aktueller Stand

Soweit so gut.

Solange ich sehr achtsam bin, Aufregungen und Negatives vermeide, sehr darauf achte genug Ruhe zu haben und auch bei den Kontakten einfach auszuwählen und bestimmte Belastungen meide – geht es mir gut.

Ich brauche keine Skills mehr – kann die Sonne genießen und darf auch wieder denken – solange ich ein Thema ausspare – und funktioniert das „Stopp“ sagen im Moment hervorragend.

Fakt ist: die Betreuung ist in Gefahr – weniger durch den nötigen Wechsel, sondern mehr durch ein altes Thema, dass ich grob unter „alte Wohnung“ zusammenfasse – das beinhaltet Ämter, Wohnsituation, Betreuung, Aufräumen, Kindheit und noch einige mehr, die aber (noch) nicht klar sind.

Ich hab – selbst als es mir sehr gut ging – gesagt, dass der Preis damals zu hoch war – selbst wenn mir jemand Gesundheit, Glück(seligkeit), genug Geld, sorgenfreies Leben versprechen würde, wenn ich das nochmal durchmache, durchlebe – und sei es nur für kurze Zeit – würde ich ablehnen – der Preis ist definitiv zu hoch. Sollte ich jemals wieder dort landen – werde ich das nicht nochmal durchkämpfen.

Früher sagte ich Überleben ist jeden Preis wert – doch das stimmt nicht, ganz und gar nicht. Diese Zeit damals – war für mich schlimmer als meine Kindheit oder was auch immer.

Und durch dieses Thema ist die Betreuung nun in Gefahr – weil es damit verknüpft ist und heute reinschwappt – ausgelöst durch den Wechsel (der für sich dann sicher noch mal ein eigenes Thema werden wird) und deshalb hab ich nur eine Chance das zu retten:

in dem ich dieses Thema anschaue und versuche zu trennen – das geht nur durchs anschauen, ein Stück weit eintauchen und erstmal die genaue Verbindung herauszusuchen – um die dann durchtrennen zu können.

Davor hab ich wahnsinnige Angst – wir haben mit EMDR versch. Traumata aufgegriffen, doch alle waren abgeschlossen, alt und klar trennbar vom Alltag (auch wenn die Flashbacks da waren – war halt klar „das war damals“) – das ist diesmal nicht so.

Zum einen ist es zum ersten Mal so, dass ich ein Thema aufgreife, bei dem ich nicht das Gefühl habe dem gewachsen zu sein oder dass die „Zeit dafür gekommen ist“ – im Gegenteil – da ist ein tief verankertes „das schaff ich noch nicht“ da – doch ich habe leider keine Zeit mehr.

Die Betreuung läuft im Ausnahmezustand – es ist aktuell nur ein „aushalten – irgendwie aushalten“ – was die Beziehung zwischen dem Betreuer und mir sehr belastet und es ist nur eine Frage der Zeit, wann der Punkt kommt, an dem wir die Kurve nicht mehr kriegen.

Es ist also eine Art „Wettlauf“ – ob ich diese Verbindung zu dem Thema schnell genug finde und trennen kann und sowohl der Betreuer als auch ich das Ganze bis dahin als eben „Ausnahmezustand“ stehen können, die nichts mit seiner Person zu tun hat, sondern eben mit der Situation, in der es auch kein Miteinander gibt, sondern nur eine Menge Druck – und ob wir das beide so lange getrennt kriegen – bis die Verbindung zu dem Thema klarer ist – und ich die getrennt kriege.

Oder ob dieses „aushalten müssen“ jede Basis für ein Miteinander zerstört. Ich weiß es nicht – das wird die Zeit bringen.

Es hat so mehr Chancen als eine Auszeit von der Betreuung oder jede andere Möglichkeit die mir und dem Thera sonst so eingefallen sind.

Aber es bedeutet auch, dass ich diesen „zu hohen Preis“ anschauen muss, dass ich in die Hölle steigen muss und hoffen, bald diese Verbindung zu finden – bevor sie mich verschlingt.

Die Vorraussetzungen sind nicht ideal – und ich bin heilfroh, dass der Therapeut mitzieht – und mich unterstützt – denn allein hätte ich gar keine Chance.

Ich werde am Freitag also in die Hölle gehen.

Meine Angst ist nicht, dass ich mich nicht berappeln kann, wieder rauskomme, mich fangen kann, Skills nicht greifen oder ähnliches.

Aber ich hab vor 2 Sachen Angst – eine wahrscheinlicher, eine unwahrscheinlicher

die Unwarscheinlichere ist: ich hab Angst, dass ich es dann nicht mehr getrennt kriege – dass ich so in diesem „der Preis ist zu hoch“ drin stecke – in diesem Gefühl, dass ich nicht mehr sehen kann, dass es „jetzt“ nicht so ist – das Problem dabei ist – wenn die Betreuung weg fällt – ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass ich genau da wieder lande – und ich hab Angst dass ich mich in dem dann verliere – in dieser Angst – und aus dem nicht richtig raus komme – zu lange, zu anhaltend da drin bleibe (nicht auf ewig, aber eben zu lange um noch etwas retten zu können)

das Wahrscheinlichere – ich weiß nicht was für Abgründe sich noch auftun werden – aber die Betreuung ist in Gefahr – weil aktuell nur durch „aushalten“ durchführbar und darunter leidet die Beziehung von W. und mir sehr (v. a. weil es kein „miteinander“ gibt und auch das miteinander im Gespräch bleiben nicht klappt). Die Frage ist nur ob wir beide – das lang genug getrennt bekommen – so dass wir – wenn es denn mal geklärt sein sollte – die Kurve nochmal hinbekommen – das hängt sicher auch davon ab wie schnell ich das geklärt kriege – und eben mich wieder einlassen kann – es getrennt kriege. Aber die ganze Situation gefährdet die Betreuung (was wieder die oben genannte Angst auslöst) – und dieses Thema aufgreifen, gefährdet sie erstmal noch mehr (es nicht aufzugreifen würde aber nichts klären und damit das Aus bedeuten).

Aber es ist auch klarer wie es weitergeht – die Betreuung wird mit diesem „aushalten“ erstmal weitergemacht – und wir versuchen das so wie wir es bisher gemacht haben – von der Aufgabenverteilung her – halt mit dem Unterschied, das er mich möglichst währenddessen nicht anspricht (zumindest nicht fragt wie es geht – sondern eher Richtung Small Talk bleibt) und der Hoffnung, dass wir bisher etwas aufgebaut haben, was die nächste Zeit (er-)trägt.

Und in der Thera nähern wir uns diesem Thema – und ich hoffe, dass das Sicherheitsseil an dem mich der Thera hält – ausreicht, dass ich mit seiner Hilfe die ganze Situation rechtzeitig gerettet kriege – und ich im Endeffekt nicht da stehe und weiß: die Betreuung ist – erstmal – verloren.

Das Risiko hängt sehr von der Zeit ab – aktuell wohl eher so 50:50 – doch je länger es sich hinzieht, desto größer wird es.

Es ist ein über die Grenzen gehen – und hoffen, dass nicht die „Grenzüberschreitung“ hängen bleibt und alles kaputt macht, sondern dass es eben ein bewusstes über die Grenzen gehen war und abgesprochen und geklärt und W. „mitgegangen“ ist – ohne das zu wollen – nur weil ich ihm keine andere Wahl gelassen habe und er mich nicht im Stich lassen wollte, sondern mich eben begleiten.

Letzteres ist es für mich – doch hab ich Angst, dass irgendwann der „alte Mist“ siegt – der eher die ungewollten Grenzüberschreitungen kennt. Das ist es was ich damit meine, dass es davon abhängt wie lange ich das hinbekomme – diese Trennung – ob lang genug, bis ich das andere Thema angesehen, das was ich suche gefunden und für mich so weit geklärt habe, dass es nicht mehr das „heute“ bestimmt – das das alte, was heute die Gefahr bringt – da hin gepackt ist – wo es hingehört – in damals – und nicht in heute.

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