Thera Nachtrag

Eine mail an den Thera und die Sache mit dem Mutismus ist geklärt – er ist da nicht ablehnend gegenüber, wird mich da auch unterstützen, das Problem lag wo anders und auch das ist jetzt geklärt (und ich bin froh, dass ich mich geirrt hab und auch dass ich ihn gleich angeschrieben hab).

Beruhigt mich grade sehr und ich bin froh, dass wir das geklärt haben und klären konnten. Denn dass er mitzieht bei den für mich wichtigen Sachen – ist mir schon sehr wichtig und wertvoll.

Geplant ist dass im Sommer da mal gezielt Diagnostik laufen wird – und zwar wenn er im Urlaub ist bei der Vertretung (der ist nicht so nah dran und damit „objektiver“ – außerdem liebt er es sich in Sachen einzulesen, was mein Thera eher gar nicht mag). Eine fachlich fundierte und „offizielle“ Diagnostik ist mir jedoch wichtig – das „Benennen“ können ist generell wichtig für mich und so geht es mir auch mit Diagnosen.

Gleichzeitig sind Diagnosen nicht generell wichtig – dazu wird es zu oft für „Schubladendenken“ missbraucht. Aber es steht im Raum und ich werde mich damit auseinandersetzen – das ist für mich der nächste Schritt, nachdem einfach zu viel für mich da zutrifft – es mit einem Fachmann zu besprechen und die nötige Diagnostik zu durchlaufen.

Da der nächste Fachmann zu weit weg ist (ca. 1 Stunde mit dem Auto) und damit für mich nicht erreichbar, wird jemand in der Ambulanz sich damit auseinandersetzen – und zwar so weit, dass eine Diagnostik dort dann angeboten werden kann (zumindest das soweit über diese Fachrichtung abgedeckt werden kann). Das ist erstmal der Plan, muss nur noch jemand gefunden werden (aber da ist schon einer im Auge und die Frage gestellt).

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4 Antworten auf Thera Nachtrag

  1. shekaina sagt:

    ich persönlich bin sehr gegen diagnosen, ich sage sogar, dass ich sie wirklich HASSE und als beleidigend und diskriminierend empfinde, ich finde, jeder mensch ist ein individum und man kann nicht eine schablone auf zig menschen schieben. vielleicht hilft dir die diagnose auch, dich selbst besser „einzuordnen“ – kennenzulernen?
    wünsch dir auf jeden fall eine gute nacht.

  2. Ilana sagt:

    Nein – das einordnen ist eher das was für mich dagegen spricht – dazu wurde ich auch zu oft in eine Schublade gesteckt (die oft genug auch nicht passten – und damit mehr Schaden angerichtet haben als sonst was).

    Mir geht es ums „benennen“ können – mein Vater hatte den MB zugegeben (sogar dem Jugendamt gegenüber) – aber es wurde immer nur als „etwas“ tituliert – es ist „etwas passiert oder so – auch vom Jugendamt wurde da nicht nachgefragt. Es wurde nie benannt und durfte nie benannt werden – auch wenn ich krank war – das was die Mutter verursacht war war ok, aber wenn wirklich mal was ernsteres war, wurde das vertuscht – deshalb ist das „benennen“ für mich so wichtig – sowohl in den damaligen MB-Situationen als auch sonst im Leben – ist das Benennen können für mich sehr wichtig.

    Aber das kollidiert eben gegen dieses Schubladendenken – ich bin da eher auch gegen Diagnosen. Bei meinen Theras weiß ich aber, dass die das ähnlich sehen – und die Mutismus-Diagnose könnte für mich sehr wichtig werden – weil ich ja wegen dem nichts sagen können oft Ärger mit den Ämtern habe bei Gutachten usw – da wurde mir ja schon mal die Betreuung verweigert weil das halt nicht geht.

    Dazu kommt, dass es zu sehr passt – und ich von „Selbstdiagnosen“ nichts halte – deshalb macht es auch nicht mein Thera, sondern die Vertretung – der hat mehr Distanz und wollte sich da sowieso informieren.

  3. shekaina sagt:

    ja, das verstehe ich, das ist sehr einleuchtend für mich. es ist schon mal gut, dass dein vater es „wenigstens“ zugegeben hat, da fällt die verunsicherung „er war es, er ware es nicht, es stimmt, es stimmt nicht“ schon mal weg. und ich verstehe, dass du es benennen willst.
    ich habe auch oft den wunsch, dinge beim namen zu nennen, nur eben bei diagnosen ist das gar nicht so.
    alles liebe

  4. Ilana sagt:

    Diagnosen sind für mich auch so zwiespältig – und wenn es für die Gutachten nicht wichtig wäre, würde ich das vermutlich nicht machen – denn in der Behandlung oder Therapie ändert es nichts – und für meinen Umgang damit auch nicht (da reicht das was ich jetzt schon weiß). Aber ich hab ja jedes Jahr auch das Theater mit den Gutachten, die für mich nicht möglich sind – und möchte das nur drin haben als Diagnose, wenn das dann auch wirklich zutrifft – dazu brauch ich eine entsprechende Diagnostik (weil ich auch nichts davon halte, das halt einfach reinzuschreiben wenn es hilft).

    Das Benennen – so paradox das auch klingt – ist mir mittlerweile wichtig, dass auch der Thera es benennt (was früher Trigger pur war)- für mich hat das Benennen auch was mit „ernst nehmen“ zu tun – das ist bei den Diagnosen nicht so – was ich schon so alles an Diagnosen bekommen habe (auch ohne dass es zutraf) – reicht da vollkommen.

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