große Aktionen und ihre Folgen

Schon vor zwei Monaten hatte ich mir vorgenommen im November oder Dezember bei der Arbeitstherapie ein Frühstück auszugeben. Ist unter den Patienten nicht üblich, aber unter den Mitarbeitern dort – einfach weil die Patienten zu häufig wechseln.

Nur wenige sind wie ich da doch lange Zeit – bei mir jetzt seit gut einem Jahr.

Normalerweise ist dann üblich zum Geburtstag einen Kuchen mitzubringen oder eben ein Frühstück – für Handwerker ja ungemein wichtig.

Es sollte was besonderes sein – mit Lebensmitteln aus meiner Heimat – eine Art „Bretteljausn“ mit einem Hauch „Törggelen„.

Vor einem Monat dann war klar – wird Mitte November sein (muss ja schauen dass da alle da sind und nicht die Hälfte in Urlaub)

Nächste Woche ist es so weit – und ich versuchte krampfhaft die typischen Lebensmittel zu bekommen.

Heute haben wir die restlichen besorgt und sogar bis auf eine Sache alles bekommen (ok ein Teil wurde schon vor einer Woche gekauft und ein anderer Teil bestellt).

So sehr ich mich auch drauf freue (denn für mich kauf ich solche Sachen dann ja doch nicht), frage ich mich: warum – um Himmels willen – tust du dir das an?

Es ist sehr viel Arbeit. Arbeit die Kraft kostet und Energie, die ich im Moment nicht so wirklich über habe (bzw. besser in anderes investieren sollte – wie z.Bsp die Wohnung auf Vordermann bringen). Am Dienstag werde ich also nicht schon um halb sieben aufstehen – wie üblich wenn ich in die Tischlerei fahre, nein ich werde sogar noch früher aufstehen müssen (obwohl ich ja dann erst zur Pause hinfahre) – damit alles fertig wird.

Abgesehen davon, dass am Montag dann schon einiges vorbereitet werden muss.

Da kommt viel Arbeit auf mich zu und ich weiss nicht, ob und wie ich das schaffe, nur dass ich dann echt wieder alle bin.

Und doch: ich freue mich auch drauf, denn ich weiss es ist was besonderes. Vielleicht mehr für mich als für die anderen, doch auch für die ist es ja mal was anderes und das möchte ich ihnen auch zukommen lassen.

Die Arbeit dort, ist für mich sehr wichtig geworden und sie macht mir mittlerweile auch viel Spass. Sie sehen mich dort nicht mehr als „Patient“ an, sondern mehr als Mitarbeiter, was mich schon sehr freut (auch wenn das bedeutet, dass der Umgangston rauher wird, doch damit kann ich gut umgehen – ist halt in Werkstätten so).

Im letzten Jahr haben wir uns – im wahrsten Sinne des Wortes – „zusammengerauft“ – der Meister und ich (mit den anderen hatte ich nie ein Problem) – und das freut mich.

Es ist auch ein großer Erfolg für mich, denn ich habe gelernt da für mich einzustehen und meinen Mund aufzumachen wenn mir etwas zu weit ging, nicht nur zu kuschen, sondern eben da auch gut für mich selbst zu sorgen.

Vor ein paar Monaten gab’s dann nochmal eine größere Aussprache mit dem Meister, weil sein Umgangston doch eher verletzend war – und so sehr ich mich vor der Aussprache auch gefürchtet habe, sie war richtig gut.

Er ist sicher ein schwieriger Mensch und von mir brauche ich da gar nicht erst anzufangen, doch wir haben ein sehr positives Miteinander gefunden – und das freut mich sehr.

Wieder ein großer Schritt weiter in Richtung Normalität.

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