fremd

Ich kann es nicht greifen – und doch ist es da – unsichtbar, doch deutlich spürbar.

Ungreifbar tobt es in mir, huscht vorbei, durch mich durch, entwindet sich den Versuchen es zu greifen – wie Schatten.

Eine innere Spannung – die innere Unruhe merkte ich gestern sehr viel deutlicher als grade jetzt, und doch ist sie da – eine Spannung im Körper – wie ein Muskel den man anspannt – der Moment kurz bevor er vor Anspannung zu zittern beginnt.

Es ist nicht so, dass Skills nicht greifen würden – tun sie – sogar gut. Nur ist es ja nicht so, dass die grad nötig sind – ich möchte hinter diese Mauer sehen, die da meine Gedanken und die Gefühle abblockt – die hinter dieser Mauer toben bis sie wackelt ob der Erschütterungen.

Lieber ein bewusstes drüberschauen als die Mauer bricht und ich bin der Flutwelle ausgeliefert.

Doch all die  Versuche scheitern – als wolle mich das Ungreifbare necken, „hier bin ich“ rufen und wenn ich hinschaue ist es schon wieder ganz wo anders.

Ich weiß nicht ob es mehr um Bilder oder Situationen oder um Gedanken, innere Stimmen oder doch mehr um Gefühle geht. Statt mich zu nähern, scheine ich mich weiter zu entfernen.

Dieses „nur für den Moment leben“ mag der angenehmere Zustand sein – aber das bin nicht ich – da fehlt ein – sehr wichtiger – Teil von mir – das bin einfach nicht ich – und ich möchte mich wieder ganz fühlen – auch wenn das bedeutet den Schmerz und die Vergangenheit wieder zu spüren.

Aber es gibt keinen „Mittelweg“ – entweder ich fühle, spüre und lebe – dann muss ich auch die Vergangenheit spüren oder ich bin kalt und inhaltsleer. Es wäre schön, wenn ich die Vergangenheit da außen vor lassen könnte – und trotzdem fühlen zu können – doch das geht nicht.

Die Vergangenheit gehört zu mir – und ich bin auf dem richtigen Weg, dass mein Heute voll und ganz von ihr bestimmt wird – sie wird irgendwann das sein was sie ist – Vergangenheit – aufgearbeitet und in mein Leben integriert.

Um da hin zu kommen – muss ich sie spüren, fühlen, nochmal mit anderem Blickwinkel durchgehen – dazu muss und vor allem möchte ich diese Mauer abbauen – nicht gleich einreißen, aber Stück für Stück abbauen, einen Durchbruch schaffen, durch den ich erst durchsehen und irgendwann auch durchgehen kann.

Ich fühl mich so fremd – das bin nicht ich – und ich weiß nicht wer es ist – sie gehört zu mir – aber das was mich wirklich ausmacht – fehlt grade.

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4 Antworten auf fremd

  1. LexX Noel sagt:

    Ein wenig erinnert mich das an meine Amnesie, die Probleme die damit verbunden sind, Erinnerung an das eigene ICH die nur bedingt existieren.

  2. Ilana sagt:

    Es ist weniger so, dass die Sachen weg sind – sie scheinen nur nicht zu mir zu gehören. Es ist eher eine Art Dissoziation, wobei ich sie nicht so sehr als solche wahrnehme. Bei der Amnesie wären sie tatsächlich weg – das ist es nicht – aber eben so, als ginge mich das alles nichts an.

  3. LexX Noel sagt:

    So in etwa meinte ich das auch eher, nur habe ich es nicht richtig beschrieben, mal wieder. Das ist halt der Haken, wenn ich nicht ausreichend geschlafen habe, dann klappt das mit dem richtigen Ausdrücken irgendwie nicht so gut.

  4. Ilana sagt:

    Ist ja nicht weiter schlimm 🙂 – geht mir oft ähnlich.

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