ambulante Betreuung II

Warum ambulante Betreuung?

Sowohl aus psychischen, als auch aus körperlichen Gründen muss ich mit meinen Kräften haushalten. Es gibt Phasen da läuft alles gut und ich bin fit, aber leider auch Phasen, in denen so gut wie gar nichts geht.

Die Phasen wo alles gut klappt und die wo nichts geht sind beide selten – die meiste Zeit bin ich irgendwo dazwischen.

Vor über einem Jahr bin ich aus einer völlig verkommenen Wohnung ausgezogen – 10 Jahre wohnte ich dort, es gab von vornherein einige bauliche Mängel, dann auch sehr lange Phasen, in denen ich froh war, wenn ich aus dem Bett kam. Platz war keiner und so sammelte sich immer mehr an. Da es mir auch sehr schlecht ging, eskalierte das irgendwann.

Die baulichen Mängel, der Schimmel, die Dunkelheit – es ging einfach nichts mehr und ich wusste – ich muss da raus.

Seit gut einem Jahr wohne ich nun in einer anderen Wohnung – heller, nicht mehr nur ein Raum, Küche extra und vor allem mit funktionierenden Herd und keine Angst wenn ich en elektrisches Gerät anschalte, weil genug Sicherungen vorhanden sind und auch der Zugang zum Sicherungskasten da.

Trotzdem gibt es immer noch Phasen, in denen weniger geht. Doch ich möchte nie wieder in diese Lage kommen, in der ich damals war – das hatte sich nicht von heute auf morgen entwickelt, sondern über Jahre.

Zum einen geht es also bei der amb. Betreuung darum, dass die Wohnung in einem präsentablen Zustand bleibt. Das bedeutet nicht, dass da der Betreuer aufräumt – nein das mach ich schon selbst – nur in Zeiten, wo das halt nicht klappt – sei es weil ich mich kaum bewegen kann und deshalb den Mülleimer nicht tragen kann oder was auch immer – hab ich jemanden, der mir dabei hilft.

Für mich ist es auch schwierig, jemand anderen in meine Wohnung zu lassen (auch bei super aufgeräumter!) – von daher dient das auch dazu, genau das zu üben – denn mit dem Betreuer kommt regelmässig jemand in meine Wohnung.

Neben der Wohnung geht es aber auch um andere Dinge. Durch die Sozialphobie fällt es schwer Einzukaufen – ganz normale Lebensmitteleinkäufe sind schwierig – da bin ich dann froh, wenn ich weiss, ich kann das jederzeit beenden – kann jederzeit sagen: es reicht, lass uns zurückfahren. Auch das Busfahren klappt aktuell nicht – ich schaffe es schon ab und an, aber grade wenn ich muss baut das so viel Druck auf, dass es nicht mehr klappt.

Die Therapietermine sind abgesichert – da werden die Fahrten übernommen – aber alles andere – muss ich sehen.

Es gibt aber auch andere wichtige Termine: Phyisotherapie z.Bsp.

Für all das brauche ich Hilfe – und diese bekomme ich vom Betreuer.

Ich hab mich damals lange gesträubt – heute bin ich sehr froh darum und merke immer wieder, dass ich sie nach wie vor brauche.

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