nächtens

Um halt drei wach werden, müde sein, aber nicht weiterschlafen können.

Das Gefühl unbedingt etwas aufschreiben zu müssen, etwas dokumentieren zu müssen, wo doch so etwas Wichtiges grade passiert.

Dabei nicht wissen was aufschreiben, dokumentieren oder so wichtig sein soll – weil eigentlich außer der Schlaflosigkeit grad nichts passiert.

Vielleicht etwas in mir drin, nicht greifbar, nicht fassbar – da passiert ja schon seit einiger Zeit ganz viel.

Auch das Gefühl sich alles von der Seele schreiben zu wollen – und auch hier: nicht wissen was – weil in diesen Momenten nichts da ist, nichts greifbar – noch nicht mal fühlbar – außer dem Drang es aufzuschreiben.

Vor dem weißen Blatt Papier oder der leeren Eingabemaske zu sitzen und sich zu fragen, was das jetzt soll.

Was mach ich hier? Was soll ich bitte schön schreiben? Was ist so wichtig? Wenn es so wichtig ist, warum zeigt es sich mir dann nicht?

Das Gefühl des „getrieben seins“ das langsam einer gewissen Wut weicht – wobei Wut vielleicht nicht der richtige Ausdruck ist.

Lasst mich doch alle in Ruhe! – schreien wollen, aber wer soll mich in Ruhe lassen? Was soll mich in Ruhe lassen?

Und doch lässt irgendetwas offensichtlich nicht in Ruhe.

Wissen – tief in mir drin – dass es alte Geister und Dämonen sind.

Und die Frage – ob sich die nicht zeigen können, weil sie fürchten sonst entlarvt zu werden oder weil sie eine unbändige Freude daran haben mich zu quälen – und diese Ungewissheit eine gewisse Vorfreude bei ihnen erzeugt – was teilweise funktioniert – denn irgendwo ist da auch die Angst vor dem: und was wird da kommen?

Ist es nur ein Tuscheln, wie ein paar Jugendliche, die etwas ausgeheckt haben und nun mit Schadenfreude warten bis ich in die Falle laufe?

Andererseits erreichen sie mit diesem Unfassbaren auch ihr Ziel – ich sitze hier und kann nicht schlafen – weiß nicht was los ist, nur dass irgendwas los ist.

In mir passiert etwas – was meist ja gut ist – doch diesmal hab ich keine Ahnung was, keine Ahnung in welche Richtung es geht – und das macht mir Angst.

Keine Kontrolle – und nicht genug Vertrauen um diese Kontrolle einfach so abgeben zu können.

Vielleicht ist es nur der Mond oder ich krieg meine Tage oder was auch immer – vielleicht passiert aber in mir grad auch eine grundlegende Veränderung – oder es gehen weitere Türen auf, zu oder beides.

Ein Satz der mir ständig durch den Kopf geht:

Was lange währt, wird endlich gut, was lange gärt wird endlich Wut!

Währt es grade oder gärt es?

Oder geht es grade um Wut? Da schreit erstmal fast alles nein – aber eben nur fast – irgendwo ist auch ein bisschen Wut – darauf, dass ich grad nicht schlafen kann.

Sonst nichts? Irgendwas war da doch gestern in der Thera Thema – mit der Wut …

Und doch kann ich sie nicht als solche spüren ….

Dürfte ich sie – für mich – überhaupt spüren?

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2 Antworten auf nächtens

  1. L. sagt:

    Hallihallo 😉

    Alles nur psychisch, wie gut ich den Satz doch kenne. Das mit dem Nachts wach werden, kenne ich ebenfalls. Das Gefühl, etwas stimmt nicht, etwas muss gemacht werden. Wut kommt auch mal, aber vorallem bin ich genervt. Besonders, wenn sich dann auch noch Panik ankündigt.

    Liebe Grüsse
    L.

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