Thera – Gespräch mit Fr. A.

Ein Gespräch mit einer der Ärztinnen in der Ambulanz, Fr. A. – die mein Thera wegen der Frage der „eigenen angepassten Realität der Mutter“ und meiner Angst das ich das auch übernommen habe, hinzugezogen hat.

Versuche das grade zu sortieren – hatte grade mit ihr gesprochen.

Erstmal erklärte sie, dass diese „eigene Realität“ der Mutter – dieses Wahrnehmen, aber auch das was sie dafür brauchte – dazu gehörten auch die vielen Arztbesuche usw – dass sie das nicht so bewusst machte – dass das mehr von der Biologie vorgegeben ist (die Wahrnehmung ist ja immer individuell „getrübt“ und da die, die sie wahrnimmt für sie zu schrecklich wäre, brauchte sie – um zu überleben – eine eigene, angepasste – was jedoch nicht bewusst abläuft, sondern eben in der Biologie verankert ist).

Sie beteuerte immer wieder, dass das keine „Lügengebilde“ sind, dass das nicht bewusst abläuft, und man gar nichts machen kann, weil das ein (Schutz-)Mechanismus ist, der nötig ist um zu überleben.

Als es dann um das Hintertürchen (Schuld dahin geben wo sie ist oder doch bei mir behalten)  ging – weswegen die Frage ja auftauchte – hat sie noch was gesagt, was ich wichtig fand/finde:

Als „Herdentier“ sind wir mit Sensoren ausgestattet in denen es darum geht, zu spüren wie es den anderen geht – eine Pferdeherde z.Bsp wird immer aufeinander achten, die Jungtiere in die Mitte – auch wenn dann ein erwachsenes Tier gefressen wird – es geht um ein spüren „was braucht der andere“.

Besonders Kinder nehmen das auch wahr und wenn sie merken, die Eltern brauchen etwas, werden sie alles tun um ihnen das zu geben: sie gebrauchte da ein Bild – als Kind wirst du versuchen den Eltern so viele Bohlen unter die Füße zu packen wie nur irgendwie möglich – denn wenn die Eltern sicheren Stand haben bieten sie auch für das Kind bessere Voraussetzungen.

Das zweite Bild war am Tisch – wenig zu Essen – die Eltern geben sich weniger auf den Teller – werden davon nicht satt – die Kinder sehen das und geben dann den Eltern das auf den Teller von dem sie glauben dass es für die Eltern gut ist – auch wenn sie selbst dann hungern.

Das läuft ganz automatisch – ist sozusagen in den Instinkten verankert.

Später haben sich die Zeiten geändert und auf dem Teller von mir liegt das Lieblingsgericht – doch ich kann es nicht essen – weil ich gar nicht auf meinem Platz bin – ich bin immer noch bei den Plätzen der Eltern/Geschwister.

Sie meinte, dass ich erstmal sozusagen die „idealen  Personen“ für die finden muss, für die ich Fürsorge trage (irgendwo in mir drin) – bevor ich sie für mich finden kann.

Wobei das Vorgehen dann so ist – zu schauen was ich brauche, gerne hätte und wenn ich das gefunden habe, aber nicht annehmen kann, zu fragen warum – und für wen ich da grad wieder Fürsorge trage.

Unsicher bin ich über das wie – sie meinte wichtig ist, nicht erst nur für die anderen zu gucken und dann für mich, weil das ja immer so war – aber wenn ich eben z.Bsp die idealen Eltern wahrnehme und das Bedürfniss klar ist – und es ums annehmen geht (da bin ich ja noch einen Schritt davor sozusagen) – und eben annehmen dann nicht geht – zu fragen – warum ich mir das jetzt versage – wer das „nötiger“ braucht – für wen ich da Fürsorge trage – wem geb ich da wieder was vom Essen ab – oder so ähnlich.

Außerdem sagte sie, dass es, da es ja nicht darum geht ob ich mir das alles einbilde, vormache, ausgedacht habe (was sie für sehr unwahrscheinlich hält 😉 ) – ja keine bewusste Entscheidung wäre, sondern eine aus der Not geborene, dass das nur passiert wenn eine sehr große Not dahinter steckt und das eben nicht steuerbar wäre – dass es aber dann darum geht das anzuschauen – dass man sich fragen muss, was ich davon hätte, wenn ich das so erzähle (dünnes Eis für mich).

Dass aber – sollte es doch so sein – es dann eben darum geht das aufzugreifen was da ist – und sie meint es ginge darum dieses Hintertürchen anzuschauen – warum es klemmt – wer hat da was davon usw.

Hoffe, das wichtigste hab ich richtig verstanden – es erschien mir alles sehr logisch und nachvollziehbar und hat mir – zumindest für den Moment – ein ganzen Stück mehr Sicherheit gegeben, dass es nicht nur „eingebildet, aufgebauscht, sonst was“ ist, sondern eben passiert ist – so wie ich es sehe/wahrgenommen habe.

Zur eigentlichen Thera schreib ich später noch etwas.

Dieser Beitrag wurde unter Leben, Psycho-Somatik, Therapie veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.