eine Entscheidung ist gefallen

Das klärende Gespräch mit dem aktuellen Betreuer war ok, machte aber auch deutlich, dass wir tatsächlich keine gemeinsame Wellenlänge haben. Wir leben auf zwei völlig unterschiedlichen Planeten und er möchte in „mein“ Leben (meine Realität) nicht einsteigen, sondern aus „seinem“ Leben oder seiner Realität heraus dafür sorgen oder mir helfen, dass es „mir gut geht“. Zumindest sagt er das so.

Das funktioniert nicht – er kann mir nichts überstülpen und muss mich da abholen wo ich stehe – und das ist nun mal bei mir.

Dazu kommt, dass ich mit diesen 2 Leben/Realitäten nicht klar käme – das erinnert zu sehr an meine Mutter, außerdem sagt er damit, dass meine Realität falsch ist – sie mag nicht normal sein, doch falsch ist sie nicht. Und ich wehre mich dagegen, dass mir jemand anderer eine Realität überstülpen will, die derjenige für richtig hält.

Es ist mein Leben und ich werde es nicht danach ausrichten, was irgendjemand für „normal“ oder richtig hält. Ich weiß dass ich anders bin, ich weiß auch, dass ich äußerst kompliziert bin. Doch ich bin da offen und ehrlich und wenn jemand fragt, bekommt er eine Antwort – so gut es mir eben gelingt etwas zu erklären.

Ich werde immer „anders“ sein, mein Ziel ist es mein Leben möglichst erfüllt zu leben, das beste daraus zu machen und ständig an mir zu arbeiten um all die Probleme die ich habe irgendwann in den Griff zu kriegen. Aber auch darauf zu achten, dass es nicht zu viel wird, denn ich kann nicht an mehreren Fronten gleichzeitig kämpfen. Welche Fronten grade dran sind, entscheide ich – zusammen mit meinem Therapeuten – denn nur ich kann wissen wofür wieviel Kraft da ist, nur ich kann wissen wo meine Grenzen sind und es ist meine Aufgabe auf diese zu achten.

Die Vergangenheit ist keine Ausrede – sie ist eine Erklärung/Begründung – aber keine Ausrede – und sie darf auch als Erklärung/Begründung nicht dazu dienen, dass ich über jemandes Grenzen latsche – weder über die anderer, noch über meine (und an letzterem arbeite ich noch, die Grenzen anderer kann ich gut wahren).

Von der Betreuung erwarte ich, dass dieser das selbe Ziel hat – bzw sich mit meinem Ziel identifizieren kann, mir dabei helfen kann und wird, dass ich es erreichen kann. Und damit erwarte ich auch, dass der Betreuer bereit ist mich da abzuholen und zu begleiten wo ich aktuell stehe.

Ein „versteh ich nicht“ ist nicht mein Problem, solange akzeptiert wird, dass es für mich halt so ist (als Ergebnis nach langer Diskussion, denn ich bin schon bereit da drüber zu reden). Denn nur so entsteht kein Druck – denn diesen mach ich mir selbst mehr als genug.

Es fehlte eine zwischenmenschliche Basis – eben die Wellenlänge, die nicht mal gleich sein muss, aber wenigstens ähnlich.

Morgen hab ich ein Gespräch mit dem Koordinator – mal sehen was wird.

Einerseits macht es mich traurig – denn es ist wieder Ungewissheit und ein denkbar ungünstiger Moment (viele Feiertage die kommen, so dass die Suche nach einem neuen schwierig werden könnte), andererseits bin ich froh, es fühlt sich richtig an, es ist eine Erleichterung. Und das zeigt mir, dass es wirklich nicht ging.

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