Skillstraining II

Für mich waren die ersten Jahre des SkillsFertigkeitstrainings nur Qual. Die Hauptbegriffe waren schlicht Frust, Frust und nochmal Frust.

Ich hab mich wirklich bemüht, habe 2 Jahre lang – regelmäßig jeden Abend – mir Zeit dafür genommen – zwischen einer halben Stunde und 2 Stunden. Doch es war Qual. Viele Entspannungsübungen probiert, doch es ist mühsam sich hinzusetzen und eine Entspannungsübung zu machen, wenn man sich schon mit Widerwillen dranmacht. Irgendwann hab ich mir gesagt – Hauptsache ich nehm mir die Zeit – egal ob ich der CD zuhöre oder nicht – aber wenigstens die Zeit nehmen.

Das hatte immerhin den Vorteil, dass ich irgendwann nach einem guten halben Jahr merkte, dass ich etwas besser schlafe – weniger wegen der Entspannung, die mehr Anspannung war, sondern weil außer Musik- oder Entspannungscd keine Technik mehr lief.

Noch heute brauche ich 2 Stunden „technikfrei“ bevor ich zur Ruhe kommen kann um zu schlafen.

Natürlich klappten einzelne Versuche auch mal – für den Moment – doch im Großen und Ganzen ging es mir nur ums Durchhalten.

Ich musste mir jeden einzelen Skill jede einzelne Fähigkeit hart erarbeiten musste.

Doch das hat mir keiner gesagt – immer hieß es, ich soll was suchen, was mir gut tut und das dann so lange üben bis es auch in schwierigen Zeiten klappt. Das Üben ist notwendig, damit der Ablauf des Gut tuns sozusagen in Fleisch und Blut übergegangen ist, man nicht mehr überlegen muss, es quasi automatisch abläuft und man nur noch genießen kann.

Also soll man die Fertigkeit in guten Zeiten üben – immer und immer wieder und dann eben in schwierigeren Zeiten usw.

Was aber, wenn ich es schon in guten Zeiten nicht kann? Ich war überzeugt, dass ich da was falsch mache, weil ich nichts finde, das mir gut tat – und das ich dann üben konnte.

Keiner hat mir gesagt, dass ich mir das erarbeiten muss, dass ich auch in guten Zeiten nicht einfach irgendwas „finde“, sondern mir das hart erarbeiten muss.

Die Ansage der Therapeuten, da etwas zu finden und dann immer wieder zu üben – war für mich wie Hohn – ich fand ja nichts.

Erst Jahre später wurde mir klar, dass die wahrscheinlich sogar meinen, dass man sich das erarbeiten muss, aber keiner hat es gesagt.

Als ich den Thera darauf ansprach war er erst irritiert – und meinte dann: dass er das nie so gesehen hat, aber ich recht hätte – soweit hätte er nicht gedacht. Auch mein Hauptthera war da erstmal still.

Es war nur ein Missverständnis, doch hätten die damals gesagt: „sie müssen sich etwas erarbeiten – und dann das Erarbeitete so lange üben bis es auch in schlechten Zeiten klappt“ – dann wäre mir sehr viel Frust erspart geblieben.

Ich dachte – jeder findet was – nur ich nicht – ich muss mir den Mist erst erarbeiten – um ihn dann üben zu können – und fühlte mich als ewiger Versager.

Warum ist das nun so schwer für „uns Betroffene“?

Skillstraining Teil 1

Skillstraining Teil 3

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