die Katze will auch was sagen

Damit es hier aktuell nicht nur „schwere“ Themen gibt, gebe ich nach langem Drängeln nach und lass mal meine Katze hier mal zu Wort kommen:

Darf ich vorstellen: meine Nervensäge Stolperfalle Nr 1 supertapfere Tigerkatze!

Jetzt wohne ich nun schon seit neun Jahren bei meiner Dosine. Und jeden Tag spielt sich das selbe Drama ab. In der Wohnung lebt nämlich ein ganz fieses und böses Monster – eine Schlange. Die ist im Badezimmer und wohnt in einem Glaskasten.

Feige ist dieses Ungeheuer auch noch. Sie greift immer nur Schwächere an – vor mir hat die ja einen Riesenrespekt, ich hab ihr aber auch von Anfang an klar gemacht, daß sie bei mir nichts zu melden hat, hab sie gleich in ihre Schranken verwiesen und sie im Kampf mal schwer verletzt.

Jetzt hat sie so Angst vor mir, daß sie immer nur daliegt, ganz scheinheilig – als könne sie keiner Fliege etwas zu leide tun.

Aber leider greift diese böse Schlange immer meine Dosine an. Jeden Tag – immer und immer wieder. Das läuft dann in etwa folgendermaßen ab:

Meine Dosine geht ins Bad und verteilt erstmal ihre Klamotten quer im Bad (leider hebt sie sie später wieder auf – dabei wären das soooooooo tolle Kuschelplätze). Dann geht sie in diesen Glaskasten und macht den auch noch zu!

Dann geht der Kampf auch schon los. Die böse Schlange greift meine arme Dosine an. Wisst ihr, ich mag meine Dosine wirklich gerne und es tut mir im Herzen weh, wenn ich jeden Tag miterlebe, wie sie da um ihr Leben kämpfen muß. Die Schlange fängt nämlich plötzlich zu spucken an – sie speit Unmengen von Wasser! aus – keine Ahnung wo sie das hernimmt – es scheint nie alle zu sein. Dabei ist sie so grausam – sie kennt da kein Erbarmen und spuckt und spuckt und speit und speit und meine Dosine hat gar keine Chance zu entkommen.

Ich sitze dann immer vor dem Glaskasten und alles was ich tun kann ist meiner Dosine zu zeigen, dass ich da bin. Also rede und rufe ich ununterbrochen, sage ihr dass ich da bin, dass alles bald vorbei ist und dass ich ihr gerne helfen würde. Natürlich gebe ich ihr auch Tipps wie: hau ihr auf die Nase, beiß ihr in den Kopf usw. – und was macht die Dosine? – Sie beruhigt mich – ist sie nicht herzallerliebst? Sie ist es doch die Hilfe bräuchte.

Also rufe und schreie ich aus Leibeskräften.

Manchmal entsteht so eine Art Kampfpause – und jedesmal hoffe ich, dass dieses mal meine Dosine den Kampf gewonnen hat – aber in den ganzen 9 Jahren hast sie nicht einen Kampf gewonnen – nicht ein einziges Mal!

Jedesmal kommt sie dann ganz nass wie ein begossener Pudel aus dem Glaskasten – sie tut mir dann so leid.

Also versuche ich sie gleich zu trösten und kontrolliere dabei auch gleich ob sie verletzt ist. Naja und das einzige was ich dann für sie tun kann, ist ihr dabei zu helfen das Wasser loszuwerden – ich streiche ihr also durch die Füße und helfe auch mit meiner Zunge so gut es halt geht.

Meine Dosine grummelt immer nach so einem Kampf – und stolpert und murmelt was von „Fellstolperstein“ usw. Weiß aber nicht was das bedeutet – sie muß damit die Schlange meinen – aber die hat doch gar kein Fell.

Na Egal. Dass sie stolpert ist ja klar – sie muß ja ganz müde sein von dem Kampf mit der fiesen Schlange und das sie grummelt ist auch klar – muß sehr deprimierend sein Tag für Tag den Kampf gegen dieses Monster zu verlieren.

Um sie wieder aufzumuntern verstärke ich natürlich meine Bemühungen und setze Fell und Zunge noch mehr ein, kletter an ihr hoch und streife weiter zwischen ihren Füßen herum – dennoch dauert es immer bis sich die Dosine wieder beruhigt hat.

Ich weiche ihr natürlich keine Sekunde von der Seite – bis ich sicher bin, dass es ihr wieder gut geht.

Dann kuschel ich mich meist mit ihr in der Hängematte zusammen, denn vom vielen rufen und schreien und abtrocknen bin ich dann auch ganz müde.

Wenn ich merke, dass die Dosine wieder in den Glaskasten will, dann dränge ich mich ja schon mit rein – aber sie wirft mich raus – oft sogar noch ganz aus dem Badezimmer! Natürlich kratze ich dann an der Tür und schreie nur noch lauter – damit sie weiß, dass ich da bin.

Ich weiß ja dass sie das nur macht, weil sie glaubt mich schützen zu müssen, aber warum will sie nicht verstehen, dass ich sie vor diesem wasserspeienden Ungeheuer beschützen kann? Und was ich auch nicht verstehe ist – warum tut sie sich das an? Warum läßt sie sich Tag für Tag auf diesen Kampf ein? Sehr clever kann sie ja nicht sein – aber so sind Menschen wohl nun mal. Sind halt eigenartige Wesen.

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