Advents- und Weihnachtsmusik

Wie die Krippen fehlt mir auch die alpenländ. Weihnachtsmusik – vor allem das selbst singen. Alleine singt sich so ein mehrstimmiger Satz schlecht.

Zwar habe ich eine Cd – doch das ist kein rechter Ersatz – auch wenn die dann den ganzen Advent vor sich hin dudelt.

Leider will hier keiner alpenländ. Advents– und Weihnachtsmusik in Mundart machen – ich wäre da sogar bereit es den anderen beizubringen. Nur will und kann ich ja nicht auftreten – es soll nur so zum Spass sein und dazu fehlt den Leuten die Zeit.

Wir sind früher einfach losgezogen und haben in Altenheimen oder Krankenhäuser gesungen – oder ich bin mit Freunden zu Adventssingen gegangen – das fehlt mir wirklich (auchwenn ich das heute gar nicht mehr könnte – zu viele Leute).

Es ist eine Art Musik, die man leider nur noch selten hört – die typische Stubenmusik. Meine Freunde waren fast alle sehr musikalisch – wir haben unzählige Gottesdienste und auch Hochzeiten gesungen – geprobt haben wir eher selten (bis nie – oft genug haben wir uns grade mal 15 Min vor Beginn getroffen) – es wir auch gar nicht nötig – ein Zuruf reichte – wir waren ein gut eingespieltes Team.

Auch das könnte ich heute nicht mehr – ich wäre viel zu nervös und unsicher – und doch fehlt mir auch das. Es war eines der wenigen positiven Dinge aus meiner Vergangenheit.

Ich glaube ohne die Musik hätte ich die Zeit damals nicht überlebt.

Einer der wichtigsten Liedermacher für mich war Jonathan Böttcher (damals noch Jonathan & Laurent) – seine Musik war mehr als einmal das einzige, was mich in der Dunkelheit noch erreichte. Als ich sie das erste Mal hörte dachte ich nur „o Gott“ – es war ein Konzert als Jugendliche in das ich eingeladen worden war. Es dauerte ein paar Lieder – bis ich mich „eingehört“ hatte – seit damals – mittlerweile über 20 Jahre – gehört er zu meinen Lieblingssängern.

Ich erinnere mich da an ein best. Konzert – es waren Die Lieder zur Bergpredigt – ich sass da mit Freunden, hatte 40 Grad Fieber (und eine Nierenbeckenentzündung) und es ging mir einfach nur schlecht (nicht körperlich, da bin ich ab 38,5 immer topfit) – aber ich war da psychisch so am Ende – und es war einer der wenigen Momente damals, als mir das auch klar war. Ich war damals akut suizidgefährdet – aber irgendetwas hat mich da erreicht.

Später war ich noch auf vielen Konzerten – einmal durfte ich Jonathan auch ein Wochenende begleiten – es waren die Adventskonzerte und ein Stück weit erlebte ich mit wie das Lied „Was macht der Nikolaus am 7. Dezember“ entstand.

Das ist eine meiner wertvollsten Erinnerungen und natürlich gehören die beiden Weihnachtscd’s von Jonathan zusammen mit der alpenländ. Advents– und Weihnachtsmusik zum Standardrepertoire im Advent.

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