dies und das und Traumatherapie

Olivenöl ist ausgespült und die Haare trocknen so vor sich hin.

Das Ok des Nachbarn für die Funkklingel hab ich nun auch.

Der Laptop des Theras macht deutlich: uns fehlt der Schlüssel – ansonsten läuft das Programm aber (und wenn wir je den Schlüssel kriegen – wie krieg ich diese entschlüsselte Datei auf einen anderen Computer – denn die USB-Sticks laufen nicht unter 98).

Kann man Sachertorte nach 3 Tagen noch essen (wurde Mo Abend aufgetaut und liegt seitdem hier in Plastikdose rum)

Ich mach mir Gedanken wegen morgen – die nächste Traumaexposition steht an. Was mir dabei durch den Kopf geht ist, dass ich diesmal nicht so genau weiß um was es mir dabei geht: entweder um diese eine Situation, die ständig da ist und doch nicht greifbar oder um den gefühlsmäßigen Bezug – auch zu dem Kind von damals.

Im Endeffekt wird sich das morgen schon zeigen – ich finde nur keinen rechten „Einstieg“ – also weiß nicht recht wie wir anfangen könnten.

Auch das wird sich morgen dann schon zeigen – doch ich als alter Kontrollfreak wüsste das halt schon zu gerne schon heute.

Traumaexposition macht mir immer Angst – wäre auch eigenartig wenn nicht, denk ich – denn wer rührt schon gerne in schlimmen Dingen rum. Diesmal ist es mehr – was – wie ich sehr wohl weiß – an der Pause von 3 Wochen liegt, die seit dem letzten Mal vergangen ist.

Denn durch die Regelmäßigkeit davor, war ich einfach drin – und das bin ich jetzt nicht mehr – ich muss erst wieder einen Einstieg finden.

Da ist einerseits die Angst vor dem was hochkommt, aber auch davor, dass diese Abspaltung zu groß ist. Ich hab mich in Theorie geflüchtet und das war letzte Woche gut. Aber es ist eben auch die Angst, dass ich da keinen Einstieg finde.

Eigentlich idiotisch – denn ich weiß ja nun wirklich (aus reichlich Erfahrung) – das das selten ein Problem ist – wenn sich kein Einstieg von selbst ergibt (was selten genug ist), haben der Therapeut und ich da schon ein paar auf Lager die auf jeden Fall funktionieren.

Beim letzten Termin war es aber eben auch so, dass ich nicht hinschauen wollte, es war kein „nicht können“ – sondern ich hatte Angst und wollte das alles einfach nicht sehen. Das hab ich mir sehr lange vorgeworfen, auch wenn ich weiß, dass ich da alle Zeit der Welt habe und niemand mich drängt.

Vielleicht ist es also nur die Angst dass ich wieder nicht hinschaue, dass ich wieder kneife.

Denn was ganz klar ist: es geht nicht um ein „zuviel“ oder so – auch nicht um die Angst, dass ich damit nicht klar käme. Denn diese Angst ist nicht da – gar nicht.

Ich weiß, dass meine Stabilisierungsfähigkeiten da sind – und zwar mehr als ausreichend, ich weiß auch, dass ich der Thera mich da nicht hängen läßt – also selbst wenn was unvorhergesehenes passiert, kann der mich auf jeden Fall rausholen, sollte ich das alleine nicht schaffen.

Von daher ist wirklich gar keine Angst da, dass ich mit dem Ergebnis nicht umgehen könne, es zu viel wäre.

Das ist auch der Grund für die „Vorwürfe“ – weil es eben kein Schutz ist, sondern einfach ein kneifen.

Das klingt jetzt vielleicht härter als es ist – ich versinke da nicht in Schuldgefühlen oder so. Mir ist auch klar, dass das mit dem letzten Termin vor Weihnachten vielleicht sogar gut so war.

Ich hab dennoch Angst, dass mir dann in diesem Moment wieder der Mut fehlt – denn ich WILL hinschauen, ich WILL mich damit auseinandersetzen und ich weiß ich KANN es auch. Dieses „will“ ist völlig ohne „muß“ – es ist einfach ein wirklich wollen.

Nur dann in dieser Situation, in diesem entscheidenden Moment – gewinnt oft mal die Angst.

Auch da weiß ich, dass der Thera hinter mir steht und mich unterstützt – ich muß mich dem nicht alleine stellen (das könnte ich glaub ich auch nicht).

So paradox das klingt – aber wenn ich e s dann geschafft hab, fühl ich mich besser – egal wie schlimm das war was ich dabei „gesehen“ hab, erlebt hab – es gibt mir das Gefühl da wieder selbst zu agieren und nicht von der Angst und dem was passiert ist – fremdbestimmt zu werden.

Ich will mich damit auseinandersetzen, weil ich weiß, dass ich nur so die Auswirkungen verändern kann. Das hab ich nun wiederholt und oft erlebt und das ist ein gutes Gefühl. Nur so kann ich dahin kommen, dass meine Vergangenheit nicht mehr mein heutiges Denken und Handeln bestimmt.

Dem ganzen alten Mist – ich will dem nicht mehr so viel Macht einräumen – doch das erreiche ich nur, wenn ich mich dem ganzen auch stelle.

Die Vorraussetzungen dafür sind da – ich bin in Sicherheit, habe fest verankerte Skills, die so automatisiert ablaufen, dass ich mich dazu nicht überwinden muss oder ähnliches, ich hab einen Therapeuten dem ich diesbezüglich absolut vertraue, der mich damit nicht allein lässt und ganz egal was passiert, kein Problem haben wird, mich da wieder rauszuholen wenn ich das alleine nicht schaffen sollte (was eh schon unwahrscheinlich ist), ich hab die Möglichkeit mich danach auf mich zu konzentrieren, muss nicht „funktionieren“, arbeiten oder für jemanden sorgen und ich fühle mich sicher und stabil – so dass ich keine Sorge habe, dass mich das was ich da sehe und erlebe umhauen wird.

Und trotzdem ist da dieser kleine Mann im Ohr, der stetig versucht Zweifel, Angst und Sorge zu sähen.

Kleiner Mistkerl – dich werd ich auch noch los!

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