Fallangst neuer Stand

Knie ist in Ordnung (schon Ende letzter Woche), in der Wohnung lauf ich barfuß oder in Socken rum, denn Hausschuhe und ABS-Socken sind mir zu „rutschig“ (ob das nun Einbildung ist oder tatsächlich so auf Laminat – keine Ahnung) – aber so geht es in der Wohnung mittlerweile wieder ganz gut – auch ohne Angst (ausschlaggebend war übrigens ein nächtliches Verdrehen, das mich zwar aufschrecken ließ, aber auch deutlich machte: Knie ist wieder ok – denn außer einem kurzen Verhaken war nichts).

Draußen sieht das ganz anders aus – auf festgetretenem oder festen Boden geht es – mit Spikes – aber immerhin. Wir haben hier leider auch ein paar Meter mit viel Schnee – so diesem in sich nicht Halt gebenden und weichem Schnee, der noch kein Matsch ist, aber die Füße wegrutschen lässt (eben weil der Schnee nachgibt) – das ist große Katastrophe – mit Schuh- und Krückenspikes und sehr sehr sehr viel Angst.

Ohne Spikes geht draußen gar nichts und auch ein großes Problem sind die Böden in Läden – denn die sind naß und für Spikes nicht geeignet – ganz und gar nicht lustig kann ich da nur sagen.

Wenn ich nach Hause komme ist es immer noch so, dass ich vor der Tür die Schuhe (mittlerweile samt Spikes, weil ich mir gar nicht mehr die Mühe mache die von den Schuhen abzumachen) ausziehe und dann drinnen auf eine Zeitung stelle – und dann mit kalten Füßen in die Wohnung zu laufen (wie gesagt – mit Socken rutscht man auf Nässe nicht so schnell).

Ich fürchte diese Angst wird mich auch noch eine Weile begleiten und im Moment hab ich auch keine Kapazitäten frei um daran zu arbeiten (und würde dann wohl eher mit den Hausschuhen anfangen – wobei die rutschen wirklich – sind so Hüttenschuhe ohne Ledersohle, sondern ABS-Socken-Stil, gab es kürzlich bei L.dl – mal sehen ob ich so Ledersohlen irgendwo bekomme um sie drannähen zu können).

Draußen hab ich bis Freitag immer noch das Knie zusätzlich bandagiert – das gab mir ein ganzes Stück Sicherheit, heute werde ich den ersten Versuch wagen, das ohne zu machen (und streite noch mit mir ob ich die Bandagen sicherheitshalber mitnehmen soll).

Die Wut nimmt zu – auf mich, auf die Angst, dass sie mich so im Griff hat und seit das Knie wieder ganz das alte ist – wird das noch mehr.

Dieses Wissen, dass ich da in einem alten Film ist, dass die Angst nichts mit der Realität zu tun hat, dass ich da völlig überzogen reagiere – und gleichzeitig zu merken, dass ich das schon weiß, mir das voll bewusst ist – und ich es dennoch nicht geregelt bekomme.

Dieses Gefühl, dass da irgendetwas von einem Besitz ergriffen hat und man hat keine Chance dagegen – außer dass man ununterbrochen ankämpft – jede Minute, jede Sekunde – damit es nicht noch mehr Macht gewinnt.

Dabei übersehe ich das Erreichte – es ist jetzt gut eine Woche her und ich überlege nicht mehr deshalb zu Hause zu bleiben, sondern gehe raus, kann mich in der Wohnung (mit kleinen Einschränkungen wie eben keine Hausschuhe oder Schuhe) gut bewegen, hab da auch keine Angst mehr – das war vor ein paar Tagen noch anders, da war jeder einzelne Schritt mit Angst gekoppelt), daß ich es geschafft habe mich davon nicht in der Wohnung einsperren zu lassen, sondern den Ängsten trotzen konnte und eben meine Termine wahrgenommen hab.

Ich war auch einkaufen – trotz der nassen Eingangsbereiche usw.

Doch all das ist nichts wert – weil ich wieder mal zu ungeduldig bin und wohl lieber über mich selbst ärger. Grummel.

Dabei ist Fakt: es wird besser, ich hab alle Vorgaben und Vorhaben erreicht (zumindest die realistisch gesteckten Ziele) – hab mir 2 Wochen gegeben, die noch nicht um sind – um in etwa das zu erreichen, was ich aktuell geschafft hab (naja – ich geb zu – es ist noch eher wackelig geschafft, aber ich hab ja noch ein paar Tage um das zu festigen).

Mittwoch wird es den nächsten großen Schritt geben: Phyiso: ob ich mich auf die Weichbodenmatte oder gar das Trampolin traue – im Moment dreht sich mir allein beim Gedanken der Magen um und ich hab Mühe zu atmen. Anvisiert war es noch nichtmal für diesen Mittwoch, sondern für nächsten – doch wir hätten diesen Mittwoch die Möglichkeit (und es ist unklar ob die Woche drauf auch diese Möglichkeit besteht).

Aktuell sollte ich wohl an der Wut arbeiten, denn die ist nicht grad hilfreich.

Die Angst ist da, sei begleitet mich nun schon mein Leben lang, die Fallangst auch schon gut 10 Jahre (mal überlegen – sind sogar 12 oder 13 jetzt). Unzählige Male musste ich wegen Verletzungen von vorne anfangen – dabei wurde immer deutlicher wie ich dabei vorgehen sollte um möglichst schnellen aber eben auch stabilen Erfolg zu haben.

Heute arbeite ich da viel verbissener dran als früher – einfach weil ich mehr Kraft habe und nicht sowieso in einer Situation war, wo die Angst und die Verzweiflung Überhand nahmen und es nur noch ums blanke Überleben ging – da ist so eine popelige zusätzliche Panik oder Angst nämlich echt unwichtig.

Aber ich habe heute auch viel weniger Geduld mit mir – vielleicht weil es mich einfach auch mehr einschränkt. Wenn man eh nur wie gelähmt in der Ecke sitzt und man sich versteckt und verkriecht – hat Rausgehen und etwas unternehmen oder gar sich etwas Gutes zu tun natürlich keine Priorität – ist noch nicht mal verlockend.

Von daher sollte ich mich freuen, zeigt es doch, dass ich auf dem richtigen Weg bin.

Dieser Beitrag wurde unter Erinnerungen, Grenzen, kleine Schritte, Psycho-Somatik veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.