Thera

Sehr anstrengend heute, sehr intensiv.

Es ging um eine der Situationen die mir im Kopf rum spuckt – es ging um den 2. Thera damals der körperbezogene Gesprächstherapie machte und um eine „Übung“ und um folgende Situation:

Ich hatte einen Suizidversuch unternommen, weit weg von zu Hause und wurde nach 3 Tagen gefunden und ins KH gebracht – dort stellten sie Blutspiegel der eingenommenen Medis fest, die jenseits von Gut und Böse waren und keiner konnte sich erklären wie ich das überleben konnte. Als ich wieder einigermaßen ansprechbar war bat ich darum nicht meine Eltern zu verständigen (ich war damals noch mitversichert, hatte aber keinen Ausweis bei mir, so dass die bis dahin nicht wußten wer ich war) – und die wollten mir eine Chance geben – indem sie meinen Thera angerufen haben, mit ihm vereinbarten, dass er mich vom Bahnhof abholt und die weitere Verantwortung übernimmt – er hatte zugesagt.

So fuhr mich ein Arzt zum Bahnhof, übergab mich der Polizei (weil ich alleine nicht wirklich laufen konnte), die setzte mich in den Zug und der Schaffner bekam den Auftrag mir am Heimatbahnhof rauszuhelfen – dort würde ich abgeholt.

Es ging mir echt dreckig – war eigentlich nicht entlassungsfähig, konnte keine graden Schritte laufen, weil ich so zugedröhnt war und stank erbärmlich, da die eigenen Klamotten versifft waren.

Nur dass der Thera nicht da war – so stand ich am Bahnhof und wusste nicht weiter – Geld hatte ich keins mit, Denken ging auch nicht wirklich und irgendwie hat ein befreundeter Taxifahrer mich dann nach Hause gebracht (oder ein Freund von ihm – ich weiß es nicht mehr).

Das war ein Moment wo ich mir gewünscht hätte jemand wäre da – es ging mir körperlich mies und psychisch sowieso – ich verstand nicht warum es nicht geklappt hatte (wie die Ärzte ja auch nicht) und weiß nur noch, dass ich damals im Keller in einem Zimmer gewohnt hatte (nicht mehr bei den Eltern) und die Treppen nicht hochkam um zur Toilette oder in die Küche zu kommen. Es dauerte eine Woche bis die Medikamente so weit aus dem Körper waren, dass ich wenigstens wieder ein paar Schritte laufen konnte.

Der Thera hat mich nicht abgeholt, es hat ihn auch nicht weiter interessiert – er war der Meinung, stationär wär nicht nötig, mir ginge es ja soweit gut – als ich sagte, dass ich es so nicht schaffe.

Er war jung, unerfahren, hatte seine Ausbildung grade erst beendet – aber er hatte mich mehrfach retraumatisiert – und als er mich da so hängen lies – war es vorbei – ich bin zwar noch 3 Monate zu ihm hin – aber eigentlich mehr weil ich nicht wusste wohin sonst – und eh in einer Phase von „alles egal“.

Es war einer von zwei Momenten, wo ich mir so sehr gewünscht hätte, dass jemand da ist, sich kümmert, die zweite war damals in Biberach auf der Intensivstation (wegen epilept. Anfälle, die sie selbst auslösten, weil sie mich mit Antiepileptika vollpumpten auf den 2-3 fachen Höchstwert im Blut – mit gleich mehreren Medikamenten).

Mit EMDR haben wir erst einfach geschaut was da ist – und landeten eben bei der „Übung“ – wobei irgendwie klar war, dass das Ganze für etwas anderes steht – als wir dem dann nachgingen landeten wir bei einer Missbrauchsituation, die schon bekannt war – nur dass es diesmal mehr um die Gefühle dabei ging und nicht so sehr um die Situation an sich.

Es flossen ein paar vereinzelte Tränen.

Dann landete ich wieder bei der Therapie damals – körperbezogene Gesprächstherapie – die einzelnen Übungen und eben die Situation wo er mich so hängen ließ und dem Gefühl der Verzweiflung von damals.

Dieses Gefühl griffen wir dann auch auf – und wir schickten diesem „Anteil“ von damals jemanden der da ist – das löste die nächsten Tränen aus.  Das wiederum nahmen wir dann ins Turmzimmer mit – was auch gut funktionierte.

Der Körper reagierte – mit Zittern und Schütteln und  „verkrampften nicht heulen“ und doch Tränen – es dauerte eine Weile bis er sich wieder beruhigte – was irgendwie so eigenartig war, weil ich in Gedanken und im Fühlen schon länger ruhig war.

Nach dem Termin waren wieder die Schuldgefühle und die Angst dass jetzt was Schlimmes passiert – Tränen bedeuteten in der Regel „Bestrafung“ oder Missbrauch.

Was die „Übungen“ angeht – werde ich sie mit einer weiteren Situation, die mir seit einiger Zeit durch den Kopf spukt –  in einem Extra-Beitrag schreiben – mit Passwortschutz – bitte meldet euch wenn ihr das Passwort wollt – traut euch ruhig – es ist das Thera-Passwort, das einige eh schon haben – aber passt auf euch auf beim Lesen – es ist sehr direkt und das ist auch der Grund für den Passwortschutz (zumal ich sonst keine Triggerwarnung habe und somit klar machen kann, wer das Passwort will bekommt es – muss dann aber auf sich selbst achten)

Bei Interesse meldet euch unter alles-nur-psychisch [@] gmx punkt de

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