hat… :/

    Ich trinke auch leider immer viel zu wenig. Bei mir ist es komischerweise Mineralwasser, was den Durst noch vergrößert. Vielleicht magst du auch Buttermilch mit Mineralwasser, kannst du ja mal probieren, klingt eklig, aber ist eigentlich ziemlich lecker (:

    Alles Liebe!

  2. Ilana sagt:

    Also Buttermilch mag ich und mit Mineralwasser klingt erstmal nicht mal eklig – sondern interessant – werde ich nächste Woche mal versuchen (muss erst Buttermilch kaufen gg).

    Gequält – hmm – indirekt – es war nichts, was sie gemacht hat um mich zu quälen – wie viele andere Sachen, es war ihr sicher gar nicht bewusst – die Ärzte haben gesagt das muss sein und so war es – dass sie das initiiert hat – war ihr da vermutlich gar nicht klar. Aber Fakt ist, dass es Spuren hinterlassen hat.

    Leider ist das Trinken auch irgendwie mit dem Missbrauch gekoppelt – da weiß ich aber nicht genau wie – ich denke, dass diese Kombination das ganze so schwierig macht.

    Und die Tatsache, dass ich damit mir ja was Gutes tue, dass ich mir indirekt schaden kann wenn ich zu wenig trinke – und dass es mit dem Körper zu tun hat, dass der schnell aufmuckt wenn ich zu wenig trinke.

    Es ist also eher dieses Mischmasch was es schwierig macht – nicht nur die Mutter.

    Aber das mit der Buttermilch muss ich echt probieren – in was für einem Verhältnis mischt du das denn?

  3. hexenherz sagt:

    Ich mische so 2/3 Buttermilch, 1/3 Wasser. Aber das musst du ausprobieren, wie dir das am besten schmeckt. Ist ja bei Saftschorlen auch so, der eine nimmt mehr Wasser, der andere mehr Saft… (:

  4. Ilana sagt:

    Ja probieren muss man sowieso – aber so eine „Anfangsdosierung“ ist immer gut 🙂 Danke

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