wie geht es mir?

Gute Frage, nächste bitte.

Körperlich geht es zur Zeit ziemlich gut, die Schmerzen sind schon seit längerem echt gut aushaltbar – das darf gerne so bleiben (und noch lieber noch besser werden 🙂 ), auch kräftemäßig bin ich zufrieden – sofern ich mir genug Ruhe gönne, kann ich nicht klagen.

Psychisch geht es mir nicht schlecht, aber kräftemäßig bin ich da eher am Limit. Es ist sehr anstrengend und mühsam und es ist auch sehr schmerzhaft, es tut weh sich der Vergangenheit zu stellen. Überhaupt finde ich Gefühle sehr anstrengend (ist Anstrengung auch ein Gefühl oder eher eine Empfindung?). Ich spüre meine Grenzen – häufig – deutlich.

Doch gleichzeitig ist mir auch klar, dass ich auf dem richtigen Weg bin – ich habe Jahre darauf hingearbeitet und weiß, dass ich – nur für mich gesprochen! – nur so meiner Vergangenheit die Macht nehmen kann, die sie noch heute auf mein Leben hat.

So möglichst objektiv gesehen muss ich sagen, dass es mir recht gut geht – für die Umstände. Und das wiederum macht ein gutes Gefühl, denn es macht deutlich, dass ich mittlerweile wirklich stabil bin, dass ich die Traumaexposition wirklich ambulant machen kann, einen Therapeuten habe mit dem das auch geht und dass ich die Möglichkeit habe mir eben die nötige Ruhe auch zu geben -nicht nur zeitlich, sondern dass ich auch in der Lage bin, sie mir zu gönnen – sie mir zu nehmen und mir Gutes damit zu tun.

Fakt ist – es geht mir ganz gut solange ich mir genug Ruhe gönne – und leider ist auch Fakt, dass ich dazu einen weiteren freien Tag bräuchte. Ich komme hin – so grade so – doch wirklich Reserven auftanken, dazu fehlt ein zusätzlicher freier Tag.

Es fällt mir manchmal schwer diese Ruhe zu nehmen, ich weiß, wenn ich heute die Wäsche fertig hab, hab ich da auch Ruhe – und ich könnte es eh nicht so gut „nebenher“ machen, weil es dafür schon wieder zu anstrengend ist. Aber ich fürchte auch, dass ich mich da heute etwas drauf stürze, um mich nicht mit dem gestrigen Therapietermin auseinandersetzen zu müssen – durch den Trubel bin ich wieder in einem Aktivismus geraten und es fällt mir schwer den zu stoppen.

Die Wäsche ist da auch eine Art „Kompromiss“ (wenn auch eher ein fauler) – denn da ist immerhin immer eine Stunde dazwischen – in der ich auch wirklich nichts mache außer fernsehen und im Internet surfen oder schreiben.

Wie geht es mir also?

Ich denke für einen Außenstehenden, einem „Gesunden“ oder „Normalen“ – geht es mir ziemlich schlecht, weil ich sehr gut haushalten muss mit den Kräften und schon ständig mit meinen inneren Geistern und Dämonen kämpfen muss. Und diese Kämpfe kosten grade meine ganze Aufmerksamkeit – vielleicht nicht die Kämpfe allein, sondern auch die Regenerationsphasen die nötigen sind um die Kämpfe aufrecht erhalten zu können.

Für mich geht es mir nicht schlecht – sogar eher gut für die Umstände. Für mich bedeutet gut gehen eben auch dieses Gleichgewicht halten können zwischen Kämpfen und Erholungs– und Regenerationsphasen – um überhaupt weiterkämpfen zu können. Schön wäre wenn weniger Kämpfe und dafür auch ein Auftanken möglich wäre – doch ich kenne auch die anderen Zeiten – in denen ich nur noch mühsam auf die Kämpfe reagieren konnte und so die Geister erst manchesmal und dann immer häufiger die Oberhand gewannen, weiß noch wie es ist, jede einzelne Minute dafür zu kämpfen, wenigstens die nächsten 5 Minuten zu überleben – im wahrsten Sinne des Wortes.

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