Klärungsgespräch Nr 1

Da sitz ich nun – der Betreuer ist grad raus und ich bin noch am sortieren. Aber immerhin – das erste Mal nicht heulend oder total am Ende – auch wenn es sehr anstrengend war und für mich „harte Arbeit“.

Das Gefühl ist noch unsicher – er ist nun mal ein Energiebündel und nach wie vor ein Wirbelwind der hier durchfegt. Doch ich denke schon, dass er sich bemüht, da meine Grenzen auch zu achten.

Schwierig ist eher, dass ich immer bremsen muss – dass ich ihm nicht klarmachen kann, dass es für mich halt viel ist und anstrengend und daher nicht so einfach – grade auch wenn er dann etwas für sich sehr schnell könnte und – naja – viel Energie über hat.

Vielleicht sollte ich ihm versuchen zu erklären, dass es bei mir genau umgekehrt ist – er braucht eine Stunde zum erholen und ist dann wieder aufgeladen – ich brauch die 23 Stunden, damit ich dann eine Stunde was machen kann – und zu dem „machen“ gehört nicht nur aktives Arbeiten, sondern auch Therapie und Verarbeiten von alten Sachen und natürlich die Phyiso, Schwimmen, Tischlerei und Co.

Ok – ich brauch nicht 23 Stunden für eine Stunde Aktivität – aber mein Aktivitätspotenzial ist in der Regel sehr klein – ich glaube, er versteht nicht, dass allein das durch den Tag kommen, den ständigen „alten Geschichten“ trotzen und eben nicht zulassen, dass die die Regie übernehmen – dass das harte Arbeit ist.

Es ist ein kennenlernen, ich glaube dass er sich da schon bemühen will – wie ich auch, aber ich weiss nicht, ob er wirklich meine Grenzen dann auch wahren kann – einfach, weil ich die immer erst spät klar machen kann und es dann wie ein „Schnitt“ ist. Er wird dann „ausgesperrt“ – weil er mir in dem Moment nicht helfen kann, aber ich brauche ihn dann trotzdem – einfach indem er das respektiert und wahrt – dafür sorgt, dass ich nach Hause komme und mich in Ruhe auf mich und die Skills konzentrieren kann.

Dieses Vertrauen hab ich noch nicht – dass er dann wirklich hilft, dass ich mich fangen kann (indem er mich in Ruhe lässt und dafür sorgt, dass von aussen nicht noch was kommt), da fürchte ich eher, dass er sich nicht bändigen kann und doch nachfragt oder ablenken will oder sonst was – zwar gut gemeint – aber eben dann kontraproduktiv und leider auch für die Beziehung eher ein großes Problem – denn es wäre dann ein nicht wahren meiner Grenze – und darauf muss ich mich verlassen können – dass er die wahrt.

Es ist mehr die Angst, dass er da seine Energie nicht recht im Griff hat – sozusagen überschäumt.

Aber ich hoffe sehr, dass ich mich irre – und es ein Miteinander wird.

Anstrengend wird es auf jeden Fall – doch das ist in Ordnung – immerhin will ich ja auch was erreichen.

Was das Tempo angeht – muss ich sehen – schwierig ist es wenn ich ständig bremsen muss, da er dann zu sehr in die Rolle des Widersachers fällt – und gegen den hab ich schon genug zu kämpfen, es geht nicht, dass der dann vom Betreuer noch Unterstützung bekommt.

Das Gespräch selbst war denk ich gut – und wir werden jetzt den Dezember einfach mal nutzen und schauen – und uns „zusammenraufen“.

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