klarer

Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht.

wieder wirst du allein gelassen, dir droht wieder, dass helfende unterstützung einfach “wegfällt” und du mit deinem alltag alleine gelassen wirst, das sind ganz schön existentielle ängste, da würde es erstmal JEDEM menschen (ob krank oder nicht) richtig schlecht gehen, mit deiner vorgeschichte dann umso mehr. du wurdest ja oft im stich gelassen, du wurdest ja übersehen und “unterversorgt”- erinnert dich das nicht sehr stark an deine kindheit?
kann man diese gefühle vielleicht als “verlassen werden”, Hilflosigkeit und auch unterdrückte Wut bezeichnen (denn mich würde sowas furchtbar wütend machen)?

Es ist dieses „hängengelassen werden“ – der Betreuungsverein – es war für mich so schwer mich da nochmal wirklich einzulassen – aber ich hab festgestellt, dass es damit funktioniert – es ist das erste Mal, dass es in der Wohnung wirklich funktioniert – das ist hart erkämpft und immer wieder schwierig – aber es funktioniert – und jetzt bricht das wieder weg. Und meine einzige Möglichkeit ist mich an jemanden zu wenden, der mich schon mehrfach hängengelassen hat. Der würde nur im Hintergrund zuständig sein – aber erst vor kurzem hatte ich zu meinem Betreuer gesagt, dass mir erst jetzt auffällt, wie sehr mein schlechtes Verhältnis zur Koordinatorin des ersten Vereins, die Betreuung beeinträchtigt hat – und die hat sich wenigstens beim Landkreis bemüht.

Und das Wissen, dass ich es alleine nicht schaffe, dass ich dann wieder da landen werde wo ich vor dem Umzug war – und das schaff ich einfach nicht nochmal. Der Preis war damals zu hoch – trotz dem Guten das danach kam – wirklich Gutem – würde ich diesen Preis nicht nochmal zahlen  – nichts – gar nichts – ist einen solch hohen Preis wert – nicht mal das Leben.

Die Zeit damals – war ein Trauma – und das wurde reaktiviert – und wieder dieses Ausgeliefert sein an einen Koordinator und den Landkreis und nichts tun können – die Betreuung wird sich verschlechtern – die Umstände sind dann nicht mehr gut, sondern schwierig – die Betreuung lief wirklich gut die letzten Wochen – aber trotzdem war es oft „grade so“ dass ich das mit der Wohnung hinbekam. Jetzt kommt noch eine Schwierigkeit dazu – und ich muss mich erneut auf etwas einlassen – ich weiß nicht ob ich das nochmal kann. Doch wenn ich es nicht schaffe – ende ich wieder da wo ich damals war – das wiederum macht großen Druck „es schaffen zu müssen“.

Damals war ich am Ende – kräftemäßig – es gab keine Sicherheit, keine einzige Sekunde am Tag, es gab keinen Ort der sicher war. Heute ist es anders, es geht mir besser und ich habe Orte an denen ich mich sicher fühle – und ich hab Angst, dass ich das wieder verliere – jetzt wo ich es kennengelernt habe, möchte ich das nicht wieder verlieren.

Es gibt sicher noch ein paar Punkte die dazukommen, die noch nicht greifbar sind – aber es ist nicht mehr nur eine große schwarze Wolke – sie hat Konturen bekommen – hat Begriffe bekommen – das mach es mir leichter, damit umzugehen.

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2 Antworten auf klarer

  1. shekaina sagt:

    es wäre ganz wichtig, dass du aus dieser „ohnmächtigen“ situation in eine aktive kommen könntest, d.h. etwas tun könntest, es muss ja doch auf JEDEN FALL einen weg für dich geben, dass du eine betreuung hast, die verlässlich ist, ich kenne mich in deutschland nicht so gut aus, hier gibt es ja z.B. das PSP- hast du mal mit deinem Therapeuten geredet, was ihm dazu einfällt?
    es wäre ganz wichtig, dass du aus dieser hilflosen, ausgelieferten situation rauskommst!

  2. Ilana sagt:

    Ich hab nur die Möglichkeit über einen Betreuungsverein – und leider hab ich da alle in Frage kommenden durch – das Problem ist, dass es hier aktuell einen Kleinkrieg unter den Vereinen gibt, so dass die alle ziemlich zu kämpfen haben. Aber ich weiß, dass mein Betreuer und auch mein Thera da für mich kämpfen, ich das also nicht selbst machen muss – im Endeffekt entscheidet das Amt ob sie es bewilligen oder nicht – und Ämter entscheiden hier manchmal ziemlich willkürlich. Das geht nicht nur mir so. Im Moment ist ja vom Amt nicht wirklich eine Ablehnung zu erwarten – immerhin haben sie es ja schon genehmigt, sie müssen nur dem Wechsel zustimmen und da kommen die nicht so ohne weiteres aus – da die aktuellen ja nicht zahlen. Und was Hr. S. angeht – dem „neuen“ Koordinator – da muss ich mit meinem Thera sowieso nochmal genauer schauen.

    Weisst du – all die Koordinatoren bisher sagten, dass sie so einen Fall wie bei mir noch nie erlebt hätten, dass sie das nicht verstehen und der Landkreis völlig unverständlich entschieden hätte. Nur nutzt mir das nichts.

    Was ich aber tun kann – und werde – ist das alte vom aktuellen zu trennen – das geht nur in der Thera – und es eben soweit wie möglich abgeben – den Kampf nicht selbst ausfechten, sondern mir da Hilfe holen.

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