So im Alltag komm ich gut hin – aber ich weiß, dass es mir nicht gut geht – sonst wäre nicht so ein „abgespalten sein“ da.

Das Kind hat es grad wieder schwerer, ist wieder mehr „Monster“ geworden – weil alles andere zu sehr weh täte.

Es drängt sich seit gestern auch immer wieder eine „Körpererinnerung“ dazwischen – unangenehm – aber selbst das eher „angedeutet“ und weit weg.

Ich kann grad vieles klarer sehen – kann auch beschreiben, was beim EMDR jetzt besser wäre oder ausprobiert werden sollte usw – doch eher analysierend und nicht fühlend.

Ein Gefühl begleitet mich ständig – und ich glaube es ist Verzweiflung, vielleicht auch Sehnsucht oder ein Mischmasch – es ist da – so wie ich fühle, dass ich eine Uhr am Handgelenk trage – ständig und doch nur fassbar wenn ich hinspüre – kein wirkliches fühlen – spüren – wahrnehmen – vielleicht ist es ähnlich dem was manche beschreiben, dass eine ständige Melancholie sie begleitet (nur dass es keine Melancholie ist bei mir).

Ja ich weiß, das sind Schutzmechanismen – gestern schrieb ich noch an den Thera wo denn die dissoziativen Zustände blieben wenn man sie mal braucht. Ob es wirklich einer ist – glaub ich nicht – eher ein Abgestumpftsein – das „Numbing“, das in der Traumatherapie ein bekanntes Phänomen ist.

Die Überempfindlichkeit ist auch da – Geräusche vor allem, wobei das mittlerweile geht – aber die Welt bleibt erstmal ausgesperrt (nur im Internet geht es ironischerweise gut – da tut es sogar gut – vielleicht weil ich da selbst wählen kann wann ich auf eine mail antworte oder auf einen Kommentar oder was auch immer).

Und es ist nicht mehr so dieses „aussperren müssen“ – sondern mehr ein noch nicht zurückkehren wollen – da ich ja kein Problem mit Depression zu tun habe ist ein Rückzug für mich auch nicht gefährlich oder etwas das ich im Auge behalten muss, sondern eher etwas, das gut tut und für mich sehr wichtig ist.

Ich weiß, dass ich mir mit dem Thera ganz viel anschauen muss – und vor allem an diese Verzweiflung muss, sie irgendwann zulassen muss – doch nicht alles auf einmal – sondern in „kleinen Häppchen“ soweit das machbar ist. Doch da ist auch ein „eigentlich will ich nicht“ – weil es mir Angst macht, weil es weh tut und – nun ja – es gibt wahrlich schöneres. Ein Austesten „wie viel halte ich aus“ ist kräftezerrend und anstrengend – und unvorhersehbar – und nicht grade etwas dem man sich gerne stellt.

Es geht auch grade wieder vermehrt ums „annehmen können“ – dem ich mich auch nicht grade mit Begeisterung stelle.

Das alles seh ich und weiß, dass ich schon weitergehen werde und mit dem Thera da auch einen Weg finde, der meine Ressourcen und Kräfte nicht vergisst, auch das Auftanken nicht.

Es ist ein ziemlich langer Weg und der nächste Wegabschnitt ist auch schmerzhaft – aber wenigstens auch recht klar – ein Schritt nach dem anderen. Die einzelnen Wegabschnitte und Möglichkeiten sind notiert und an den Thera gemailt – und dafür ist diese „Taubheit“ auch ganz gut – denn im Gefühlschaos sieht man das alles nicht so wirklich.

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