das eine fehlt, das andere hat sich finden lassen

Das Abgespalten sein ist ja vom Prinzip im Moment ganz ok – ich weiß, dass ich den Gefühlen, die dahinter stehen – zur Zeit alleine nicht gewachsen bin – und ich habe nicht das Gefühl gar nicht ranzukommen – also keine Angst, dass ich das in der Thera nicht aufgreifen kann – es ist also eine Art „steuerbares“ Abgespalten sein.

So weit so gut.

Aber es gibt auch etwas was mir fehlt. Das sind die kleinen „Glücksmomente“.

Das sich wie ein kleines Kind freuen, wenn man mitten auf dem Weg eine kleine Blume findet oder ein kleines Tier, Spinne, Käfer oder was auch immer – das fasziniert sein können von diesen Kleinigkeiten.

Oder sich wirklich drüber freuen, dass es tatsächlich die Möglichkeit gibt, an etwas zu kommen, was ich mir seit Jahren wünsche (ebay) – dass mir der Anbieter da die Möglichkeit eröffnet, wirklich auch ein gutes Stück mitbieten zu können.

Oder sich darüber zu freuen, das perfekte Geschenk gefunden zu haben – das ich schon so lange suche und tief in mir spüre, dass ich genau das verschenken will – vor ein paar Tagen hab ich es gefunden, nach sehr vielen Suchen – einfach so.

Oder das richtig genießen können eines Essens, Getränkes oder auch einer Süssigkeit – zu spüren wie es auf der Zunge zerschmilzt und ein mit allen Sinnen wahrnehmen.

Oder das große Glück empfinden, wenn meine beiden Katzen bei mir liegen und zufrieden schnurren, wenn sie sich auf den Rücken drehen und mir so ihr Vertrauen beweisen oder sich in meine Arme schmiegen.

Auch all diese unzähligen kleinen Glücksmomente sind irgendwie „abgespalten“ – es ist da – irgendwie freu ich mich auf, aber es ist nicht dieses tiefe Empfinden, das es zu Glücksmomenten macht.

Es ist nicht so, dass sie nicht gegeben wären, aber das Wahrnehmen ist anders – ich nehm sie schon als schöne Momente wahr – aber es fehlt irgendwie die Tiefe.

Und ich freue mich schon sehr darauf, diese Tiefe auch wieder spüren zu können.

Es ist eine Art Gewissheit dazugekommen – dass es das richtige ist, dass der Weg klar ist, dass es sicher schmerzhaft wird, aber dass es das Richtige ist – sie ist ein Stück anstelle der Angst getreten – und hat eine eigene Art von Stärke und Kraft mitgebracht.

Eben diese Gewissheit dass es richtig ist was man macht, dass es gut ist, man auf dem richtigen Weg ist – und auch wenn da einige Hindernisse sind vor denen ich nach wie vor Angst habe – ist das Gefühl des „es ist richtig so“ – in absolut positiver Art und Weise, ohne die Unsicherheiten und Zweifel des „soll ich wirklich?“ – ein gutes Gefühl. Ein sehr gutes sogar. Und eines das eben auch Kraft mitbringt – und eine starke innere Ruhe.

Und dieses gut fühlen – geht auch tief – wenn es auch eine andere Tiefe ist – denn das „abgespalten“ sein ist dennoch da – doch es hat die Tiefe einer Gewissheit und diese Ruhe ist wie Balsam für die Seele.

Ein unglaubliches Geschenk für das ich sehr dankbar bin.

Dieser Beitrag wurde unter Leben, Psycho-Somatik veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten auf das eine fehlt, das andere hat sich finden lassen

  1. shekaina sagt:

    ich kenne dieses „dämpfen“ des freuens, „glück“- ich glaube, dass das eben teil der depression, der dissoziation ist und vielleicht brauchst du diesen schutz einfach noch ganz oft… gib dir da auch die nötige zeit. ich denk an dich

  2. Ilana sagt:

    Depression ist es nicht – es fehlt auch das „Negative“ – es ist die Dissoziation oder das Numbing – ich glaube dass ich da teilweise hin und her wechsel – doch meistens im Numbing bin – nur bei Betreuungsterminen rutsch ich in die Dissoziation. Für mich ist der Unterschied vor allem, dass es „steuerbar“ ist – es ist nicht so, dass ich an Gefühle nicht ran käme, nur wenn ich da ran gehe, wird es zu heftig, weil auch die unaushaltbaren dann da sind. Bei der Disso ist das nicht steuerbar, da ist es einfach. Auch wenn das Abgestumpftsein auch irgendwie „automatisch“ passiert – ist es aktuell auch „beendbar“ (was übrigens beim Numbing nicht immer so ist)

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.