Gewitter

Draußen blitzt und donnert es – so richtig heftig und laut, dass selbst ich Angst kriege – wo ich doch bei Gewitter sonst keine habe. Die Katzen haben sich auch schon längst im hintersten Winkel verkrochen.

Das Blitzen macht Einschlafen aber schwierig und so kommen die Erinnerungen.

Erst ein – oh wie schön, dass ich jetzt einen Laptop habe, da brauch ich bei Gewitter nicht mehr ausmachen (der Computer war – wohlgemerkt – aus) – brauch nur das Kabel zu ziehen (nachdem mir mal bei einem Stromausfall der Computer einging bin ich da vorsichtig geworden).

Und die Gedanken ziehen weiter:

Früher – wenn es gewitterte oder hagelte – haben wir uns (in Decken gehüllt) auf den Balkon gesetzt und dem Gewitter zugesehen – der Vater hatte daraus ein Ereignis gemacht, die Mutter mehr „mitgemacht“ – aber immerhin – so saßen wir dann da auf dem Balkon und schauten in das Blitzen und Donnern und Hageln – mit dem wohligen Schauer der Angst – kennt sicher jeder – diese „schöne“ Gruseln – weswegen man mit der Geisterbahn fährt oder Horrorfilme anschaut (wobei ich beides nicht kann – mir zu gruselig und beschert nur wochenlange Alpträume).

Heute ist es kein schönes „Gruseln“ – kein wohliger Angstschauer – sondern Unbehagen – es donnert, dass die Scheiben zu zittern scheinen und es blitzt, dass es trotz abgewandtem Blick (guck in die entgegengesetzte Richtung vom Fenster) in den Augen blendet.

Solch ein Unwetter hab ich selten erlebt.

Es scheint jetzt aber ruhiger zu werden – und so werde ich mich mit der schönen Erinnerung aus der Kindheit – wie wir alle auf dem Balkon sitzen und Gewitter gucken – ins Bett gehen.

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