Thera heute

Vor der Thera mit der Vertretung nochmal über Dissoziation und Numbing diskutiert – ich komme zunehmend zu dem Schluß, dass da keine klare Grenze existiert – es gibt wage Unterschiede (@artista das mit den Sinneswahrnehmungen ist bei Numbing auch gegeben – meist ist das Numbing sogar ausgeprägter als bei der Disso und auch weniger „durchbrechbar“ als die Disso – aber ich bekomme noch einen ganzen Schwung Berichte zu dem Thema, mir hat deine Unterscheidung nämlich sehr gut gefallen), die Grenze ist fließend und so werde ich das auch ein Stück miteinander „abhandeln“.

Thera dann – wir haben kurz über V. gesprochen, meiner Angst vor nächsten Montag, wobei es da weniger um V. geht, sondern mehr um „zuviele Gefühle“ – auch der Traurigkeit, die aber weniger mit seinem Tod zu tun hat, mehr mit der Sehnsucht jemanden zu haben, der für einen da ist.

Und ich kämpfte mit den Tränen, ohne die Traurigkeit oder ein anderes Gefühl wahrzunehmen – auch kein Kampf sehr an der Grenze (zu fließenden Tränen), aber doch irgendwie da.

Es wurde deutlich, dass die Gefühle dringend ein Ventil brauchen. Zu Hause schaff ich das aktuell nicht, da ist die Gewalt die dahinter steht – zu heftig – also wird es am Freitag darum gehen.

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4 Antworten auf Thera heute

  1. shekaina sagt:

    ich frage mich andauernd wer V. ist, aber wahrscheinlich darf man sowas nicht fragen, oder? zumindest macht es mich ganz unsicher- wenn du es nicht sagen willst, dann sag es bitte nicht… ich denk an dich.

    • Ilana sagt:

      Liebe Irina, natürlich darfst du fragen! V. war mein Verlobter, hier hab ich schon etwas über ihn geschrieben

  2. shekaina sagt:

    ah ok, bin sehr betroffen, zumal mich ja dasselbe schicksal erreicht hat (MH)- ehrlich gesagt war ich etwas geschockt, als ich das las und dachte: wenn der held irgendwie ne chemo machen würde, würde mich nichts davon abhalten tag und nacht bei ihm zu sein, so, wie er es zur zeit für mich ist… und niemals würde ich ihn beim sterben allein lassen, ganz egal, wie gemein er zu mir wäre…
    aber du hast ja selbst gesagt: ihr habt euch nicht geliebt… ich denke dann erträgt man auch einfach nicht alles.
    alles liebe

  3. Ilana sagt:

    @irina: so dachte ich das auch – erst – ich wollte nicht fahren, hab mich von V. dann aber überreden lassen, da die zweite Chemo bei ihm komplett ohne Nebenwirkungen war (die erste ja superheftig) – er wollte nicht heiraten solange er Chemo bekommt, ich hatte 7 Monate auf diesen Klinikplatz gewartet und ich hatte nur 2 Tage zum überlegen. Geplant waren damals ja auch nur 8 Wochen Klinik – das hätte auch mit der Chemo bei V. gepasst. Und wir waren ja beide überzeugt, dass er überlebt, irgendwie war weder für ihn noch für mich der Tod da eine Möglichkeit – deshalb hat es uns dann später glaub ich auch so extrem getroffen.

    Das aushalten war es gar nicht – ich hab in der Sterbebegleitung gearbeitet und wusste, dass all das was er sagt nicht mir galt – aber ich bekam es auch nicht mehr getrennt. Als ich gefahren bin, war das für mich mehr ein „für den Moment Luft verschaffen“ – ich hab nicht damit gerechnet, dass er danach jeden Kontakt verweigert. Das er im Sterben lag wusste ich nicht – ich wäre sofort hingefahren – das war auch bekannt – ich erfuhr es erst als er schon beerdigt war. Es passierte auch unerwartet und schnell – er ist gestürzt und hat sich am Kopf verletzt – und ist im Endeffekt verblutet, weil sie die Blutung nicht mehr gestillt bekamen (er hatte eine Blutgerinnungsstörung). Ich wäre gern bei ihm gewesen – unabhängig davon ob ich ihn liebte oder nicht. Abgesehen davon dass ich damals ja überzeugt war ihn zu lieben. Dass das anders war ist mir erst später klar geworden.

    Doch er lies mich nicht mehr an sich ran, verweigerte sich völlig und seine Mutter war sowieso der Meinung dass alles meine Schuld sei und unterstützte ihn in diesem Abwehren sehr.

    Vielleicht war es sogar dieses „Abwehren“ das mir dann später die Augen etwas geöffnet hat. Doch ganz egal – ich wäre für mein Leben gerne bei ihm gewesen in den letzten Tagen und Stunden, ich wäre sofort zu ihm gefahren, ging aber davon aus, dass es ihm gut geht (gesundheitlich) – weil er noch so stur sein konnte. Ich hab aber auch erwartet, dass mich Freunde oder seine Familie informieren wird, wenn es ihm schlechter geht. Das war für mich ein Schock, dass das nicht so war.

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