dies und das

Ich frag mich manchmal, ob die Leute mit ihrer Dreistheit sonst wirklich durchkommen.

Hab eine Schiene für das Handgelenk gebraucht gekauft. Die Schiene kenne ich, hab sie für die andere Hand auch hier und bei der gekauften war dann einfach ein – wichtiger – Meshteil der Schiene rausgeschnitten. Unsauber mit mehr als deutlichen Resten.

Trotzdem wird stur behauptet da wurde nichts rausgeschnitten, das gehört so – und das sei ja für den Daumen (es geht um die gesamte Oberseite der Hand und Unterarm – aber klar, da sitzt der Daumen ja).

Nun gut – mehr als Bilder vom Hersteller, der vorhandenen usw kann ich jetzt auch nicht machen – geht es halt mal wieder an den Käuferschutz.

Nachtrag: ach und kaum ist der Fall eröffnet gibts dann doch plötzlich eine Rückzahlung. Wer hätte das gedacht.

*****

Grund für gebraucht war übrigens, dass meine linke Schine einfach hinüber ist (war ja jetzt auch lang nicht mehr nötig und daher nicht mehr erneuert worden), durch Unterarmgehhilfen werden sie aber wieder dringend gebraucht und ich komm weder zum Handchirurgen (und ohne Karte kein Rezept und da Klinik ist da nur Notbetrieb) noch zum Sanitätshaus.

Neu kostet sie dann halt doch einfach mehr deutlich mehr als zur Verfügung steht.

Das Problem ist ja, dass nur sehr sehr wenige Schienen überhaupt bei mir gehen, da ich dicke Unterarme und Hände und dafür relativ schmale Handgelenke hab. Sprich von den Größen sind sie halt entweder zu groß oder zu klein und daher kommen nur sehr wenige Schienen in Frage.

Bisher waren die Manumed die einzigen, die ich nicht umnähen musste und die tatsächlich auch überall da stützen wo sie sollen.

Insofern bin ich grad froh, dass ich eh nicht raus gehen kann, weil so reicht dann auch eine Bandage, nur die Krücken kann ich damit halt nicht nutzen und somit quasi nicht wirklich laufen.

Rad geht ohne auch nicht mehr und das frustet mich wirklich, denn eigentlich war links nach der Op echt gut und stabil und jetzt steht Op wieder recht weit oben auf der Prioritätenliste – allein um das zu verhindern hoffe ich, dass ich in den nächsten Wochen irgendwie geregelt krieg.

Bin kurz davor mir selbst eine aus Gips zu machen.

*****

Viel Gesundheitsgejammer grade – nervt mich schon selbst.

*****

Den Tag krieg ich immer noch ganz gut hin, aber ich merke, dass da mehr Ärger, Frust, Genervtsein ist, der Geduldsfaden und die Zündschnur arg kurz geworden sind.

*****

Dafür: sehr große Freude am Wirbelwind. Die blüht mit den neuen Medis regelrecht auf und benimmt sich nun wieder wie ein Jungspund. Die Atmung ist viel auch viel besser, nur der Puls ist noch extrem hoch, aber dafür soll ja dann irgendwann in den nächsten Wochen ein weiteres Medikament dazu (dazu müssen wir aber mit Bonsai-Tiger zum Tierarzt und das ist wegen Corona grad auf Eis gelegt).

Ich genieße die Bonsai-Tiger grad sehr – die Lebendigkeit und Lebensfreude. Und so sehr sie manchmal auch nerven, weil sie einfach auch die Wohnung auf den Kopf stellen und grad nur Blödsinn im Kopf haben – sind sie grad echt einfach nur eine Freude.

Es wird immer noch jeden Tag deutlich wie gut und richtig es war, dass der nicht mehr so kleine Gnom hier eingezogen ist. Die tun sich gegenseitig richtig gut und das zu sehen lässt mein Herz aufgehen.

*****

Außerdem angefangen Masken zu verteilen. Die sind bei mir ja handgenäht mit krumm und schiefen und unsauberen Nähten, aber sie funktionieren.

Und ja ich bin pro-Maske, sofern man dem Fachpersonal die Einmaldinger nicht wegnimmt – sprich für den Hausgebrauch eben selbstgenähte/gebastelte nimmt (und die Hygieneregeln einhält!).

Auch hier merke ich, dass ich mit den uneinsichtigen (meist Risikopatienten) keine Geduld mehr hab – und ich red nicht mal von den Masken, sondern von Kontaktsperren und nein man muss nicht täglich einkaufen  und sich über alles aufregen, weil es ja die „Freiheit des einzelnen“ einschränkt.

Vor allem wenn ich merke – da geht es nicht um Unwissen, sondern um Unwillen.

*****

Die Nachbarn haben sich jedenfalls gefreut und auch das geht alles kontaktlos oder von Balkon zu Balkon (also über etwa 20 Meter).

Auch sehr schön: hier bei uns im Ort gibts da auch keine Diskussionen – die Leute halten sich an die Regeln, es sind viele draußen unterwegs, aber alle – auch die Kinder! – achten auf Abstand und alle nicken sich freundlich zu und lächeln sich an.

Find ich toll!

Veröffentlicht unter Beziehungen/Kontakte, Bonsai-Tiger, destruktives Verhalten, Erinnerungen, Grenzen, kleine Schritte, Krisenmodus, Leben, Psycho-Somatik | Hinterlasse einen Kommentar

Mittwoch

Dank Hydrocortison ist es körperlich wieder etwas besser. Dafür einen ziemlich entzündeten Daumen, der schmerz-juckt-pocht, was mich grad wahnsinnig macht.

Wohnungstermin lief dann erstaunlich gut und ich bin dafür sehr dankbar, dass wir so viel geschafft haben.

Das Toilettenpapier ist angekommen. Hätte ja auch nie gedacht, dass sowas mal einen Eintrag hier wert sein würde. So wirklich kann ich das immer noch nicht glauben. Sehr passend, weil nur noch eine Rolle hier war.

Und ja – in den Läden gibt es die immer noch kaum, wohl nur gleich um acht Uhr morgens vereinzelte Packungen (vom Hörensagen).

Festgestellt, dass ich vergessen habe Eier zu kaufen. Sehe am Samstag K, also hoffe ich, dass der nochmal einkaufen muss und mir welche besorgen kann.

Stimmungsmäßig ist es auch wieder etwas besser, auch wenn das Decke-fällt-auf-den-Kopf-Gefühl immer noch da ist.

Alles in allem passt es schon.

 

Veröffentlicht unter Betreuung, Beziehungen/Kontakte, destruktives Verhalten, Erinnerungen, Grenzen, kleine Schritte, Krisenmodus, Leben, Psycho-Somatik | Hinterlasse einen Kommentar

dies und das

Ich ärger mich über mich selbst. Weil ich immer wieder denke, dass ich eigentlich gut auf mich aufpasse und meinen Körper auch ernst nehme, aber dann trotzdem erst auf Anzeichen reagiere, wenn der Körper ein Cut setzt, weil er einfach zu wenig Cortisol zur Verfügung hat.

Irgendwie scheint nicht in meinem Kopf zu gehen, dass manches eben nicht nur psychisch ist, sondern – im Nachhinein betrachtet – auch recht eindeutige Anzeichen für „hey, ich brauch grad etwas mehr Hydrocortison“ waren.

Jedes. Verdammte. Mal. Wieder.

Dabei weiß ich doch eigentlich: ich müsste es nur ausprobieren – mal ein bis zwei Tage eine halbe Dosis mehr und es ist eindeutig – und wenn nicht – würde das jetzt auch nicht schaden.

Und doch – jedes Mal aufs Neue komm ich gar nicht auf die Idee – bis dann eben gar nichts mehr geht.

Tja – und heute dann hab ich noch nichtmal da geschalten, sondern gedacht: ok, war etwas viel grad, leg dich doch nochmal hin.

Ähm – ja. Ich hab dann nochmal über 3 Stunden geschlafen und das war auch sicher gut – aber sinnvoller wäre gewesen vorher Hydrocortison zu nehmen. So hatte ich dann ne ganze Weile mit unschönen Folgen zu kämpfen – bis ich es dann endlich nahm und dann wurde es auch endlich besser.

Ach ne. Wat ein Wunder. Ironie off.

*****

Seit dem Update geht auf meinem aktuellen Handy Pokemon Go nicht. Auf dem Reservehandy geht es einigermaßen. Bin etwas genervt. Auch wenn das natürlich Luxusprobleme sind.

*****

So langsam fällt mir die Decke auf den Kopf.  Vielleicht sind es auch Hormone, der Sack Reis in China, der umgefallen ist oder was auch immer.

*****

Heute wird das glaub ich nichts mehr – von daher noch bisschen quizzen und dann ab ins Bett. Mir graut eh schon sehr vor dem morgigen Wohnungstermin, weil hier grad echt Land unter ist und ich körperlich so völlig unfit bin.

 

 

Veröffentlicht unter Betreuung, Beziehungen/Kontakte, Bonsai-Tiger, destruktives Verhalten, Erinnerungen, Grenzen, kleine Schritte, Krisenmodus, Leben, Psycho-Somatik | Hinterlasse einen Kommentar

WMDEDGT 04/20

Frau Brüllen fragt jeden 5. im Monat: „Was machst du eigentlich den ganzen Tag?“

7:00 Uhr: heute erst spät wach geworden, ist aber auch ok so.

Aufstehen, Bonsai-Tiger und mich mit Medis versorgen und für den Tag fertig machen und dann gehts gemeinsam ins Wohnzimmer

8:00 Uhr: erstmal Internet nachlesen und kurz den Tag planen. Dazu nutze ich am Wochenende auch das Fernsehprogramm.

10:00 Uhr: Bonsai-Tiger bespielt, Internet stöbern und endlich frühstücken. Grade morgens schiebe ich möglichst lange auf, seit das eine Medikament weggefallen ist. Denn damit sind die ersten 6 Stunden nach dem Essen echt blöd, dann geht es. Daher genieße ich das morgens und esse erst wenn mir vor Hunger übel wird.

11:30 Uhr: weil durchgefroren, habe ich mich ins vorgewärmte Bett zurückgezogen und nochmal ein Stündchen geschlafen.

13:00 Uhr: heute stehen Kärntner Nudel auf dem Plan. Kann ich leider auch nicht schieben, weil ich schon den Topfen abtropfen hab lassen und dann hält der ja nicht ewig.

Also die Kartoffel aufgestellt und dann erstmal die Fahrtkostenabrechnung gemacht.

14:30 Uhr: Minze eingesammelt, dann Kartoffeln geschält und gepresst, die Füllung fertig gemacht

16:30 Uhr: Kärntner Nudeln auch 1200g Nudelteig (diesmal schon fertig gekaufter) und ca 4 Kilo Füllung gemacht. Bisschen Füllung ist noch über. Die erste Fuhre ist schon in der Tiefkühle. Leider hatten nicht alle Platz, so dass ich sie auf zweimal einfrieren muss. Bis sie gefroren sind, sollten sie ja nebeneinander liegen und dann werden sie erst gefroren eingetütet.

Die ersten sind auch grad auf dem Herd.

17.30 Uhr: nun ja – etwas zu lang gekocht, aber sonst lecker

18:00 Uhr: Heute wird nicht mehr viel passieren: bisschen Bonsai-Tiger bespielen, noch die ein oder andere Folge Serie schauen, Nudelchaos beseitigen und dann gemütlich lesen im Bett.

19:15 Uhr: so technikaus und gemütlichen Leseabend einläuten.

Veröffentlicht unter Beziehungen/Kontakte, Bonsai-Tiger, destruktives Verhalten, Erinnerungen, Fragen, Grenzen, kleine Schritte, Krisenmodus, Leben, Psycho-Somatik | Hinterlasse einen Kommentar

Donnerstag

Irgendwie schon den ganzen Tag auf Freitag gepolt.

Tja diese Arthrose-Unterarm-Gehhilfen sind angekommen. Und irgendwie mach ich was falsch oder meine Anatomie passt nicht zu den Teilen. Nach fünf Minuten hatte ich blaue Flecken auf Oberarmen und irgendwie scheinen meine Unterarme zu kurz oder so. Außerdem findet die entzündete Schulter das Ganze jetzt auch nicht so prikelnd. Aber die würde es wenigstens noch einigermaßen mitmachen.

Ich warte noch auf Antwort vom Hersteller, ansonsten kann ich noch ein anderes (leider auch doppelt so teures) Modell ausprobieren (dafür kann ich die da auch einzeln bestellen und so erstmal nur für die linke Hand), aber ich fürchte, dieses Problem werde ich dann auch dort haben.

Es ist – frustrierend.  Vor allem auch zu merken, dass das linke Handgelenk, dass seit der Op echt ziemlich gut war, jetzt wieder dermaßen Zicken macht, dass die Frage nach weiterer Op wieder aktuell wird.

Das zuhause bleiben entlastet die Handgelenke wenigstens doch sehr, diese kurzen Strecken in der Wohnung gehen auch ohne.

Ansonsten: ich versuche sowas wie Struktur aufrecht zu erhalten. Ich stehe morgens auf (meist zwischen fünf und sieben), spätetestens um sieben, mache die Bonsai-Tiger und mich tagfertig, frühstücke im Wohnzimmer und dann schau ich was eben ansteht. Sowohl in der Wohnung als auch an Arbeiten, aber auch um die psychische Stabilität zu erhalten.

Im Moment bedeutet das meist erst Internet, dann nähen (im Moment einige Mundschutze für Nachbarn, Bekannte, Betreuer), wenn es zu kippeln anfängt schalte ich eine Serie dazu, zwischendrin Bonsai-Tiger beschäftigen und bekuscheln, kurzer Schnack mit dem Nachbarn (ist so abgemacht, weil er zu den Risikopatienten zählt und sehr vereinsamt, also klopfen wir kurz beim anderen und plaudern kurz mit Abstand) und dann schau ich halt wie ich mich beschäftigen kann.

18 Uhr läute ich die Abendroutine ein – quizzen und wenn die durch sind, verkrümel ich mich langsam Richtung Schlafzimmer. Dort Bonsai-Tiger abfertigen (da sind sie dann auch echt hungrig und ich muss drauf achten, dass die richtigen Tabletten in den richtigen Bonsai-Tigern landen), füttern, große Spieleinheit mit dem kleinen Gnom, später gesellt sich dann der Wirbelwind dazu und will auch noch bespielt werden, bis dahin ist das Bett schön vorgewärmt und ich kuschel mich mit dem Ebook ins Bett.

Im Laufe des Tages kommt dann entweder einmal Rad oder Crosstrainer dazu (oder Wohnungstermin/Einkauf – wobei die nur zählen, wenn die Fitnessuhr das als Training ansieht) und natürlich was zu Essen machen oder so.

Im Großen und Ganzen das, was halt immer ist, wenn ich keinen Termin hab.

Immerhin hab ich heute endlich R. erreicht. Gut ist anders, aber sie ist jetzt zu Hause und auch wenn sie deutlich vernünftiger noch sein könnte, ist es schon besser als erwartet. Auf den Pott setzen hilft halt manchmal doch und da die Tochter da Gott sei Dank mitzieht, hört sie es nicht nur von mir.

Dafür große Sorgen um ihren Lebensgefährten, der ja im Pflegeheim ist seit 6 Wochen und dort echt fast draufgeht. Weil halt nur noch im Zimmer (außer zum Frühstück, Mittag- und Abendessen, zum Kaffee wird er aber nicht geholt), kein Besuch, nur noch einmal die Woche duschen usw – kein Personal und halt auch keine Angehörigen, die mal was übernehmen könnten. Für ihn nicht verständlich und er leidet wirklich sehr und baut zusehends ab. Telefonieren ist auch nicht immer hilfreich – da schmieden wir grad Pläne, wie wir ihm dennoch was Gutes tun können.

Für R. ist das dann doppelt schlimm und ich kann sie da sehr gut verstehen.

Aber sie lässt jetzt andere einkaufen, wurde bei der Rückkehr von den Nachbarskindern total süß überrascht und begrüsst (mit kleinen Briefen und Bildern) und ich weiß sie realitv gut versorgt – jetzt muss sie es nur auch annehmen lernen.

Mit etwas Glück geht nächste Woche die Physio vor Ort weiter – ist für sie ja aktuell extrem wichtig.

So und jetzt ab und Raubtierfütterung.

 

Veröffentlicht unter Beziehungen/Kontakte, Bonsai-Tiger, destruktives Verhalten, Erinnerungen, Grenzen, kleine Schritte, Krisenmodus, Leben, Psycho-Somatik | Hinterlasse einen Kommentar

dankbar?

Ich wurde mehrfach gefragt in den letzten Tagen, warum ich dankbar sei. Es sei doch schwierig und sie würden es bewundern usw.

Für mich ist das anders. Ja klar sehe ich die Einschränkungen und Rückschritte usw.

Aber:

Dank Therapie habe ich einen gut gefüllten Skillskoffer und kann die auftretenden Probleme relativ gut wieder runterfahren. Ebenso gelingt es mir meistens die kippende Stimmung zu stoppen, wenn ich es merke.

Das alles ist keine Dauerlösung, aber für den Moment ist Ausnahmezustand und da ist sicher mehr ok als sonst.

Vor allem aber bin ich dankbar, dass ich in Sicherheit bin.

Ich hab ein Dach über dem Kopf, in dem ich mich sicher fühle.

Das ist für mich nicht selbstverständlich und ich weiß noch zu gut wie es ist, wenn man sich zuhause nicht sicher fühlen kann. Wenn ständig Angst da ist oder Druck oder Anspannung.

Und ich weiß, dass viele im Moment genau das haben: Angst, Druck, Unsicherheit.

Wer ein Dach übern Kopf hat, weiß vielleicht nicht wie es finanziell weitergehen soll. Das ist  bei mir – Dank Rente – gesichert. Oder man muss beruflich zittern. Oder nicht wissen, wie sie die Kraft bei der Pflege/Betreuung ihrer Familienangehörigen aufbringen sollen, weil auch ambulante Pflegedienste, Behindertenwerkstätten und Co geschlossen haben.

Viele haben keine Auszeitmöglichkeit mehr.

Oder keinen sicheren Rückzugsraum.

Damit mein ich nicht nur Flüchtlinge, sondern auch Menschen und vor allem Kindern, bei denen das Zuhause kein Schutzraum ist.

Die Armut, Vernachlässigung und/oder Gewalt nun rund um die Uhr ausgeliefert sind. Die nicht mehr wenigstens die kleine Chance haben auch außerhalb gesehen zu werden.

Bei denen die Täter (in Folge) nicht mehr so drauf aufpassen, wo sie Sichtbares hinterlassen oder die wenigstens in der Schule mal ein paar Stunden durchatmen können.

Ich weiß wie es ist, zu Hause zu sein und nur Angst zu haben – sich nirgends sicher fühlen zu können. Leider weiß ich auch, wie sehr sich das steigern kann, wenn man dazu noch isoliert ist.

In Gedanken bin ich oft bei diesen Menschen. Bete für sie.

Und das ist das, was mich so dankbar macht, dass mir grade jetzt wie ein unfassbar großes Geschenk jeden Tag aufs Neue bewusst wird: ich fühle mich in meiner Wohnung wohl, ich fühle mich sicher, hier kann mir niemand was tun.

Es ist MEIN Raum – und der sich absolut sicher. Und finanziell ist es eng und das ist auch durch Corona mehr, weil vieles einfach teurer geworden ist. Doch eng bin ich gewohnt und manche Rechnung muss dann halt bis zur nächsten Rentenzahlung warten.

Ich kann meine Miete zahlen und ich hab ziemlich überteuertes Toilettenpapier gekauft (also das Toipapier an sich ist nicht überteuert, aber Versand kommt halt dazu und im Endeffekt ist der ja teurer als das Toipapier an sich, was es natürlich teurer macht – aber die Läden sagen grad aktuell selbst, dass sie nicht wissen, wann es wieder welches gibt). Wenn das nicht Luxus ist, was dann?

Dieses sicher fühlen – war mir nie so bewusst. Ich meine – klar – ich wusste, dass es hier  – in dieser Wohnung – anders ist.

Das erste Mal fühle ich mich wirklich sicher in einer Wohnung. Aber in Zeiten wie diesen – ich glaube das kann niemand nachfühlen, der das nicht selbst erlebt hat.

Wenn nicht nur im Kopf klar ist, dass man jetzt wirklich sicher ist, sondern auch im Gefühl.

Und ja – mein Leben hat sich nicht viel verändert – das anderer jedoch sehr. Und es gleicht jetzt wohl mehr meinem als vorher. Das rausgehen können, selbstständig raus gehen und tun und lassen was man will, einfach einkaufen fahren, wenn man Milch braucht oder zum Schwimmen, das Aufrechterhalten von sozialen Kontakten, sich treffen, Kaffee trinken, ausgehen, ins Kino usw – das kann grad keiner. Für mich ist das Alltag – das „fällt nicht weg“ – weil es gar nicht gegeben war.

Aber für mich war daher auch der Einschnitt nicht so groß, die Änderung nicht so massiv. Mir fehlen die Menschen und sozialen Kontakte nicht. Im Gegenteil. Es tut mir gut, dass die deutlich weniger sind.

Es ist auch einfacher wenn es für alle gilt, ich muss nicht erklären, warum dieses oder jenes nicht geht oder nur unter best. Bedingungen, muss mich nicht ständig überwinden usw.

Das für die meisten grad das größte Problem ist – ist mein Alltag

Ich habe in den letzten Jahren in der Therapie Handwerkszeug gelernt um mit der aktuellen Situation – dem zeitweisen Wegfall aller Termine und Struktur – klar zu kommen. Es löst keine Superkrise aus. Es ist eine Ausnahmesituation und auf Dauer wird das auch nicht gut gehen, aber jetzt ist es wie es ist – und es geht – als Ausnahmesituation.

Sicherheit. Klar kann der Virus auch bei mir wüten. Aber hey. Bis dahin hab ich einen Schutzraum, in dem ich mich wohl fühle, sicher fühle, ohne Angst vor Menschen oder Existenzproblemen. Der Virus – vor dem hab ich keine Angst.

Sichere Wohnung, sichere Rente, Fahrtkostenübernahme für die dringend notwendigen Termine, ambulante Betreuung, Therapie.

Das mag auf Dauer nicht reichen, aber im Moment ist es mein Hilfsnetzwerk – und es geht damit –  in dieser Ausnahmesituation – bin ich priviligiert. Das ist mir jeden Tag bewusst und dafür bin ich unendlich dankbar.

 

 

Veröffentlicht unter Beziehungen/Kontakte, destruktives Verhalten, Erinnerungen, Fragen, Grenzen, kleine Schritte, Krisenmodus, Leben, Psycho-Somatik | Hinterlasse einen Kommentar

Mittwoch

Großeinkauf – das erste Mal auch mit Maske und ich wurde auch nicht schräg angeguckt und war auch nicht alleine.

Der große Vorteil: die Leute machen dann einen großen Bogen um dich herum und man hat viel Platz. Und ich wurde von allen Verkäufern/Einräumern/Kassierern freundlich angelächelt – das ist mir vorher noch nie passiert.

Leider hab ich nicht alles bekommen und muss tatsächlich morgen oder übermorgen dann nochmal los – zumal es auch was wichtiges und dringend notwendiges ist.

*****

Das ist abhängig davon wann die anderen Krücken kommen – die sollen nämlich morgen kommen.

Ich hab heute nämlich gemerkt, dass mir die normalen grad nicht wirklich helfen, da die Handgelenke das schlicht nicht tragen/leisten können und selbst mit Schiene die Schmerzspitzen halt hin und her springen (je nachdem was grad belastet wird). Im Endeffekt musste ich  Einkaufswagen als Gehhilfen einsetzen.

Immerhin hat das Kribbeln im Bein nachgelassen bzw tritt nur noch auf, wenn ich halt zu lange stehe/gehe ohne mich zwischendrin hin zu setzen.

(und ja: ich bin mit sowohl mit dem Arzt als auch meinem Physiotherapeuten deshalb in Kontakt und hier läuft alles nach Absprache und daher muss sich keiner Sorgen machen, dass ich was übersehe/nicht ernst genug nehme oder was auch immer – nur für den Fall, dass er erhobene Zeigefinger jucken sollte).

*****

Das neue Medikament für den Wirbelwind abgeholt und dann erstmal geschluckt ob des Preises. Die monatlichen Kosten sind damit  mehr als doppelt so hoch wie meine Dauerauftrags-(eigentlich-als-Rückzahlung-gedachte)-Rate.

Aber: dem Wirbelwind geht es damit grad echt gut, sie ist fit, aktiv, neugierig und hat nur Blödsinn im Kopf.

Der Rest wird sich finden. Und ich bin meiner Tierärztin unendlich dankbar, dass sie da keinen großen Stress macht, obwohl es für sie in der aktuellen Situation auch mehr als nur schwierig ist.

*****

Schmerztechnisch jenseits von gut und böse. Wobei in der Hängematte geht es sogar.

*****

Nach dem Großeinkauf war ich so fertig und müde, dass ich kaum die Augen offenhalten kann. Also nur was gegessen, versucht wacher zu werden und im Endeffekt dann doch nochmal hingelegt. Leider gut 3 Stunden tief und fest geschlafen – das wird heute eine unruhigere Nacht fürchte ich.

Aber es war echt nötig heute Mittag. Und irgendwie bin ich auch schon wieder müde – von daher – mal schauen wie die Nacht wird.

*****

Psychisch ist es – ok. Es geht noch besser, als ich erwartet hatte nach 2 Wochen – vielleicht auch, weil ich irgendwo im Hinterkopf schon weiß, dass meine deutlich eingeschränkte Mobilität sonst noch deutlich mehr im Vordergrund wäre und ich jetzt ja halt dann einfach  das gut anpassen kann. Dann lauf ich halt nicht so viel rum und schau anderwertig nach Bewegung.

Ablenken klappt nach wir vor recht gut. Meist über Serien am Stück schauen oder so.

Klar gibt es Phasen, die schlechter sind – meist sind die nur relativ kurz. Seltener ist es einfach mal ein schlechter Tag.

Und ja an manchen Tagen ist es anstrengender als sonst – kostet es mehr Kraft, aber alles noch im Rahmen.

Ich bin dankbar dafür. Dankbar in einer doch privilegierten Situation zu sein und das hier – zumindest bisher – ohne größere Probleme doch ganz gut gemeistert zu bekommen.

Natürlich sehe ich auch das was fehlt, sehe das, was es mir mit macht, aber noch kann ich mich gut auf das Positive konzentrieren und die Dankbarkeit überwiegt. Auch weil ich in meinem Umfeld natürlich auch sehe, dass es den meisten in ähnlicher Situation deutlich schlechter geht.

Da bin ich vor allem meinem ambulanten Betreuer sehr dankbar. Der ist jetzt zwar in Urlaub ab übermorgen, aber es gibt nächste Woche einen Vertretungstermin (für Wohnung).

Das wird auch nächste Woche dann die Härteprüfung hier. Aktuell ist nur ein Termin – dann noch Feiertage – das könnte dann tatsächlich ein Problem werden.

Noch hab ich die ein oder andere Serie – aber  irgendwie sind auch die alle.

Also hoffen, dass sich die Handgelenke soweit erholen, dass wenigstens Stricken zeitweise wieder einigermaßen geht.

*****

Mache mir Sorgen um R., kann sie nicht erreichen und sie müsste wieder zu Hause sein.

*****

Spielt eigentlich noch jemand Quitzduell von euch (und ich bin echt schlecht darin, spiele es aber ganz gern)?

*****

Es wird werden.

 

Veröffentlicht unter Betreuung, Beziehungen/Kontakte, Bonsai-Tiger, destruktives Verhalten, Erinnerungen, Grenzen, kleine Schritte, Leben, Psycho-Somatik | Hinterlasse einen Kommentar

Dienstag

Körperlich wieder ein bisschen besser. In der Wohnung komm ich ohne Gehstützen klar, solange ich halt nicht ewig irgendwo stehe (Wäsche aufhängen brachte dann deutlich an die Grenze, Küche ebenfalls).

Die Lunge wehrt sich gegen das Verschluckte und so schnupf-hüstel ich hier rum – weil das offensichtlich Ängste auslöst (sehr nett heute: Handwerker in der Nachbarwohnung: „hast du gehört, da hat jemand gehustet, lass uns schnell die Wohnungstür zumachen“) und auch aus Höflichkeit dann Betreuungstermin heute mit Mundschutz. Ebenso wird der morgen beim Einkauf getragen (aber das war sowieso geplant).

Muss da mal mit meinem Arzt sprechen, denn das Verschlucken häuft sich in letzter Zeit doch sehr und so wirklich weiß ich nicht warum das so ist. Ich red da nicht von mal verschlucken, zweimal husten und alles ist gut, sondern verschlucken und dann Stunden-Tage was davon haben. Von Erstickungsanfällen zwischendrin fang ich erst gar nicht an.

Einkaufszettel ist geschrieben und irgendwie auch nicht so pralle. Überlege noch, ob ich vielleicht noch Spinat-Käse-Knödel auf die Liste schreibe für den kommenden Monat. Die würden wenigstens zum Salat passen.

Irgendwie ist mir heute ständig kalt. Ok, hab auch unter 20 Grad hier drin – aber das ist eher normal hier.

Wohnungstermin war heute aber ganz gut. Ich merke aber auch, dass Kontakt zu Menschen irgendwie – anstrengender – ist. Oder ich bin es halt nicht mehr so gewohnt.

Heute nicht mehr viel – noch ein Süppchen (gegen kalt), bisschen quizzen und dann ab ins vorgewärmte Bett und gemütlich lesen.

 

Veröffentlicht unter Betreuung, Beziehungen/Kontakte, destruktives Verhalten, Erinnerungen, Grenzen, kleine Schritte, Leben, Psycho-Somatik | Hinterlasse einen Kommentar

Montag

Aus der Zeit gefallen. Irgendwie. Nun denn.

Ansonsten heute wieder etwas besser drauf – trotz der Tatsache, dass es geschneit hat (und dadurch ich nicht raus kann, wegen Fallangst und Co).

Morgen steht Wohnungstermin auf dem Plan – dringend nötig.  Irgendwie sorgt das mehr zu Hause sein auch zu mehr Chaos hier.Wobei es sich dafür sogar im Rahmen hält. Aber es haben sich in den letzten Wochen wieder einige Ecken zu Kruschtecken entwickelt und da muss ich dringend was gegen tun.

Da die Handgelenken mittlerweile gar nicht mehr wollen, fallen malen und stricken erstmal weg. Nähen war auch eher naja.

Also wollte ich den Einkaufszetttel für den Großeinkauf am Mittwoch schreiben – aber irgendwie gibts auch keine schönen Angebote und auch grad keine Gelüste für mal was Gescheites kochen. Gibts halt mal wieder Salat oder so. Naja – muss ich morgen mal genauer schauen und mir überlegen, was ich im kommenden Monat so essen will.

Und ja – ich mach immer noch (wie schon seit über 10 Jahren) meinen Monatseinkauf. Nur dass ich diesmal halt für Nachbarn mit einkaufe (und von letzter Woche gelernt habe: alles auf einen Einkaufszettel, Geld in unterschiedliche Geldbörsen und dann getrennt zahlen – spart mir dann die Abrechnung und das rumsuchen im Laden).

Außerdem müssen wir auf dem Weg bei der Tierärztin vorbei, nochmal Medis abholen. Sie hatte mir nämlich nur 30 Stück geschickt, das reicht grad mal 12 Tage und es ist eh unklar, ob und wie sie die Praxis in den nächsten Wochen noch öffnen kann/wird.

Da aber da dann auch mein Betreuer im Urlaub, müssen wir das diese Woche regeln und da bleibt nur der Mittwoch.

Heute nicht mehr viel, bisschen quizzen, dabei den kleinen Gnom im Arm geniessen und dann gemütlich lesen im Bett

 

 

Veröffentlicht unter Betreuung, Beziehungen/Kontakte, Bonsai-Tiger, destruktives Verhalten, Erinnerungen, kleine Schritte, Krisenmodus, Leben, Psycho-Somatik | Hinterlasse einen Kommentar

Wochenende

Es kippelt.

So gut mir die Abstinenz von Menschen tut, so schwierig ist die Zeit ohne Termine, ohne wirkliche Struktur.

Mit Rad schaffe ich es wenigstens raus – aber nicht sehr weit. Immerhin – ich komm vor die Tür, während ich das ohne Rad ja auch schon nicht hinkriege. Aber – es liegt wohl doch auch irgendwie an Entfernung usw. Oder am mangendelnen Ziel?

Denn Stadt ginge gut – (nur käme ich nicht mehr zurück).

Es ist jetzt nicht schlecht – genaugenommen geht es mir für die Umstände immer noch erstaunlich gut und dafür bin ich dankbar.

Aber es wird auch – schwieriger. Das immer zu Hause sein. Ich merke, wie das rausgehen schwierigen wird – das Abschotten mehr wird. Mails werden nur noch selten beantwortet und wenn – erst nach viel Zeit. Kontakt ist ziemlich runtergefahren. Soziale Medien ausgeschalten – weitestgehend.

Und ja – das tut grad gut – das ist so viel weniger anstrengend, nicht innerlich ständig übersetzen zu müssen, Worte sortieren, einordnen, suchen, formulieren, nicht funktionieren zu müssen. Diesen Teil genieße ich richtig.

Aber ich merke auch, dass immer weniger geht. Immer mehr Ablenken, Flüchten in Serien- oder Buchwelten, Malen, Stricken (beides nicht mehr so sehr, da die Handgelenke wirklich arg motzen) usw.

Mir fehlt die Struktur und ich krieg es dadurch immer weniger hin selbst eine aufrecht zu erhalten. Kein Wunder – ist ja mit ein Grund für den Aufbau der äußeren Struktur, weil es sonst eben nicht geht.

Im Prinzip hab ich statt jeden Tag ein bis zwei Termine nun zwei die Woche – zweimal Betreuung. Und das auch nur noch diese Woche – dann ist der Betreuer erstmal in Urlaub – bis nach Ostern. Einen Vertretungstermin gibt es – Wohnungstermin.

Auch Pokemon spielen ist schwierig – weil ich gar nicht an einen Pokestop komme und somit weder Feldforschungen noch sonst was Gescheites machen kann.

Mir fehlt die Buchbinderei, die Phyiso (sehr sogar), die Therapie und sogar das Angsttraining. Es fehlt das rauskommen.

Weil mir Menschen sonst nicht fehlen fällt es mir vermutlich leichter als anderen, es ist auch weniger der Inhalt (außer bei der Physio), sondern eben die Termine, die Regelmäßigkeit, die Struktur, an der ich mich entlanghangeln kann.

Die Tage fließen ineinander über – und hätte ich nicht eine Meidkamentenbox auf der der Wochentag steht, wüsste ich gar nicht welcher Tag grade ist.

Immerhin – ich war heute das erste Mal seit längerem wieder auf dem Crosstrainer. Und auch wenn das aktuell nicht durch die Kondition begrenzt wird, ist es immer noch frustrierend zu merken, dass da halt auch grad nur wenig geht. Aber ich war drauf. Und ich will versuchen, dass das wieder täglich rein kommt – entweder Crosstrainer oder mind. eine halbe Stunde Rad fahren (das geht hier eh nur mit auf und ab und ich muss noch eine fahrbare Route suchen, weil irgendwie scheine ich aktuell zum Schluss immer bergauf zuhaben). Ich muss.

Um dem steigenden Gewicht und vor allem der schwindenden Mobilität was entgegenzusetzen. Und auch, weil es grad das einzige ist, was ich wirklich tun kann, bei dem ich aktiv was tun kann.

Etwas entgegensetzen – dem Abwärtsstrudel, der Decke, die auf dem Kopf fällt, der Stimmung, die kippelt.

Jetzt schon. Und nicht erst dann, wenn alles gekippt ist. Vorsorge treffen, damit es hoffentlich gar nicht erst schlimm wird.

Mich auf das positive konzentrieren: ich hab hier alles was ich brauche, muss mich nicht mit Menschen auseinander setzen, den Tag so gestalten wie es passt – wenn mehr geht, eben mehr, wenn weniger geht ist das auch ok. Froh, dass ich da nicht die Verantwortung für Kinder oder andere Familienmitglieder habe. Die Bonsai-Tiger stören sich nicht daran, wenn ich da mal einen Tag für mich bleibe. Und sind dennoch da – zum kuscheln und runterkommen.

Doch ja – ich kann zufrieden sein .

Veröffentlicht unter Betreuung, Beziehungen/Kontakte, Bonsai-Tiger, destruktives Verhalten, Erinnerungen, Grenzen, kleine Schritte, Krisenmodus, Leben, Psycho-Somatik, Therapie | Hinterlasse einen Kommentar