Arztbesuche III – Hausarzt

So wie ich es hier beschrieben habe, suche ich mir nach Möglichkeit die Ärzte aus, die ich regelmäßiger brauche – das ist bei mir der Hausarzt und der Neurologe/Psychiater. Bei Ärzten die nur ab und an anfallen, suche ich natürlich nicht solange es nicht nötig ist – aber auch da melde ich nach Möglichkeit an, dass ich mehr Zeit brauche und es ein paar Schwierigkeiten gibt. Das hat sich z.Bsp beim Gynäkologen als sehr sinnvoll erwiesen.

Von daher werde ich hier nur auf Hausarzt und später noch auf Neurologe/Psychiater eingehen.

Ich habe mit meinem Hausarzt vor vielen Jahren eine Absprache getroffen: grade weil ich das in dissoziativen Zuständen oft nicht so sagen kann oder auch die Körperwahrnehmung sehr gestört sein kann gibt es sozusagen die Richtlinie, dass wenn ein Gelenk geschwollen oder bewegungseingeschränkt ist – oder auch nur blau – dann sollte das sicherheitshalber ein Arzt ansehen.

Hintergrund dazu ist, dass ich ihn mal angerufen hab weil es mir nicht so gut ging – auf Nachfragen versichert habe, dass es nicht eilt (den Arzthelferinnen gegenüber), dass es aber ganz gut wäre, wenn ich irgendwann mit dem Dok spreche und dass ich es eben grade nicht schaffe in die Praxis zu kommen. Es ginge aber nur um Husten und so.

Da sehr viel los war kam der Arzt dann erst am abend vorbei und hat mich dann sofort ins Krankenhaus gebracht – Lungenentzündung mit bereits doch ausgeprägter Atemnot.

Von da an gab es an die Damen vorne die Anweisung, sehr viel genauer nachzufragen und im Zweifelsfall auch durchzustellen – Ausnahme war nur, wenn ich nur ein Rezept wollte.

Das war noch in der „Anfangszeit“ – mittlerweile ist das alles nicht mehr so dramatisch – allerdings ist es heute noch so, dass er davon ausgeht, ich sterbe gleich, wenn ich mich bei ihm melde – weil ich das eben immer erst dann mache.

Wir haben so manche Kämpfe ausgefochten, weil ich eh immer alles auf die Psyche schob und daher Erkrankungen nicht ernst nahm – überhaupt nahm ich meinen Körper nicht ernst. Nach Schmerzen konnte ich nicht gehen – da ich die meiste Zeit dissoziiert war (so gab es auch den Fall dass ich von Brandwunde an der Hand sprach – in einer Art die auf ein kleines Brandbläschen schließen lies – und es in Wirklichkeit eine Verbrühung des gesamten Unterarms war (ein epileptischer Anfall beim Nudelkochen).

Meine Schmerzwahrnehmung war damals mehr als nur gestört – sie war schlicht nicht aussagekräftig.

Heute ist es anders – wenn es nicht um ein Verdrehen des Knies geht – denn da kippt es gerne noch in die Ecke, dass sich alles verdreht und ich in irgendwelchen alten Filmen bin.

Mein Hausarzt war immer eher einer, der gerne die Psycho-Ecke hervorholte und musste bei mir feststellen, dass er da gewaltig umdenken musste.

Die letzten Jahre ist es ruhiger geworden – ich seh ihn kaum – einmal im Jahr höchstens, wenn was ist telefonieren wir und die letzten Jahre vertraute er auch darauf (zu Recht) – dass ich da mittlerweile ein Gespür für entwickelt habe und Dinge nicht mehr runterspiele.

Er weiß aber auch, dass eben ein „normales“ Untersuchen nicht möglich ist (was so manches mal zum Problem wird). Wir haben da einen guten Umgang miteinander gefunden – ich kann mich auf manche Untersuchungen einlassen, weil ich weiß, er wägt da auch genau ab und packt in das für und wider auch die Konsequenzen für mich rein.

Grade das Gefühl, dass er mich da auch ernst nimmt, hilft Vertrauen aufzubauen und sich dann auch auf mehr einlassen zu können – da er eben auch auf die Probleme die auftreten Rücksicht nimmt und nach Wegen sucht es so komplikationslos wie möglich zu gestalten – das sind oft Kleinigkeiten – wie eben beim Röntgen ein Shirt anlassen oder beim EKG mit BH und Bluse usw.

Wenn beide bereit sind da einen Weg zu finden, lässt er sich meistens auch finden.

Leider ist es nach meinem Umzug so, dass ich es kaum schaffe dort hin zu fahren – bisher hatte ich das Glück, dass nichts dramatisches war, so dass wir alles nötige per Telefon regeln konnten, doch ein Magen-Darm-Infekt dieses Jahr machte deutlich, dass das nicht immer so geht und ich deshalb dringend einen Hausarzt suchen sollte – Betonung auf sollte. Denn bisher hab ich mich dazu nicht aufraffen können.

Dieser Beitrag wurde unter Psycho-Somatik, Therapie veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.