Nachhall

Da ist was und brodelt – und es ist eher ein Versuch das irgendeine Form zu geben.

Das Gefühl der Machtlosigkeit – ich hab vorhin einen Satz gehört im Fernsehen, dass dieses sich umbringen wollen (ging da um eine Jugendliche) auch ein Stück die letzte Macht war – die man noch hatte, das letzte bisschen Einfluss auf das Leben, auf das was passiert.

Als es nicht klappte – war es grade das – dieses völlig ausgeliefert sein, nicht mal dem Leben ein Ende machen konnte ich, nicht mal das bisschen hatte ich in der Hand. Nicht der Moment davor, sondern der danach, das feststellen, das es nicht klappte – ist der schlimmste.

Dieses völlig ausgeliefert sein, der Thera sagte heute, dass da etwas gestorben ist – damals – und irgendwie ist es wohl auch so.

Die letzte Hoffnung doch noch was tun zu können, dass sich was ändern lässt – wenn die andern schon nichts ändern, dass ich ich es ändern kann, zum letzten Mittel zu greifen – und selbst das ist nicht genug, reicht nicht, funktioniert nicht.

Das Gefühl dass ich – das was mich ausmacht – gestorben ist – damals.

Versagen – immer wieder nur versagen.

Nicht aushalten können und doch nichts tun können, nicht mal auf mich kann ich mich verlassen.

Es tut so weh, die Hilflosigkeit lähmt und die Verzweiflung übermannt.

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Das entstand vorhin – in einem Moment wo es mich überfiel, dieser eine Satz im Fernsehen, das Erkennen des kleinen Mädchens das es keine Chance mehr gibt, nichts mehr, auch die letzte Kontrolle an die man sich klammerte, nicht nur von anderen verraten, sondern auch von sich selbst. Keine Hoffnung mehr, keine Möglichkeit irgendetwas machen zu können.

Vielleicht reagier ich deshalb auch so empfindlich, wenn Passivität im Raum steht, wenn ich oder jemand anderer nichts macht, obwohl er etwas tun, versuchen könnte.

Aufschreiben jetzt möglich, weil ich da wieder raus bin – aus diesem Gefühl. Es ist traurig, das ist es auch jetzt noch. Doch es geht wieder, dank Skills und der Möglichkeit eine Mail zu schicken oder hier aufzuschreiben.

Sich dieser Ohnmacht zu stellen macht es grade in der Therapie so schwer – das Zulassen, weil dieses Gefühl so unendlich weh tut. Da ist Schuld und Hass so viel leichter zu ertragen – es ist vertrauter, dafür gibt es schon Strategien – und vor allem kann ich etwas tun und muss das ausgeliefert sein nicht fühlen.

Ich arbeite dran.

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