Der Anfang …

Meine Name ist Ilana – ich bin Mitte 30 und aufgrund einer psychischen Erkrankung in Frührente.

Aufgrund einer miserablen Kindheit habe ich eine schwer Posttraumatische Belastungsstörung mit Angst- und Panikstörung, Sozialphobie, Dissoziativen Zuständen und Selbstverletzendem Verhalten.

Seit vielen Jahren arbeite ich dran – mit Erfolg. Das Selbstverletzende Verhalten gehört der Vergangenheit an, die Dissoziativen Zustände sind äusserst selten (4-5 mal im Jahr und das nur in sehr leichter Form) geworden und auch die Ängste sind mittlerweile nicht mehr so massiv und einschränkend.

Trotzdem bin ich noch weit davon entfernt ein „normales Leben“ leben zu können.

Ausserdem habe ich Arthrose in mehreren Gelenken und Fibromyalgie, bin daher leicht gehbehindert und bei längeren Strecken oder Treppen auf Krücken angewiesen.

Eine Freundin sagte kürzlich zu mir „sei froh – so kannst du was sagen, warum du nicht so kannst wie du willst“ – das hat mich nachdenklich gemacht.

Sie hat recht – sehr oft hab ich mich dahinter versteckt – denn wenn man jemand kennenlernt kommt gleich die Frage „und was machst du so beruflich?“ – früher hab ich dann mit „früher hab ich ….“ geantwortet, denn mit jungen Jahren zu sagen „bin in Rente“ fiel schwer. Dann hab ich durchaus die körperlichen Schwierigkeiten in den Vordergrund gestellt – das wird anerkannt und gut.

Zu sagen „ich bin psychisch krank und deshalb nicht in der Lage einem geregelten Berufsalltag nachzukommen“ führt zur irritierten Blicken – die Leute werden vorsichtig oder gehen gleich auf Abstand.

Psychisch Krank zu sein ist ein Tabu in unsere Gesellschaft – wird als Makel empfunden und wirkt sehr abschreckend.

Aber ich will mich nicht mehr verstecken – und werde hier berichten – über die Reaktionen der Mitmenschen, die guten und nicht so schönen Erfahrungen mit dem offeneren Umgang mit einer psychischen Erkrankung.

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