gefrustet II

Ja – woran happert es.

Am eingestehen und zugestehen.

Ich würde gerne mehr machen, würde gerne aktiver sein, mehr an meinem Projekt arbeiten, würde mich gern häufiger mit Freunden treffen oder häufiger in die Tischlerei gehen (zumindest einen 2. Vormittag).

Ich würde gerne ein zweites Mal Schwimmen die Woche schaffen (wobei das erstmal nur auf Feber verschoben wurde), weil ja Nordic Walking wegfällt und ein zweites Mal Sport für mich wichtig ist und mir auch fehlt (und auch wenn Physio sehr anstrengend ist – zählt das für mich nicht – ist zwar auch Sport – aber da geht es nicht um Ausdauer und auspowern).

Aber ich würde auch gerne wieder mehr mit Musik machen, gezielte Zeit fürs Singen (so richtig – mit einsingen und an best. Stücken arbeiten) oder etwas lernen – mich mit einem Thema beschäftigen, das mir fremd ist, mich da einlesen und informieren.

Oder schlicht mit dem Weltgeschehen auseinander setzen – denn das blend ich zur Zeit ja völlig aus -Nachrichten hab ich schon letzte Woche gestrichen, weil ich das grad einfach nicht mehr kann.

Auch die yahoogroup, die ich mit I. leite – da mehr tun, es stehen einige Themen aus, zu denen noch etwas geschrieben werden sollte – so allgemein – doch ich schaff es einfach nicht. Diese Woche macht I. sie noch – dann bin eh erstmal ich wieder dran.

Aber auch zu Hause – dich Sachen aus der Kommode sollten in den Schrank geräumt werden, damit die Kommode sozusagen die „Kruschtecke“ wird – und so finden sich noch einige Ecken in der Wohnung, die gerne Aufmerksamkeit hätten – auch wenn es im Großen ok ist wie es zur Zeit aussieht.

Oder einfach nur mal über das Fernsehprogramm am Tag lästern (dazu muß man erstmal sehen was da so alles läuft).

Es fällt mir schwer mir ein- und zuzugestehen, dass ich zwar viel zu Hause bin, aber in mir eben so viel arbeitet, dass ich mehr Ruhezeiten brauche als ich mir zur Zeit nehme und gönne.

Dieses „in mir“ – da happert es – denn das sieht keiner, das kann man nicht erklären, das bringt keinen sofort sichtbaren „Erfolg“ – nichts „vorzeigbares“.

Und da arbeiten wieder Geister – wie oft hat mir meine Mutter gesagt, dass ich ja nur faul sei – ich ging zur Schule und hatte 5 Jobs, arbeitete 19 – 20 Stunden am Tag – aber das war ja „faul“.

Diese Angst davor „faul“ zu sein hatte zur Folge dass ich schon mit 16 der typische Workaholic war – von Termin zu Termin geflüchtet, immer nur gemacht und getan. Egal was ich gemacht hab – nichts hat gereicht – immer war es zu wenig.

Vom Kopf her weiß ich, dass die Traumabearbeitung und –exposition Arbeit ist, der Körper merkt es, denn der kommt kaum zur Ruhe, doch gefühlsmäßig rutsche ich grade wieder in dieses „sei nicht so faul“, ins „ist immer zu wenig“.

Nur dass es diesmal die Stimmen in mir sind, die mir das vorwerfen – und sich darauf stützen, dass es ja so viele Dinge gibt, die ich gerne machen würde – und es nicht schaffe.

Und jetzt soll ich noch weiter zurückschrauben? Das frustet mich grad gewaltig und hinterlässt ein Gefühl von:

Ich hab es einfach satt! Ich will funktionieren, will arbeiten, will aktiv sein, nicht ständig und so vielseitig eingeschränkt! Und ich will weg von dem ständigen „ich“ – ohne mich dabei zu vergessen und überfordern – genug Kraft und Energie überhaben um mich um anderen kümmern und für andere da sein zu können.

Vielleicht bin ich auch einfach nur unausgeschlafen oder es ist mal wieder Zeit fürs PMS (das weiß ich dann in ein paar Tagen).

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