Kontakt

Zu meinen Eltern habe ich seit ca 4 Jahren keinen Kontakt mehr – ich hab ihn damals abgebrochen. Nach einem Rundumschlag und dem Informieren der Schwägerin, da meine Nichte „ins gefährliche Alter“ kam und viel Zeit bei meinen Eltern verbrachte.

Bei meinem Vater in der Form, dass ich erst wieder Kontakt möchte, wenn er bereit ist über das was passiert ist mit mir zu sprechen – dabei geht es mir nicht um eine Anzeige oder sonstiges – aber dass wir darüber reden und er sich mir da auch stellt. Seitdem habe ich nichts mehr von ihm gehört.

Bei meiner Mutter habe ich das Angebot der „Klärung“ nicht gemacht – denn bei ihr ist das nicht möglich – sie lebt in ihrer eigenen Welt – und ich denke sie ist wirklich überzeugt davon, dass ich ja so behütet und geliebt aufgewachsen bin. Ich habe ihr damals einen Brief geschrieben und sie mit dem konfrontiert, was mich so verletzt hat.

Als ich den Kontakt abbrach, war mir klar, dass ich damit auch den Kontakt zu einem Teil meiner Geschwister abbreche. Ein Bruder (der Vater der Nichte) – mit dem ich am meisten Kontakt hatte – brach diesen nach dem Kontaktabbruch mit der Mutter ab – das war mir aber auch klar, vielleicht hab ich deshalb bei meiner Mutter da länger gebraucht bis ich sie damit konfrontiert habe. Ein weiterer Bruder war dann einfach nicht mehr erreichbar, rief auch nicht zurück – er hatte mir vorher mal gesagt, dass er den Kontakt zum Vater nicht abbrechen will und ich hatte immer das Gefühl dass es ihm unangenehm war, dass ich den Missbrauch offen ansprach.

Die großen Schwestern – da war schon vorher nicht mehr viel Kontakt da – obwohl als Kind und Jugendliche der Kontakt da noch recht eng war.

Der „Kleine“ war klar – er war noch zu jung und lebte noch zu Hause – ihn vermisse ich am meisten und auch er war ein Grund (sogar der Hauptgrund) – warum ich die Konfrontation erst so spät gemacht habe.

Einen Bruder habe ich aber gewonnen – mit ihm hatte ich als Kind so gut wie nichts zu tun – er ist acht Jahre älter und wir hatten nicht wirklich Kontakt. Durch die Konfrontation (ich hatte damals auch die Geschwister informiert) ist da ein Kontakt entstanden – und das freut mich sehr.

Damit habe ich von den 10 Geschwistern (davon drei Pflegegeschwister) nur noch mit einem Kontakt.

Soviel zum „Äusseren„.

In mir drin ist das leider nicht so einfach. Da ist ein Vater, der wie schon in meiner Kindheit zwischen tollem Vater und Monster wechselt. Mit ihm hatte ich auch sehr schöne Erfahrungen gemacht – aber eben auch Schlimme.

Und da ist auch eine Mutter in mir. Die ist leider ein sehr großes Problem. Die Therapeuten nannten das mal eine Gehirnwäsche. Und leider haben sie damit nicht unrecht. Sie hat sich in mir eingenistet – und hat mich da leider noch immer fest im Griff.

Ich kämpfe – und habe mittlerweile wenigstens auch entdeckt, dass es neben dieser Frau auch noch mich gibt – irgendwo da drinnen. Seitdem arbeite ich daran mich zu stärken und sie zu vertreiben. Und wißt ihr was: ich kann da ziemlich stur sein und werde erst aufhören, wenn sie fort ist.

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