Wohnung und Alltag – Teil 3

Wenn etwas schief läuft, sollte man sehen ob man was ändern kann.

Und das hab ich gemacht. Ich hab das Thema in der Therapie aufgegriffen, versucht rauszufinden woran es lag, dass es mit der Vertretung einfach fluppt und was denn da anders ist usw.

Es war ziemlich harte Arbeit – vor allem auch weil es schmerzhaft ist. Ich mag meinen Betreuer, finde ihn sympatisch und er macht ja nichts „falsch“. Und es ist schmerzhaft sich selbst einzugestehen, dass man mit jemanden nur spielt, ihn nicht ernst nimmt, ihn abblitzen lässt.

Irgendwann wurde klar, dass die Vertretung einfach ein anderes Naturell hat – er geht aus sich raus, ist lebendiger – einfach extrovertierter, während mein Betreuer introvertiert ist und ruhig, Zweifel oder Unsicherheiten nicht anspricht sondern versucht sich noch mehr zurückzunehmen.

Und es wurde klar – wir brauchen eine Aussprache. Leider wurde für mich auch klar, es geht nicht darum was groß zu klären oder ändern, sondern wirklich um sein – für mich zu ruhiges – Naturell – so dass es für mich auch um einen Betreuerwechsel geht.

Nach langem hin und her, hab ich mich entschieden ihm eine mail zu schreiben – ich kann mich im direkten Gespräch nicht so ausdrücken und ihm das dirket zu geben – er ist jemand, der seine Empfindungen nicht gut verbergen kann und ich möchte ihm die Möglichkeit geben, es für sich erstmal setzen zu lassen.

Also hat er heute eine mail geschickt bekommen und morgen haben wir einen Termin, der der großen Aussprache dienen soll. Einerseits fürcht ich mich davor – ist ja immer unangenehm, andererseits bin ich froh.

Ich bin jemand, der Sachen klären will, der sie normalerweise auch schnell anspricht – warum ich das diesmal nicht gemacht hab – weiss ich nicht genau.

Ausserdem ist unklar wie es weitergeht – denn der Betreuungsverein wo ich jetzt bin, wird mir keine Alternative anbieten können. Die Vertretung wird erst bis Ende September für sich klären können ob er weiter bei diesem Verein bleibt oder wechselt. Wenn er wechselt – werde ich mit wechseln, wenn er bleibt muss ich sehen wie es laufen wird.

Erstmal möchte ich es mit meinem Betreuer klären.

Es fällt mir immer noch schwer mir einzugestehen, dass ich es alleine nicht schaffe, Hilfe brauche – und auch Hilfe in doch großem Ausmass auch. Aber ich bin froh, dass es diese Hilfe auch gibt. Und ich muss für mich schauen, dass sie mir auch gut tut, sie meinen Bedürfnissen entspricht.

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