Wie sieht es jetzt aktuell eigentlich aus?

Als die Frage in mir auftauchte, musste ich feststellen, dass ich da gar nicht sofort drauf antworten konnte – ich musste überlegen – und das will ich jetzt hier mal machen.

In der Thera geht es um die Verzweiflung und den Schmerz von damals, im Endeffekt auch um dieses Mädchen – wobei es nicht nur um diese Situation geht – sondern mehr die Gesamtheit, die Frage, was bringt ein Grundschulkind dazu so zu denken, zu fühlen.

Eine Frage, die ich mir aktuell nicht stellen kann – das Mädchen ist wieder zum Balg, zum Monster geworden, weil das leichter auszuhalten ist, als die Verzweiflung und der Schmerz. Das ist mir auch klar. Der Weg ist, mich darauf einzulassen, nicht alleine, zuhause, sondern in der Thera, zu versuchen dieses Mädchen zu sehen – vielleicht muss das erstmal auch über den Weg gehen es als „irgendein“ Mädchen zu sehen.

Es ist noch unklar wie das laufen wird, welchen Zugang es da zu finden gilt – im Moment sind die „blödes Gör“-Anteile zu stark, ich versuch es als das zu sehen was es ist: das ich diesen Schutz einfach noch brauche.

Auf jeden Fall wird es Zeit brauchen, die Angst ist groß, doch ich hoffe, dass ich mit dem Thera zusammen da einen Weg finden werde (er zumindest ist da zuversichtlich 😉 ).

Was die Betreuung angeht, wird sich das wohl noch hinziehen – nächste Woche wird der Betreuer das ausstehende Gehalt dort einklagen – und dann hängt es davon ab wie der Anbieter reagiert. Kündigen können sie ihn wohl erst zum 1.7. – so dass sich der Wechsel noch hinziehen wird – hat einerseits den Vorteil, dass der Wechsel nicht Hals über Kopf laufen muss, andererseits ist es somit noch einen Monat länger unklar.

Ich möchte wissen, was mir im Falle einer Kündigung vom Anbieter angeboten wird, wie offen sie auch damit umgehen. Das wird für mich nichts am Wechsel ändern, da die mir aktuell schlicht niemanden auf Dauer anbieten können, da es davon abhängt, wie lange andere Betreuer das nicht bezahlt werden mitmachen, aber wenn sie offen sind und mir nicht irgendwas versprechen, kann ich diesen Anbieter wenigstens im Hinterkopf behalten, wenn bei dem anderen was schief gehen sollte (sozusagen ein Hintertürchen). Das hängt davon ab wie ehrlich sie da mir gegenüber sind.

Die Betreuung selbst läuft nach außen hin ok – wir schaffen es in der Wohnung einigermaßen Ordnung zu machen und das war ja nicht so sicher. Leider dissoziiere ich dabei total – ich funktioniere, lache, rede, schau mir dabei irgendwie völlig fassungslos von außen zu und versteh die Welt nicht mehr. Wenn W. dann zur Tür raus ist, klapp ich erstmal zusammen, nichts geht mehr. Je länger der Termin dauerte, desto heftiger ist es – schon während des Termins ist es oft so, dass ich trotz der Dissoziation den Druck wahrnehme, manchmal flüchte ich mich zwischendrin ins Bad – doch das fällt nicht weiter auf, das ich ja meistens eh Bad und Küche mache, wenn wir in der Wohnung was machen. Mit ihm in einem Raum sein ist oft noch schwerer.

Im Moment weiß ich nicht warum das so ist – ich hab Schwierigkeiten mit der Abhängigkeit – dass ich von der Betreuung so abhängig bin, dass wir gemeinsam in der Wohnung etwas machen, weil ich es allein nicht hin bekomme (aktuell noch weniger als sonst). Dabei ist sie nicht so sehr an W. gekoppelt – es geht mehr um die Betreuung an sich. Dann ist die Betreuung für mich halt was unsicheres – abhängig vom Landkreis, der mir schon manches was mir offiziell zustehen würde, versagt hat – irgendeinen Grund werden die schon finden. Der Wechsel zu dem anderen Anbieter verstärkt diese Angst, denn beim aktuellen war ich wenigstens sicher, dass der Koordinator sich wirklich kümmert und bemüht und alles tut was er kann, dass er auch für mich kämpft. Das ist beim neuen Anbieter sicher nicht so. Zwar kann da der Thera ein Stück weit einspringen, aber im Endeffekt hängt es dann an diesem einen Herrn, der sich bisher nicht nur bei mir als äußerst unzuverlässig gezeigt hat.

Ich kann nur hoffen, dass sich das irgendwann von selbst gibt, denn zur Zeit sehe ich da auch keinen anderen Anhaltspunkt. Also durchhalten und hoffen, dass wir das irgendwie durchstehen.

Der Alltag ist ok – ich bin immer noch etwas „abgespalten“ – doch das kippt außer bei den Betreuungsterminen nicht mehr ins Dissoziieren. Ich muss immer noch sehr darauf achten, was ich mache, für mich sind telefonische und reale Kontakte sehr anstrengend. Ich gehe ja raus, nehme meine Termine wahr, kann mich – wenn ich da jemanden treffe – auch ganz normal unterhalten und fühle mich auch ok dabei. Doch Gottesdienst, Gebetskreis oder Treffen mit Freunden wäre viel zu viel. Auch Telefonieren ist schwierig (außer mit D. – da klappt das gut) – doch telefonieren ist für mich immer eher schwierig.

Doch wenn ich da mir meine Rückzugsräume verschaffe, geht es mir soweit ganz gut. Der Sport fehlt mir, doch das wird sich in den nächsten 2 Wochen hoffentlich ändern.

Der 24. naht – V.’s Todestag. Als ich vor drei Wochen oder so in der Thera über ihn gesprochen hab, ist klar geworden, dass da noch einiges an Trauer dran hängt – daher kann ich das zur Zeit nicht recht einschätzen. Da auch der Thera da weg ist, hab ich am 26. einen kurzen Termin mit der Vertretung – den ich für dieses Thema nutzen möchte. Dann kommen ja die Tage die für D. so schwer sind – ich mach mir ein bisschen Sorgen um ihn zur Zeit.

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2 Antworten auf Wie sieht es jetzt aktuell eigentlich aus?

  1. shekaina sagt:

    das mit dem monster kenne ich auch, ich sehr das kleine kind immer als monster/roboter an (gibt zahlreiche beiträge darüber in meinem blog), da kann ich dir also auch nichts raten.
    ich hoffe einfach, dass sich vieles bald für dich klärt, weil ich das gefühl habe, dass du auch mit alltäglichem sehr belastet bist.
    ich denk oft an dich, auch wenn ich wenig hier sein kann.

  2. Ilana sagt:

    Es ist nicht mehr diese Überzeugung des Monsters. Aktuell ist es auch ganz klar und fühlbar ein Schutzmechanismus. Es bewegt sich was – es ist nicht starr – und das ist gut.

    Und wegen dem hier sein – geht mir bei dir ähnlich – ich denke fest an dich, Kerzen brennen hier, auch wenn ich nicht viel kommentieren kann bei dir grad 🙂

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