Wichteln

Zum ersten Mal mach ich beim Wichteln von Seelenfarben mit – das wollte ich schon all die Jahre mal, aber die letzten Jahre war es halt finanziell ziemlich eng – da wäre ausländisches Porto nicht machbar gewesen.

Doch dieses Jahr wollte ich mir das nicht nehmen lassen und hab mir entsprechend was zur Seite gelegt – und freue mich riesig dabei zu sein.

Bei mir ist es ja so, dass ich sehr gerne schenke, ich mach mir da bei Leuten die ich kenne, schon lange den Kopf um was passendes zu finden (und vor allem auch dreimal zu überprüfen ob das „passende“ jetzt mehr was ist, was ich denke täte ihm/ihr gut oder ob ich das wirklich versuche aus seinem/ihrem Blickwinkel zu sehen).

Vor allem dann auch bei Menschen die das wertschätzen (gibt ja leider auch viele, die nur nach dem Wert sehen) macht mir Schenken unglaublich viel Spass, das beschenkt werden ist für mich immer zwiespältig.

Da greifen dann alte Mechanismen aus der Kindheit – die mir oft den Blick verschleiern – damals hatte man sich zu freuen – ob das die Unterhose war, die man zu Weihnachten bekam oder was ganz Tolles – man hatte sich immer gleich zu freuen. Außerdem steckte immer etwas „dahinter“ – irgendwann hatten wir dafür zu zahlen.

Dabei kann ich mich schon über Geschenke freuen – es dauert halt meist etwas das alles zu entwirren – dafür freu ich mich auch nach einer Stunde, einem Tag oder einer Woche noch sehr darüber 🙂

Nur dieser „erste Moment“ – da habe ich immer das Gefühl ich „betrüge“ den Schenkenden darum. Es geht immer nur um diese ersten Minuten, dann ist da auch die „echte“ Freude da.

Heute merke ich das – in dem Moment – und versuche da den Blick auf das Geschenk zu richten – auf den „guten Willen“ und mir auch in Erinnerung zu rufen, dass ich ja auch sehr gerne schenke, zu sehen, wie sich der andere freut (oder erst auch irritiert guckt, weil er im ersten Moment nichts damit anfangen kann und dann langsam das „Entdecken“ beginnt) oder ähnliches.

Und ich erwarte nichts – nur dass es gewertschätzt wird und ich hoffe, dass es demjenigen auch Freude bringt

So habe ich zum Beispiel viele Jahre keine Weihnachtsgeschenke gemacht. Dafür bekam jeder einen auf sich persönlich zugeschnittenen selbstgemachten Adventskalender.

Das habe ich dieses Jahr wieder angefangen – es bekommt ja nur eine Freundin etwas – und die bekam einen Adventskalender (und es ist unglaublich, wie viel man im Laufe der Jahre verlernen kann – fiel mir früher viel leichter – hat dennoch Spass gemacht – ich war nur froh, dass ich nur einen machen musste 🙂 )

Jedenfalls fällt mir das beschenkt werden deutlich schwerer – und das ist mir vorhin so klar geworden. Es ist nichts Neues – nur nochmal bewusster.

Das Päckchen fürs Wichteln habe ich vorhin gepackt und wird heute oder morgen weggebracht.

Und ja ich freue mich auf ein Päckchen, dass ich mit all den anderen zusammen auspacke 🙂

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