Gefühle

In den letzten Wochen ging es in der Therapie meistens zum Gefühle, die da sind, aber für mich nicht greifbar, von denen ich nur weiss – es geht da um irgendwas „altes“.

Generell ist Gefühle zuzulassen für mich schwierig, da das in meiner Kindheit sehr gefährlich war. So habe ich schon im Kindergarten, wenn ich etwas geschenkt bekam, erst überlegt: ich hab was geschenkt bekommen, wenn man was geschenkt bekommt muss man sich freuen, Freude zeigt man so – und dann hab ich mich eben freudig verhalten.

Bis vor ca 5 Jahren – waren all meine Gefühle so – es lief alles über den Kopf ab. Nur die Angst/Panik fiel da raus – doch die lähmte mich einfach – ich sass dann da, war nicht mehr in der Lage mich zu bewegen oder zu reagieren, erstarrt, so weit, dass ich oft das Gefühl hatte zu ersticken, weil auch das Atmen so oberflächlich war wie nur irgendwie möglich (auch der Brustkorb war ja erstarrt – da ist es dann schwierig) – und dissoziierte dann natürlich auch.

Überhaupt war Dissoziieren Alltag – erst vor einigen Jahren hab ich erfahren, dass es NICHT normal ist, dass man sich ständig von außen zusieht – ich kannte das nicht anders.

Gefühle zuzulassen ist noch heute mit sehr viel Angst gekoppelt – früher wurde jedes Äußern von Gefühlen (außer dem Gewünschten und das war klar vorgeschrieben) bestraft. So lernten wir sehr schnell sie erst nicht zu äußern und später sie tatsächlich gar nicht erst zu haben – es war einfach zu gefährlich.

Vom Kopf her ist das klar getrennt – früher und heute. Gefühlsmäßig gibt’s da leider noch jede Menge Verwirrungen.

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