kann nicht schlafen und Homöopathie-Grundsatz-Diskussionen

Heute Mittag las ich in einem Blog (weiß leider nicht mehr welchen, war beim von-Blog-zu-Blog-hüpfen) wieder mal das große Schimpfen auf die Homöopathie und dass das eh nur Placebowirkung ist und überhaupt nur Geldmacherei.

Bis vor 6 Jahren war ich der selben Meinung – bis ich selbst zu einem Homöopathen kam – ein Geschenk war’s und ich in einem katastrophalen Zustand.

Also Rundruf – und erschrocken wie viele Homöopathen da wirklich auf der „nur die Homöopathie ist das Richtige“-Schiene fahren. Selbst hatte ich da ja schon schlechte Erfahrungen mit gemacht – als ich einen Arzt suchte, der mir die Infusion mit den Antiepileptika anhängen sollte (da mit Tabletten kein ausreichender Spiegel aufbaubar war) – im Urlaub, als ich unsere Bewohner des Wohnhauses begleitete. Da meinte eine nämlich nur, nein die Infusion würde sie mir nicht anhängen können, aber ich solle am besten sowieso alle Medis absetzen und Arnika nehmen – dann wären die Anfälle sicher gleich weg. Ja – eh klar – ich war zu der Zeit zwar suizidal – aber so weit ging ich dann doch nicht.

Bis ich auf einen stieß, der drei Sachen sagte, die mir gefielen:

1. ich solle auf keinen Fall die Medikamente absetzen – es stimme zwar, dass die Homöopathie es dann etwas schwerer hätte, aber das Vorgehen wäre, das Erstgespräch zu führen, dann das Mittel zu nehmen und die Medikamente so zu reduzieren, wie man es auch ohne Homöopathie machen würde, wenn es einem besser geht, reduziert man das Medikament auf die Erhaltungsdosis – und wenn das bedeutet das man es ausschleichen kann – ist es auch gut.

2. er würde sich nur darauf einlassen, wenn das Hand in Hand mit der Schulmedizin läuft – was bedeutet, dass er darauf besteht, dass ich weiterhin in ärztlicher Behandlung bleibe, dort die Homöopathie nicht verschweige und eben wie schon bei 1. erwähnt – mit dem Arzt das so handhabe wie es auch ohne wäre – bei Verbesserung ein langsames Reduzieren der Medikamente. Aber auch, mit dem Arzt absprechen, dass keine Medikamentenänderung geplant ist – außer um eben auf Veränderungen zu reagieren.

3. er gibt eine Art „Garantie“: man zahlt die Erstanamnese und dann erst wieder etwas, wenn sich eine Verbesserung eingestellt hab – nach der Erstanamnese sind ca 2 Wochen in denen nichts passiert, weil er diese Zeit für die Auswertung braucht, dann bekomm ich einen Brief mit dem vorgeschlagenen Mittel (das auch beiliegt) – und der entsprechenden Dosierung – bis man eine Wirkung feststellt mind. wöchentlicher Kontakt – bei Verschlechterung sofortiger Kontakt – diese Kontakte sind wie eben oben gesagt kostenlos bis man eine deutliche Verbesserung wahrnehmen kann.

Und er ließ sich nicht schocken mit der Aussage, dass ich ja eh nicht an die Homöopathie glaube 🙂

Fakt ist, dass mir diese Kügelchen klar gemacht haben, was für eine Macht dahinterstehen kann, wenn das in den richtigen Händen liegt. Nicht umsonst dauert die Ausbildung zum klass. Homöopathen 3 Jahre.

Die Skepsis blieb lange, die ersten – sehr deutlichen Erfolge – schob ich auf äußere Umstände und Placebo – überzeugt haben mich erst Wochen später (und die erste Wirkung – sehr deutliche! – Wirkung war schon nach 2 Wochen da) die Notfallkügelchen – auf die er sich anfangs gar nicht einlassen wollte, aber da die Panikattacken damals so überhand nahmen, brauchte ich da etwas. Und ich habe diese Kügelchen sehr getestet (weil ich nicht an dem „hilft eh nichts“ rütteln wollte) – leider gewannen die Kügelchen.

Ich würde heute nicht mehr leben – ohne die Homöopathie – aber auch nicht ohne die Schulmedizin.

Die Schulmedizin hatte mich damals aufgegeben – und sie war dabei mich zugrunde zu richten – ich nahm schon mehr Medis gegen die Nebenwirkungen als gegen die Ursachen. Ich war absolut am Ende und die Ärzte wussten nicht mehr weiter.

Die Kombination von Schulmedizin und Homöopathie birgt unglaubliche Fähigkeiten – wenn man an den richtigen und ausgebildeten Homöopathen gerät.

Was mich immer mehr stört ist nicht, dass es immer noch viele Menschen gibt, die nicht daran glauben – grade aus dem medizinischen Bereichen – denn das kann ich gut verstehen.

Aber was mir echt sauer aufstößt ist, dass viele von ihnen schimpfen, dass die Leute die für Homöopathie sind ja nur diese gelten lassen und die Schulmedizin ganz ablehnen und das auch gefährlich ist (was ich auch so sehe!), selbst aber nicht besser sind – denn sie lassen nur die Schulmedizin gelten und alles mit Homöopathie ist Humbug weil nicht wissenschaftl. beweisbar.

Ich halte generell nichts von Extremen – weder die „nur Schulmedizin ist das wahre“ noch die „gib blos nur Kügelchen weil die bösen bösen Medikamenten sind ganz ungesund“-Seite finde ich gut.

Mein Arzt glaubte nicht an die Homöopathie (mein Thera überigens auch nicht) – doch beiden waren zumindest aufgeschlossen und bereit zusammenzuarbeiten. Für den Thera gilt heute „wer heilt hat recht“ – wobei heilen da nicht das richtige Wort ist – geheilt wurde ich nie.

Mein Homöopath hat von vorn herein mit offenen Karten gespielt und auch gesagt, dass es Grenzen gibt, dass es nur zusammen mit der Schulmedizin möglich ist und er bestand und besteht auch immer darauf, dass ich die Therapie weitermache (vor allem als es sich dann doch mehr auf den psychischen Bereich bezog). Er hat mir keine Wunder versprochen und auch keine Heilung – aber Besserung, Erleichterung – und das hat er gehalten.

Mir war irgendwann egal was half – Hauptsache es war besser.

Ich bin noch heute ein Verfechter gegen diese Selbstdiagnostik – ein Sturz also gleich ein Kügelchen von dem – und das Kind hat Fieber, also gleich jenes. Homöopathie gehört in Fachhände und die sind nicht so einfach zu finden, denn es gibt keine wirkliche Bezeichnung, die eindeutig auf eine gute und fundierte Ausbildung hinweist.

Ein Weg ist ganz klar nach einem klassischen Homöopathen zu suchen, der auch nur klassische Homöopathie macht – also keine Komplexmittel usw. Und dann muss man Fragen – nach der Ausbildung, nach seiner Haltung der Schulmedizin gegenüber, seinen Erfahrungen – und wenn einer nur Erfolge vorzuweisen hat oder was weiß ich verspricht: Finger weg!

Irritierend finde ich nach wie vor, dass grade viele Menschen aus dem schulmedizinischen Bereich schimpfen, dass die Homöopathieanhänger ja so gegen die Schulmedizin sind – aber selbst auch nur das Schwarz sehen was die Homöopathie angeht.

Es gibt Grauzonen – und ganz ehrlich – selbst wenn es nur die Placebowirkung ist die hilft (und das wage ich zu bezweifeln) – ist es nicht das wichtigste dass es überhaupt hilft? Und wenn man statt dem gegenseitig bekämpfen mehr auf ein Miteinander hinarbeiten würde – also nicht das typ. „wenn sie mit der Homöopathie anfangen wollen müssen sie erstmal alle Medis absetzen, sonst wirken die nicht“ – aber auch nicht das typische „na wenn sie meinen dass sie zu viel Geld haben gehen sie halt zum Homöopathen“ – sondern eben beides sehen – sowohl von den Homöopathen das drauf bestehen, dass die Schulmedizin ihren Wert hat und oft auch nötig ist – die Homöopathie ihre Grenzen hat und deshalb wichtig ist, dass ein Arzt „mitguckt“, als auch von den Ärzten eine Offenheit der Homöopathie gegenüber, die ihnen ja auch die Arbeit erleichtern könnte – und es gibt in der Schulmedizin Grenzen, an denen die Homöopathie vielleicht – als unterstützende und zusätzliche Maßnahme! – wieder Spielraum und Möglichkeiten schaffen kann.

Wenn es denn ein Miteinander gibt und nicht immer nur dieses „nur ich hab recht“ – das die Fronten nur noch mehr verhärtet, könnte von beiden Seiten das Beste genutzt werden – zum Wohle des Patienten – und dieser müsste sich nicht entscheiden, sondern kann beides nutzen.

Mir hat das das Leben gerettet – mehr als einmal!

Doch nur in der Kombination – jeder Extremismus in eine der beiden Richtungen halte ich für schädlich – auch wenn der in Richtung „nur Homöopathie“ sicher gefährlicher ist als der in Richtung „nur Schulmedizin“.

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