Gedanken zu Freundschaften und Mäusetod

Der heutige Tag ist irgendwie lang. Es ist erst halb drei – und ich würde den Tag heute schon gerne beschließen. Nicht weil er so schlecht ist – ich bin immer noch recht „abgespalten“ – ich glaube ich habe mich irgendwo in mir verkochen – das ist im Moment auch ok so.

Aber die Zeit vergeht heute irgendwie sehr langsam. Vielleicht lag es an der armen Maus von heute morgen – die Piratenkatze war grad mal 5 Minuten draußen, als sie mit Maus wieder da war – die lebte auch noch – verkroch sich unter dem Schrank – und die versuche sie da rauszuscheuchen waren irgendwie erfolglos. Da lag sie dann irgendwann auf der Seite und zuckte – damit hab ich ganz große Probleme – ich rette die Beute meiner beiden Katzen lieber – aber ich kann sie, wenn sie so schwer verletzt sind, dass sie es eh nicht überleben – leider auch nicht umbringen – das schaff ich einfach nicht.

Normalerweise werden sie dann mit der Piratenkatze in ein Zimmer gesperrt und die macht ihr dann ein schnelles Ende (die Tigerkatze ist da nicht so nett und schleudert die Maus dann eher umher oder will sie zu Tode kuscheln – da ist die Piratenkatze doch „zielstrebiger“) – doch heute war das irgendwie nicht so – da lag diese zuckende Maus und eine uninteressierte Piratin. Es dauerte nur eine knappe Minute – aber für mich war das etwas zu viel – ich ergriff die Flucht.

Irgendwann hat die Piratenkatze dann doch zugeschlagen – und fing an die Maus zu verspeisen, natürlich in meiner direkten Nähe – was mich dazu bewog mich lieber zu verziehen – denn auch dieses Knacken der kleinen Knochen ist so ein Geräusch mit dem ich schlecht umgehen kann. Die Reste zu entsorgen war auch nicht grade berauschend zumal sie offensichtlich nur den Oberkörper fressen wollte.

Vielleicht war da der Tag schon gelaufen – es reichte mir an Vorkommnissen für diesen Tag.

Das andere was mir heute so durch den Kopf geht ist die Beziehung zwischen einer Freundin und mir – ich hab die letzten 10 Tage den Kontakt nahezu abgebrochen, nur kurze e-mails. Doch ich merke, dass ich grad gar keinen Kontakt zu ihr will. Wir sind durch ein paar Sachen miteinander verbunden – es ist auch nicht so, dass ich sie nicht mag – im Gegenteil – grade das macht mir ein schlechtes Gewissen.

Sie ist krank – wie ich auch – aber ich kann zur Zeit mit ihrer Art mit den Dingen umzugehen – nicht umgehen. Es macht mich wütend und ich will nicht nur Skill sein oder Pseudotherapeut oder diejenige die sagt „mach mal“.

Ich bin jemand der das dann anspricht, sagt, klärt – doch das kann ich bei ihr nicht, weil es ihr eh schon so schlecht geht – und zur Zeit kriegt sie eh alles in den falschen Hals. Mir fehlt da im Moment die Kraft und der Nerv um mit der nötigen Distanz da umzugehen – und so habe ich mich zurückgezogen, ihr das auch gesagt, versucht zu erklären – dass ich das grade nicht kann, Zeit für mich brauche. Aber das ist nur die halbe Wahrheit.

Sie ist ein Mensch, der – unbewußt – auch dafür sorgt, dass es ihr nicht gut geht – Krisen regelrecht „sucht“. Und ich weiß, dass sie da nichts für kann, dass sie in ihrem Opferverhalten feststeckt und auch dass sie versucht etwas zu ändern, aber das ist nicht so einfach.  Aber ich kann ihr nicht helfen – ich habe das was ich tun konnte getan. Vielleicht ist es grade diese Hilflosigkeit, die mich da wütend macht – auf jeden Fall – ich muss das klären – erstmal für mich – und dann auch mit ihr – das bin ich ihr schuldig – und nur so hat ein weiteres miteinander umgehen eine Chance.

Vielleicht liegt es auch nur daran, dass sie gerne telefoniert – das ihr bevorzugtes Kommunikationsmittel ist – und ich grade das telefonieren nicht so mag. Vielleicht ist aber grade auch diese Situation das, was mir klar macht, dass ich damals von meinen Freunden zu viel erwartet habe.

Es ist ihre Erkrankung – mit deren Auswirkungen nicht gut umgehen kann, nicht sie als Mensch. Und doch gehört die Erkrankung zu ihr, so wie meine zu mir gehört. Doch wenn ich sie nur noch schütteln will – fast jedesmal wenn wir telefonieren – dann muss ich für mich klären ob ich wirklich da einfach grad nicht mehr kann und eben auf mich und meine Grenzen achten muss – ich aber weiter befreundet sein will – oder ob ich mit ihr eben nicht mehr befreundet sein will – dass es mehr ist – als nur das „ist mir grade zuviel“ – weil mir ihr Umgehen damit zu sehr widerstrebt oder was auch immer.

Das sollte ich wohl zu erst klären.

Noch so ein Thema das da ist – aber grade mal warten muss, weil anderes vorgeht. So wie auch V. weiter warten muss.

Vielleicht beschäftige ich mich aber auch grade damit, damit ich mich mit dem vom Freitag nicht beschäftigen muss.

Oder ich mach schlicht schon zu lange Therapie – und kann mich da selbst nicht mehr austricksen oder so.

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3 Antworten auf Gedanken zu Freundschaften und Mäusetod

  1. shekaina sagt:

    also das mit der maus – sowas halte ich nicht aus, da würde ich die krise kriegen, meine katzen sind ja reine wohnungskatzen, aber meine früheren katzen waren auch draussen und haben einmal eine maus gebracht, die HALB tot war und diese minuten zogen sich wie stunden und sie lag nur da und man sah, wie schwer sie atmete, ich war total hysterisch, mein damaliger freund erschlug sie dann ganz schnell, damit ihr leiden beendet ist. sowas kann mich komplett aus dem alltag reissen-
    das mit deiner freundin finde ich schlimm, wenn sie sich selber so gar nicht helfen kann und will, dann muss man irgendwo auch mal seine grenzen ziehen- und zwar ganz klar. auch wenn es jemanden schlecht geht, kann man mal sagen: bis hierher und nicht weiter.
    ich wünsche dir, dass du da dein gleichgewicht findest.

  2. Katharina sagt:

    Unser Kater darf seine Beute nicht mit rein bringen. Das übersteh ich nicht. Er bringt sie zum zeigen an, ja- aber er legt sie draussen ab. Ich kann da auch nicht hingucken oder gar hinhören, wenn er seine Mäuse zu Tode spielt.
    Er ist schon mal reingekommen mit Maus, da habe ich ihn aber rausgejagt und er hat sie mitgenommen. Das geht einfach nicht, die maus tut mir leid. Da reicht mein verstand gerade soweit, dass ich mir sage, dass er nicht anders kann- aber drin ist Mausetabu.
    Und doch bin ich froh, dass er Mäuse fängt. ich will es nur nicht sehen. Na kanns schlecht erklären.
    Wünsch dir jedenfalls, dass deine Piratin dich nicht morgen gleich wieder „beschenken“ möchte oder ihr Glück teilen möchte.

  3. Ilana sagt:

    Ja die Piratin ist da sehr eifrig – leider – doch meist sind sie entweder noch sehr lebendig, so dass man sie retten kann – oder bereits tot – dieses dazwischen ist für mich auch kaum auszuhalten. Doch normalerweise kann ich sie damit dann auch vor die Tür setzen und gut ist – nur diesmal hätte sie mir die Maus dagelassen – das hätte zwar die Tigerin gefreut, aber die tötet sie erst recht nicht – wenn sie nicht zufällig bei ihren durch die Wohnung geworfen werden (wirklich geworfen – landet dann auch gerne mal auf dem Tisch – weshalb ich ihr gar keine Maus lasse, aber die Piratin eh auch nicht) stirbt.

    Ich weiß warum Katzen das tun, dass es nicht nur Spiel ist, sondern einen Zweck hat – aber mir tut die Maus trotzdem zu leid.

    Was die Freundschaft angeht – ich hab ihr gesagt bis hierhin und nicht weiter – nur ist mir die letzten Tage klar geworden, dass ich mir klar drüber werden muss, ob ich diese Freundschaft überhaupt will – ob es noch eine Freundschaft ist – oder leider zu einer Beziehung geworden, die uns beiden nicht gut tut. Dann wäre es unfair immer nur zu sagen, ich kann grad nicht mehr – bis hier hin und nicht weiter – dann verdient sie mehr Klarheit – doch die muss ich erst für mich schaffen.

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