Warum ..

… schreib ich das alles hier.

Die Erfahrungen zeigen, sobald ich sag(t)e, ich sei psychisch krank – gehen die Menschen auf Abstand. Sie wissen das nicht einzuordnen, mit umzugehen, es bereitet auch Unbehagen und macht manchmal sogar Angst.

Wenn ich jemand kennenlerne – sei es in einem Chor oder ähnlichen – kommt bald die Frage „was machst du denn beruflich so?“

Früher hab ich mich rausgeredet mit „früher hab ich als …. gearbeitet“ usw. Denn zu sagen „ich bin Frührentnerin“ irritierte nur – viele trauten sich nicht mal nachzufragen (abgesehen von den „wie hast du denn das hinbekommen?-Fragen mit dem Tonfall von „super – verrate mir den Trick bitte“).

Dann hab ich mich hinter den körperlichen Erkrankungen „versteckt“ – denn zu sagen „ich bin wegen psychischer Erkrankung in Frührente“ treibt die Leute in der Regel in die Flucht.

Ich will offener damit umgehen und auch zeigen: nur weil ich psychisch krank bin, werde ich weder gleich meuchelnd durch die Gegend springen, noch darf mein Gegenüber nicht sagen was er/sie will (im Sinne von Verrückten soll man immer Recht geben).

Ich bin ein Mensch, mit Einschränkungen und Grenzen wie jeder andere auch – ich muss sicher mehr drauf achten, dass ich mich nicht überfordere, doch das ist MEIN Job – nicht der meines Gegenübers. Genauso wie ich von jedem anderen erwarte, dass er auf seine Grenzen achtet und sie mitteilt wenn ich tollpatschig drüberlatsche.

Dennoch – psychisch Kranke werden oft ausgegrenzt – und ich möchte hier meine Erfahrungen aufschreiben – um vielleicht den einen oder anderen auch mal zum Nachfragen anzuregen, wenn er/sie auf jemand trifft, der angeschlagen oder in ein psychisches Tief gerutscht ist – denn das kann jedem von uns passieren.

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