Wo wir hinkämen, wenn wir Profis fragen – Teil 2

Immer noch die Frage von hier:
„Wo geht’s denn hier zum Bahnhof?“

Zusätze von Franz Christoph Schiermeyer:

  • Der Diplom-Philosoph: „Wissen Sie überhaupt, wer Sie sind? Und woher Sie kommen?“
  • Karitative: „Schade, dass Sie schon dort sind, wo ich Sie gerade abholen wollte.“
  • Der Priester: „Es ist uns nicht beschieden zu wissen, wo der Bahnhof ist.“
  • Die Professionelle: „Was willste beim Bahnhof? – Kannst auch auf mich abfahren!“
  • Information-XXL-Point: „Did you really say ‚Bahnhof‘? – You will find it if you really want!“
  • Der Politiker: „Zunächst einmal möchte ich mich bei allen Wählerinnen und Wählern bedanken, die mich zum Bahnhof gewählt haben…“
  • Die Boulevard-Zeitung: „Ganz Deutschland empört: Wo ist der Bahnhof!?“
  • Der Gewerkschafter: „Kollege, wir arbeiten daran – 35 Stunden in der Woche!“
  • Der Lach-Therapeut: „Hi-hi! – Ha-ha! – Ho-ho!!“
  • Der Urschrei-Therapeut: „NNIIRRRRRGGGENNNNDDS!!“
  • Die Selbsthilfe-Gruppe: „Wenn du dich ein Stück weit fallen lässt, können wir das gerne gemeinsam andenken.“
  • Der Illusionist: „Es gibt hier keinen Bahnhof! Aber wenn wir uns gemeinsam einen vorstellen – ist das dann okay für dich?“
  • Jack the Rapper: „Du willst zum Bahnhof?/ Ich frag mich warum/ Bist du bekloppt?/ Hey, gar nicht so dumm!/ Let´s go to the station/ Let´s go to hell/ Bahncard klingt gut/ So come on, let´s rail…“
  • Der Konjunktivist: „Beantwortete ich Ihre Frage, wüsste ich nicht, ob meine Auskunft dem standhielte, was antworten zu müssen ich glaubte.“
  • Der Kommentator: „Wir werden uns in Zukunft einer Frage zu widmen haben, die wir uns so nicht vorstellen konnten…“
  • Der Zen-iker: „Der Weg ist das Ziel.“

Zusätze von Martin Schiermeyer:

  • Der Lehrer: „Wo der Bahnhof ist?! – Da stellen wir uns einmal ganz dumm…“
  • Das Rate-Team: „Gehen wir recht in der Annahme, dass Sie zu einem Ort wollen, der mit B anfängt und mit f aufhört?“
  • Der Schwabe: „Schtuegart? Ulm? Biberach? Mekkebeure? Durlesbach…?“

Zusätze von Michael Ossenkamp aus Schweden:

  • Der Selbstverwirklicher: „Warum machen Sie sich nicht selbst einen Bahnhof?“
  • Der Existentialist: „Sind Sie etwa deshalb hergekommen, um dorthin zu gehen?“
  • Der Poet: „Du siehst einen Bahnhof aber erst, wenn der Bahnhof DICH sieht und in deinem IHN-Sehen und seinem DICH-Sehen SICH sieht siehst du einen Bahnhof DIESEN Bahnhof“ (Wird in der Poeten-Antwort „Bahnhof“ gegen „Baum“ ausgetauscht, ist der eigentliche Text von Albrecht Fabri hergestellt.)
  • Der Endzeit-Katastrophler: „Wisse: Sowohl die Bahn wie der Hof werden schon bald entschwinden im Zuge der Zeit!“
  • Der Fremdenführer: „Gefällt es Ihnen bei uns etwa nicht!?“

Zusätze von Paul Richard Blum:

  • Augustinus: „Bevor du mich fragtest, wusste ich’s noch.“
  • Der Hilfsbereite: „Hast du einen Stadtplan dabei? – Dann könnte ich´s dir zeigen.“
  • Der Scholastiker: „Man muss hier unterscheiden: Wo meint hier keinen Ort, sondern eine Richtung. Nicht es geht, sondern jemand. Bahnhof ist eine Spezies von Hof mit der spezifischen Differenz ‚zur Bahn gehörig‘ und somit der Teil Hof des ganzen Bahn. Bahn meint hier nicht irgendeine Bahn, sondern das Verkehrsmittel Eisenbahn. Im eigentlichen Sinne gehen/ fahren nur Eisenbahnen zum Bahnhof. Ergo ist deine Frage rein empirischer Art und lässt sich philosophisch nicht beantworten.“

Zusätze von Dieter Klotz:

  • Der Oberlehrer: „Sie meinen bestimmt die zentrale Personenumsteigestation der örtlichen Eisenbahngesellschaft.“
  • Der Physiker: „Zunächst müsste ich dazu wissen, mit welchem Genauigkeitsgrad Sie die Antwort gerne hätten.“
  • Der Mathematiker: „Dazu kann ich Ihnen nur dann eine Näherung geben, wenn Sie mir vorher die Variable Bahnhof genau definieren.“
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