leichter …

Aufgrund meiner Sozialphobie kann ich nicht mit dem Bus fahren. Ich arbeite dran und wenn es mir gut geht und ich die Schulstosszeiten meide – schaffe ich es durchaus in der Stadt mal eine oder zwei Strecken zu fahren. Manchmal gelingt das sogar recht gut – aber regelmässig und vor allem dann in den Bussen voller Schulkinder – hab ich keine Chance.

Es ist aktuell auch nicht das Thema Nummer 1 – und ich kann nicht an allen Fronten gleichzeitig kämpfen. Da im Winter dann noch das Problem dazukommt, dass ich nicht raus kann wenn es rutschig ist – werde ich das jetzt auch nicht weiter intensivieren – das Bustraining.

Mindestens 2 x die Woche fahr ich ja zur Therapie, dann noch zur Arbeitstherapie, Physio, dem Schwimmen was das KH anbietet usw. Bis auf das Schwimmen (wobei das natürlich im Moment der Hauptpunkt im Kampf gegen die Sozialphobie ist – deshalb ist es schon sehr wichtig – abgesehen von der körperl. Betätigung) – sind das alles Termine, die so wichtig sind, dass ein Ausfall (wegen Urlaub z. Bsp.) meine Stabilität sehr ins Schwanken bringen kann (ok bei der Physio merk ich es halt körperlich sofort, psychisch weniger, aber die AT und die Therapie – nicht umsonst hab ich da Urlaubsvertretungen, obwohl das nicht so üblich ist in der Ambulanz).

Um diese Termine wahrnehmen zu können, übernimmt die Krankenkasse die Fahrtkosten – mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder wenn nötig mit dem Taxi. Ohne diese Fahrtkostenübernahme kann ich die Termine nicht wahrnehmen, solange das mit dem Bus nicht klappt – und sobald der Druck von „muss klappen“ da ist – geht meist gar nichts mehr.

Entsprechend hängt von dieser Genehmigung sehr viel ab. Da auch die Krankenkasse den Bedarf aber sieht und ich in die „Vorgaben“ falle, die eben angeben, wann sie so was übernehmen – ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es genehmigt wird.

Seit einem Jahr etwa dauert das aber leider etwas und die Genehmigung kommt immer mehr als knapp oder eben ein paar Tage zu spät. Und natürlich kann man nie wissen ob sie es genehmigen – immerhin ist es eine Krankenkasse, die haben mir schon so viel gestrichen – sicher bin ich da also nie. In der Regel gilt die Genehmigung für 3 – 6 Monate – dann muss neu beantragt werden.

Die aktuelle Genehmigung geht noch bis nächsten Mittwoch und deshalb hab ich die letzte Woche das übliche Prozedere angefahren (natürlich unabhängig vom Antrag, der 6 Wochen vorher gestellt werden soll und wird) – dort anrufen, die Sachbearbeiterin macht dann dem med. Dienst Druck rechtzeitig eine Entscheidung zu fällen und meldet sich dann bei mir.

Nur dass es eine neue Sachbearbeiterin gibt, die völlig unbedarft war – und deren Aussagen mir wirklich große Angst gemacht haben.

Die große Zitterpartie sozusagen.

Heute komm ich zum Briefkasten – und finde: die Genehmigung!

Zwar für das falsche Krankenhaus ausgestellt – doch was soll’s – das hatten wir schon öfter und das war bisher nie das Problem – dass die immer noch nicht wissen, welches Krankenhaus – naja – ist deren Problem – Hauptsache die Therapietermine sind erstmal sicher.

Und es ist unglaublich, was so eine Genehmigung ausmacht – die Stimmung ist deutlich besser, da polterte nicht nur ein Stein, sondern eher ein Gebirge vom Herzen – und so fühl ich mich heute auch – sehr viel leichter, beschwingter – und das geniesse ich heute (und investiere diese Energie gleich in Wäsche waschen, aufhängen, Badboden gründlich machen usw.)

Dieser Beitrag wurde unter Grenzen, Leben, Psycho-Somatik veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.