Weihnachtsgeschenk

Wenn ich so merke, dass trotz schlafloser Nacht (ok es gab knapp 3 Stunden in halb Stunden Schritten), einer Hand, die gar nicht mehr will und einem Knie, das auch immer noch nicht will (aber ich bild mir ein es ist nicht mehr so dick wie es war), kräftemäßig körperlich eher am Limit (war etwas viel gestern und heute) und auch in der Therapie geht es grade ans „Eingemachte“ – ja und wenn ich dann merke, dass ich trotzdem in der Hängematte sitze und mich einfach nur wohl fühle – ja dann bedeutet das für mich – ich bin zufrieden.

So blöd das klingt, denn natürlich sind Schmerzen nicht schön (aber damit leb ich nun ja schon viele viele Jahre, schmerzfreie Minute gab’s schon seit 7 Jahren nicht mehr), klar belastet mich auch die Vergangenheit und es ist ganz und gar nicht schön sich mit diesen Situationen zu beschäftigen, auch klar ist es nicht schön, dass ich grad keine körperlichen Kräfte mehr über hab.

Aber wenn ich dann merke, dass es im Alltag auch noch die Momente gibt, in denen ich mich einfach wohl fühle, die ich einfach nur genieße und in denen all das Negative – einfach so nebensächlich ist – dann freut mich das sehr.

Denn es zeigt mir, dass ich sehr viel erreicht habe, dass mich eben nicht mehr alles gleich aus der Bahn wirft und auch, dass es neben den Problemen mittlerweile auch ganz automatisch die schönen Momente gibt – spürbar – fühlbar.

Schöne Momente, die Kraft geben, die das Leben so wunderbar machen und so lebenswert.

Ich lebe gerne, ich genieße das Leben auch – grade in solchen Momenten.

Und für mich ist das so ein wunderbares Weihnachtsgeschenk – denn mir ist wirklich zum ersten Mal grade so klar geworden, dass ich wirklich gerne lebe.

Das ist für mich eher neu – bis vor gut einem Jahr (Oktober 2008) ging es immer nur ums überleben und auch wenn da dann schon die Suizidalität sich in Grenzen hielt, war ich doch viele Jahre (eigentlich immer) latent suizidal. Ich hasste mich, ich hasste mein Leben, ich war damit auch überfordert und wollte nicht – fühlte mich auch nur als Belastung für alle und es interessiert eh keinen wie es mir geht usw.

Erst im letzten Jahr hat sich das geändert – seit dem Umzug war Suizidalität kein Thema mehr (die letzten 2 Jahre davor, war es auch nur noch Thema wenn es eben um die Wohnsituation ging).

Doch die Feststellung: ich lebe gerne! – die ist neu für mich – klar gab es da sicher auch mal den einen oder anderen Moment, in dem das galt. Doch so generell eher nicht.

Vorhin war er da – dieser Gedanke – und ich merkte, dass er nicht nur für diesen Moment gilt – sondern wirklich für mein Leben und es eher kurze Momente sind, in denen das mal nicht gilt. Dieses Bewußtwerden – ich kann das gar nicht beschreiben, was das bedeutet.

Doch jetzt ist es so – keine Ahnung wann es angefangen hat – das ist auch egal – es ist ein tolles Gefühl und bedeutet mir grade sehr viel.

Und es hat was ganz besonderes für mich zu sagen:

Ich lebe gerne!

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