Nachwirkungen

Gestern Abend – kurz bevor ich zum Gebetskreis abgeholt wurde – merkte ich schon dass da in mir grad einiges passiert – ich war irgendwie traurig – so wie schon vormittags aber eher ohne „fühlen“ – mehr ein „ablesen“ von den Körperreaktionen.

Zu dem Zeitpunkt war derjenige, der mich abholen sollte, schon unterwegs zu mir, sonst hätte ich da gestern auch abgesagt.

Das Wegpacken ging dann aber ganz gut.

Schon im Gottesdienst war ich dann etwas wütend – er wurde von einem Jesuiten gehalten und auch wenn ich weiß, dass er durchaus die Opfer sieht, ging es im Gottesdienst dann doch mehr um die Kirche und darum, dass die Sache aufgeklärt wird – weg vom Schweigen, hin zum Offenlegen – schonungslos ehrlich – aber eben auch um den Fortbestand der Kirche und die Priester usw.

Es war ok – bis zum Ende des Gottesdienstes – da war nochmal eine Anbetung – und als die dann auch wieder „nur“ der Kirche galt – da merkte ich für mich, dass mich das auch wütend macht.

Tja und dann der Ausspruch im Gebetskreis – das war dann irgendwie der Rest – auch wenn ich in dem Moment nur im „funktionieren“ war.

Nach dem Gebetskreis bin ich dann auch wieder in alte Verhaltensweisen gefallen – und hab mir erstmal ein Döner geholt – und weil ich mich nicht entscheiden konnte, auch eine Falafel-Tasche dazu.

Schon im Laden merkte ich, dass ich da grad arg im destruktiven Verhalten festsitze – aber zu dem Zeitpunkt konnte ich da auch nicht wirklich was machen.

Als ich dann zu Hause war, wurde das nochmal deutlicher – aber dort gelang es mir dann wenigstens da auch ein Stopp zu setzen. Von daher gab’s den Döner als Abendessen und die Falafel-Tasche heute morgen kalt zum Frühstück.

Doch mir wurde auch klar, dass grade das Essverhalten in letzter Zeit schon wieder schwierig ist – das war schon sehr sehr lange kein Thema mehr. Ich bin zwar stark übergewichtig – doch das liegt nicht so sehr am Essen – ich hatte einige Zeit ziemlich viele Medikamente genommen und in der Zeit 30 Kilo im Jahr zugenommen. Davor war ich auch moppelig – und das kam sicher vom Essen und vor allem vom nicht bewegen – zur Zeit der Medis ging ja kaum noch was – weil ich schmerztechnisch kaum 10 Schritte laufen konnte.

Meine Ernährung ist sicher nicht super gesund, aber so im Gesamten auch nicht super fett. Zucker ist da schon eher ein Problem. Eine Stoffwechselstörung macht das Ganze noch komplizierter – das wurde dann mal in einer Klinik herausgefunden, die auch eine Station für Essstörungen hatte (auf der ich aber nicht war) – da erst mit ziemlich ungesundem Essen (eher Chips und Cola) ein Abnehmen da war und als das ganze dann „kontrolliert“ wurde und ich mit sehr niedriger Kalorienmenge und sehr gesundem Essen zunahm (worauf sie mir erstmal unterstellten, dass ich mich nicht an das Ausgemachte halte – was sie dann aber revidieren mussten, da selbst sie einsehen mussten, dass ich mir nichts „besorgen“ hätte können).

Irgendwann meinte mein Neurologe, dass ich da aussteigen soll und einfach das Essen worauf ich Lust habe – und wenn es die Sahnetorte ist, ist es die Sahnetorte (wobei die eher selten vorkommt, ich mag die nämlich nicht).

Da ich eh lieber Gemüse und vor allem Obst mag, war das auch kein Thema mehr – und siehe da, damit nahm ich nicht mehr zu – ich konnte das Gewicht halten – ohne Einschränkungen – und nahm sogar ab – wenn auch äußerst langsam.

Was dann schon ein Kampf war, gegen die Fressanfälle vorzugehen – doch auch das klappte zunehmend – und selbst die beeinflussten das Gewicht nicht mehr weiter – außer in Phasen, in denen das wieder sehr häufig vorkam.

Doch in den letzten 5 Jahren waren Fressanfälle kein Thema mehr – Gott sei Dank. Manchmal (so ein- bis zweimal im Jahr) rutsch ich noch ein bisschen rein – wie gestern, dass ich dann statt einer Mahlzeit zwei oder drei mache oder mitnehme – doch ich esse es dann nicht mehr – sondern am nächsten Tag oder so.

Was eher mal vorkommt ist das „Normale“ – dass man weniger drauf achtet was man ist, eher mal der Schokolade nachgibt und statt dem vorgenommenen einen Stück die ganze Tafel isst oder nicht recht kochen mag und deshalb mehr zu Pizza und Co greift.

Das denke ich kennt jeder. Die letzten 2 Wochen war das sicher so (und das für mich immer noch immer wieder erstaunliche – ich hab in den 2 Wochen nicht zugenommen – trotz eigentlich fast nur Ungesundes Zeug essen – und grade auch viel Schoko – die ich sonst gar nicht so mag).

Und es war auch klar ein Frustessen – nicht so sehr drauf achten ob man satt ist oder wirklich noch Hunger hat – usw.

Das Gestern war wieder einmal so eine Spitze – die auch klar macht, ich muss was tun, indem ich da wieder deutlicher drauf achte, mich wieder bewusster zu ernähren versuchen – nicht weil es schon ein Problem ist, aber weil ich weiß, dass es recht schnell wieder ein Problem werden kann.

Dazu habe ich zu hart dafür kämpft, damals aus diesem Mist rauszukommen – um es jetzt achtlos wegzuwerfen.

Doch ich bin auch sicher, dass ich das hinbekomme.

Es ist halt wieder etwas, was deutlich macht, dass ich mir die nötigen Auszeiten und Ruhe schaffen muss – da die Folgen sonst ein großes Problem werden könnten – ein Problem, das mir auch bekannt ist – und das ich wirklich nie wieder haben will.

Zur Zeit passiert halt grad ganz viel in mir – und dem muss ich Rechnung tragen.

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