Ängste

Ich bin immer noch ziemlich „abgespalten“. Mir geht es gefühlsmäßig grade nicht schlecht, aber mir ist schon klar, dass es auch nicht gut geht – sonst wäre ich nicht „abgespalten“.

Es macht mir Angst wie es weitergeht – bzw. eigentlich macht mir Angst wie es weitergehen soll – denn der Weg ist recht klar, doch vor diesem hab ich Angst.

Angst vor dieser Intensität der Gefühle, der Verzweiflung von damals – und diese Angst führt dazu, dass aus dem Mädchen  von damals wieder das Balg wird, das Monster.

Angst vor der Abhängigkeit – abhängig von der Betreuung, die mir jederzeit wieder genommen werden kann. Angst davor mich wieder abhängig zu machen – dann lieber alles den Bach runtergehen lassen – weil die Abhängigkeit so verletzbar macht.

Angst mich nicht mehr einlassen zu können – und damit die Betreuung endgültig zu verlieren – nicht wegen „äußerer Umstände“ oder Ämter, sondern wegen mir.

Angst vor weiteren Szenen, Erinnerungen, weil ich an den bisher bewussten mehr als genug hab.

Angst davor unterzugehen – dass es zu weh tut, zu schwer ist, dass ich das nicht schaffe – die nächsten Schritte auf dem Weg zu gehen, dass es zuviel ist.

Angst davor nicht genug Kraft zu haben, mich in dem alten zu verlieren.

Aber wenn ich den Weg nicht weitergehe, hab ich mich für immer verloren – irgendwo in mir drin – abgespalten.

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5 Antworten auf Ängste

  1. hexenherz sagt:

    manchmal kommen diese ängste eben, ich denke, sie sind alle berechtigt, und es ist nicht gut, sie immer nur zu verdrängen – manchmal muss man sie zulassen und ihnen raum geben, damit sie nicht zu stark werden. vor einem musst du aber keine angst haben: dass du nicht stark genug bist. du bist sehr stark, dass du bis hierhin gekommen bist, beweist es. und du wirst deinen weg machen, auch wenn du gerade angst hast, aber du schaffst das. da bin ich mir ziemlich sicher.
    alles liebe dir.

  2. wortsucherin sagt:

    Ich kann mich Hexenherz nur voll und ganz anschließen.
    Was du über das Mädchen geschrieben hast, das jetzt wieder zum Monster wird kann ich sehr gut nachfühlen.
    ich wünsche dir, dass du die Kraft und den Mut findest, diesen Weg weiter zu gehen und, dass du dich einlassen kannst.
    Liebe grüße
    Wortsucherin

  3. Ilana sagt:

    Danke euch – ja die Ängste nehmen sich jetzt diesen Raum – sie bekommen ihn auch – es wird auch auf diesen Weg weitergehen – wenn auch im Moment auf die Therapie bezogen, zu Hause wäre es zu riskant – aber in der Therapie kann ich den Weg – mit Unterstützung – weitergehen – auch mit der Sicherheit, dass auch der Thera da schon meine Kräfte mit im Auge behalten wird.

  4. Artista sagt:

    Ich wünsche dir ganz viel Kraft…und das du selber auch deine Grenzen merkst…wann du soweit bist…ich sende dir einen Sonnenstrahl.

    herzlichst
    artista

  5. Ilana sagt:

    Danke – es ist eher so, dass ich Angst vor den nächsten Schritten hab, weil sie weh tun werden – Angst vor diesem Schmerz – aber es ist auch klar, dass das jetzt „dran“ ist – ich vertraue meinem Thera – er vertraut meinen Kräften – wir werden uns langsam vorantasten – und schauen was passiert.

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