Thera heute

Donnerstag, 31. Juli 2014 - 18:41 No comments

Ein Versuch. Ich hatte dem Thera letztes mal eine Liste mit Liedern geschickt, die in mir was auslösen, was unglaublich wenige sind. Mir gefallen viele, viele berühren mich auch, aber dass sie auch Gefühle auslösen (über das ein paar Mal hören hinweg wenn möglich) ist selten.

Er wollte sich davon ein Bild machen und dann seinerseits Musik auswählen, mir diese vorspielen und ich solle mich auf die Musik und die Gefühle die sie auslöst einlassen.

Nun ist es ja so, dass es eh schon schwierig ist Musik für jemand anderen zu finden, dazu kommt, dass ich beim bewussten Musik hören, das sehr verkopft anhöre, mehr die Stimme analysiere usw. Gleichzeitig kann ich jetzt nicht sagen, dass Musik mich nicht berührt.

Von daher ging ich jetzt zwar nicht davon aus, dass es super funktionieren würde, wollte es aber auf jeden Fall probieren.

Geklappt hat es leider nicht. Er hat eine ziemlich breite Palette ausgewählt und eins hätte vielleicht sogar funktionieren können, wenn die nicht plötzlich die Stimmlage von Moll in Dur verändert hätten, weil das grade da für mich so gar nicht passte.

Alles in allem war dann heute eher Thema, wie Stimmen für mich wirken, dass ich z.Bsp nur wenige Frauenstimmen wirklich mag (gesungen), leider bei Sängern immer auch mehr auf die Technik achte und erst danach auf Ausstrahlung und es es oft vorkommt, dass ich ein Lied nur in einer best. Interpretation von einem best. SängerIn mag.

Es war in der zweiten Hälfte ein bisschen blöd, weil wir nicht so recht wussten, was wir jetzt machen sollen. Er hatte doch deutlich was anderes erwartet ;).

Singen ist im Moment für mich eigenartig. Weil ich mich festsinge und nicht sagen kann woran das grade liegt. Entweder geht dann auch nur ein recht kleiner Tonumfang oder ich werd nach kurzer Zeit so leicht heiser. Kenn ich von früher, fand ich damals schon doof und wenn sich das die nächsten Wochen nicht gibt, werde ich wohl bei H. mal anrufen und um eine Stimmbildungsstunde bitten. Die findet nämlich dann meist schnell raus woran es hakt oder wenn nicht, findet sie zumindest immer Übungen, die mich da raus holen und danach klappt es meist auch wieder.

Und das die Gefühle angeht. Die Pause durch seinen Urlaub letzte Woche – war einfach zu lang. Wenn über 2 Wochen zwischen den Terminen sind, bin ich einfach wieder viel zu sehr im funktionieren – und zu weit weg vom Gefühl. Wobei das so nicht stimmt, das Gefühl ist schon da, nur hinter eine Tür gepackt, die ich eher verzweifelt versuche zuzuhalten, also nichts mit mal kurz dahinter spähen.

Für mich ist oft eine Woche dann schon lang – um den Zugang zum Gefühl nicht ganz zu verlieren.

Dazu kommt im Moment, dass es halt schon zu lange her ist – und sich da mittlerweile wieder so viel angestaut hat, dass es einfach – viel – ist. Und definitiv in Tränen enden wird. Was ich dann wieder nicht hin bekomme und alles irgendwie noch komplizierter wird.

Dabei WEISS ich, dass es nicht ZUviel ist, ich auch sicher wieder ins funktionieren komme usw, aber die Angst ist einfach wieder größer, die Gegenstimmen lauter und ich unsicherer. Wenn wir das wöchentlich machen, wird es irgendwie etwas einfacher. Es ist halt dieser erste Schritt, der grad irgendwie nicht gegangen wird, wo ich kneife.

Daher hoffe ich, dass wir das das nächste Mal aufgreifen und ich nicht so ohne weiteres aus komme.

PS: Grad eine mail an den Thera geschickt, dass ich den nächsten Termin nur dem Fühlen widmen will – keine Ausflüchte, kein Erklären warum oder wieso oder was, sondern beim Gefühl bleiben, ihm nachspüren und der Termin wird komplett nur dem Fühlen gewidmet. Dem Darf sein. Ausflüchte werden wahrgenommen, aber ihnen nicht nachgegangen (gibt ja viele Möglichkeiten eine Angst zu erklären oder so gg), ein “bewusstes nein” zum Fühlen wird aber auch akzeptiert muss aber dann auch klar ausgesprochen werden. Alles andere ist Rumgeeiere. Wichtig ist dass er einfach immer wieder klarstellt, dass es ok ist. Weil das meist zwei Minute später von meinen Zweiflerstimmen in ein “ja das war vorhin, jetzt gilt das sicher nicht mehr” oder ein “das sagt er nur so, dabei ist er sicher froh, wenn ich da nicht heulend rumsitze und lieber was erzähle” oder “das gilt sicher nicht mehr, wir haben sicher gar keine Zeit mehr dafür” umgewandelt wird. Ich es wieder hören muss, dass es ok ist, dass ich fühlen darf, dass ich dem Gefühl folgen darf und egal was passiert – es ok ist.

Categories: Leben, Psycho-Somatik Tags:

Info

Mittwoch, 30. Juli 2014 - 20:57 1 comment

Der letzte Beitrag ist wirklich nur für die Leute, die mir die wunderbare Gitarre geschenkt haben, aus Datenschutzgründen bekommen auch nur diese 11 das Passwort. Wenn ich jetzt nicht irgendjemand übersehen habe, sollten alle das Passwort bekommen haben, sonst bitte melden (hab hier grad etwas Probleme mit Twitter, der mir manche Tweets nicht abschickt und mir aber nicht anzeigt wenn nicht).

Geschützt: Dankeschön für die, die sich am Geburtstagsgeschenk beteiligt haben

Mittwoch, 30. Juli 2014 - 20:43 Auch die Kommentare sind durch das Passwort geschützt.

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Fisch

Mittwoch, 30. Juli 2014 - 13:41 2 comments

Als Kind hasste ich Fisch, selbst Fischstäbchen waren nicht meins.

Von daher war das immer etwas, was ich später auch nie mehr kostete.

Als ich im Kloster war, gab es abends auch immer Fisch in irgendwelcher Art – Rollmops oder was auch immer.

Und ich entschied, dass ich für mich überprüfen möchte, ob ich Fisch immer noch nicht mag. Den Geruch mag ich nicht, das weiß ich.

So testete ich Hering in Tomatensosse – und fand das ganz ok, letztes Nightfever testete ich Thunfisch und fand ihn sogar sehr lecker.

Heute gab es als Belohnung (aus Gründen) ein Frosta-Gericht – und ich entschied das mit Lachs zu nehmen. Denn wem immer ich auch sagte, dass ich mich grade an Fisch ranteste, der möglichst nicht fischig schmecken soll, antwortete, dass ich dann Lachs probieren sollte.

Was soll ich sagen, ist ok, aber nichts was ich mir kaufen würde. Die Katzen freuts, die bekamen nämlich die restliche Lachsbröckchen ab (wobei meine ja nicht so auf Fisch stehen und daher auch nur je zwei oder so fressen).

Wie gesagt für mich ist es ein: kann man essen, muss man aber nicht.

Allerdings muss ich jetzt neu überlegen wie ich das weiter anteste, geplant war ja mal diese Fertiggerichte mit Fisch zu probieren, doch so wirklich überzeugt bin ich noch nicht.

hier so

Dienstag, 29. Juli 2014 - 16:50 No comments

Buchbinderei: heute das “Webbild” fertig gemacht  – zumindest grob – und ich schwanke zwischen in die Mülltonne kloppen und “och könnt ich mir an die Wand hängen”. Also werd ich das morgen ganz fertig machen und dann erstmal zur Seite legen – und nächste Woche endgültig entscheiden.

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Mittlerweile ist ein zweites dieser Viecher hinter das Display gekommen – und wuselt da jetzt rum – ich find schon das erste extrem störend, fand aber kein Anleitung wie ich die raus bekommen könnte. Dafür weiß ich jetzt, dass die nicht von den Aprikosen kommen, sondern irgendwo vom Balkon – immer wenn ich dort was mit den Pflanzen gemacht hab, find ich die Dinger haufenweise auf mir.

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Überlegt hatte ich ja ob ich so ein Webbild mit zwei mir wichtigen Bildern mache. Zum einen der Turm (dafür fand ich auch ein schönes und passendes Bild) und dann entweder eine Klippe am Meer oder ein aufgewühltes Meer oder so. Da fand ich leider nichts passendes, nur eine Skizze, dich jetzt kurzerhand einfach coloriert habe. Gefällt mir nicht wirklich und ich bekomm es auch nicht scharf fotografiert, aber mal sehen ob ich am Computer dann draus was basteln kann, was nicht so “selbst gemalt von Kind” aussieht.

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Physio fiel heut aus, nächste Woche werd ich absagen, da ich vorhabe mit MissMutig in den Bärenpart zu fahren – freu mich schon sehr drauf. Und am WE hab ich wieder Pebbels, was mich auch sehr freut (und meiner Kondition sicher gut tut).

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So jetzt nochmal schaue, ob ich das Bild scharf fotografiert bekomme, da wird es heute sicher eher ins Bett gehen.

 

Thera heute

Montag, 28. Juli 2014 - 16:38 No comments

Wieder mal so lange rumgeeiert, bis der Termin vorbei war. Irgendwie schaffe ich in dem Moment dann Schritt zum hinspüren und beim Gefühl bleiben nicht, kneife, lenke ab usw.

Für Donnerstag haben wir geplant, dass er Musik mitbringen wird, von der er ausgeht, dass sie bei mir was auslöst – bin ja gespannt. Fürchte aber eher, dass ich da viel zu verkopft drangehe, denn meist kann ich mich auf Musik nicht so einlassen, das passiert wenn immer eher nebenher.

Wie auch immer, wenn das nicht klappt werden wir bewusster damit umgehen – das hinspüren nicht so leicht aus den Fängen lassen und dann schauen was passiert.

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Betreuung

Montag, 28. Juli 2014 - 13:19 No comments

Könnt grad wieder mal kotzen.

Mit dem Koordinator telefoniert und vereinbart, dass er – unabhängig davon ob mein Betreuer bis dahin wieder gesund ist oder nicht – am Freitag Nachmittag mit mir den Großeinkauf macht. Denn damit hätte ich nächste Woche Montag und Mittwoch zwei lange Termine mit meinem Betreuer um die Wohnung wieder hinzukriegen (Montag hatten wir den Großeinkauf geplant).

Er müsse das noch mit seiner Vorgesetzten klären und würde sich melden.

Die sagt mehr oder weniger “nein”, da er zu viele Überstunden hätte (wie übrigens alle dort!), also versucht er jetzt eine Kollegin zu erwischen und zu fragen ob die einspringen kann – entweder Donnerstag ab 16 Uhr (nach der Thera, wobei ich da etwas Luft hätte, muss ich heut nur klären ob ich da dort warten könnte), Freitag gleich um halb acht, da ja um viertel nach 11 der eigentliche Betreuertermin geplant ist (der auch wichtig ist, damit ich die Einkäufe dann wegräumen kann) oder Freitag dann ab halb zwei etwa.

Alles bisschen suboptimal, nach der Thera oder Freitag morgens unter Zeitdruck – oder Freitag Nachmittag im Schlachtgetümmel, aber besser als wenn wir nächste Woche nur einen Wohnungstermin hätten.

Aber eben auch unklar wann. Immerhin: wenn die Kollegin nicht kann, wird der Koordinator mich am Freitag so gegen viertel nach zwei einsammeln – so dass der Großeinkauf “gesichert” ist, nur das wann und wie und mit wem noch nicht (was für mich an Unsicherheiten aber auch reicht ehrlichgesagt).

Die Überstunden bzw das so voll gepackt werden der Betreuer führt ja schon dazu, dass Stunden nicht nachgeholt werden können – egal warum sie ausfallen. Das ist in Urlaubszeiten und bei Krankheit wirklich Mist, zumal hier die Stadt gerne die Stunden kürzt, wenn sie nicht immer ausgereizt werden. Außerdem fehlen so die Ruhe- und Erholungszeiten der Betreuer zwischen den Terminen, was man deutlich merkt und echt ungut ist.

Categories: Betreuung, Krisenmodus, Leben, Psycho-Somatik Tags:

Abhängigkeiten

Montag, 28. Juli 2014 - 11:22 1 comment

Da mir im realen Leben in den letzten Tagen zweimal die Frage gestellt worden ist, warum es für mich so um die “Existenz” dabei geht, möchte ich das auch hier nochmal aufgreifen.

Das ich alleine wohnen kann, ist nur mit Unterstützung möglich. Alleine schaffe ich es weder die Wohnung einigermaßen aufgeräumt und müllfrei zu halten, noch wirklich für mich gut zu sorgen. Dazu gehört natürlich der Einkauf, das Kochen, Arzttermine wahrzunehmen, Rezepte zu holen und rechtzeitig einzulösen, es geht aber auch darüber hinaus – alleine schaffe ich es nicht eine Struktur zu schaffen, was mittelfristig dann auch zur Vernachlässigung von Essen, Anziehen, Körperpflege usw führt.

Die beiden Hilfen sind die ambulante Betreuung und die Therapie.

Die ambulante Betreuung hilft mir eine Wochenstruktur zu schaffen (durch die Aufteilung der Termine), sie ermöglicht Arzttermine oder ein Rezept abzuholen und dieses einzulösen, einzukaufen und durch den wöchentlichen Wohnungstermin, in dem wir gemeinsam die Wohnung aufräumen und sauber machen eben auch diese zu nutzen.

Ein vollgestellte oder -müllte Küche kann man nicht mehr zum Kochen nutzen, ein Bad, das wochenlang nicht geputzt wurde, ist irgendwann in einem Zustand, dass selbst duschen ein Problem werden könnte.  Aber auch so – ich würde mehr und mehr versumpfen, wenn es nur darum geht die nächste Stunde zu überleben, ist anziehen oder duschen oder waschen oder was auch immer – nicht mehr so wichtig – weil alles an Energie ins “Überleben” geht und einfach nichts mehr da ist.

Ohne den Einkauf wäre ein Kochen nicht möglich und wenn ich nur einmal im Monat einkaufen kann (so lief es früher), ist das Essen reichlich ungesund, weil spätestens nach 10 Tagen kein Obst und Gemüse mehr da ist. Ohne Einkauf würde ich aber auch irgendwann verhungern. Denn hier gibt es fußläufig nur einen Laden – und das ist ein kleiner “Tante-Emma-Laden” – ein gemeinnütziger Verein vor Ort, der sich selbst tragen muss – entsprechend sind die Preise – für mich nicht mal für einen Liter Milch tragbar.

Wenn ich keine Termine habe (außer Haus), lass ich die Körperpflege schleifen. Einfach weil es anstrengend ist und ich sowieso ständig Prioritäten setzen muss, weil ich nicht alles schaffe – wenn ich jetzt nirgends hin muss und niemand zu mir kommt, ist einiges doch wichtiger als Duschen jeden Tag.

Wobei das “jeden Tag” schaffe ich auch aktuell nicht. Ist aber auch ok so.

Ohne Betreuung käme ich nicht zum Arzt und nicht an meine Medikamente. Denn zumindest Anfang des Quartals wollen die die Karte – und zumindest meine Ärzte wollen die nicht mit der Post schicken (sind wohl viele verlorengegangen, hat ja Scheckkartenformat).

Das zweite ist die Fahrtkostenübernahme zur Therapie. Dazu zählt neben der Psychotherapie auch die Arbeitstherapie (ohne die mir schlicht die Decke auf den Kopf fällt) und die Physiotherapie (ohne die die Mobilität sich weiter einschränkt – und nein das sind nicht Übungen die ich zu Hause machen kann, mit das wichtigste Gerät ist der Crosstrainer mit ellyptischen Lauf – also die Teile mit Vorderradantrieb und die so ab 800 Euro kosten, für mich nicht finanzierbar).

Ohne diese Fahrtkostenübernahme fällt zumindest die Arbeitstherapie und die Physio* weg, wobei aktuell dann wohl auch die Psychotherapie, weil mein Betreuer so voll ist, dass er vermutlich diese Fahrten nicht übernehmen könnte.

(* Physio läuft nicht über die Fahrtkostenübernahme sondern über die Betreuung, fällt aber als erstes weg, wenn die Betreuung sich auf anderes konzentrieren muss, was dann bei Therapie-Fahrten der Fall ist um wenigstens den einen Termin Psychotherapie die Woche zu schaffen).

In dem Jahr ohne Therapien (wobei die Psychotherapie ja noch ein gutes halbes Jahr lief), hab ich vieles von dem, was ich mir in den letzten Jahren hart erarbeitet habe, wieder verloren.

Ich hatte es geschafft raus zu sein aus der “Drehtürpsychiatrie”, es geschafft die Wohnung “vermietertauglich” zu halten (also so, dass ich ohne Angst auf Konsequenzen den Vermieter auch in die Wohnung lassen konnte – zumindest wenn er ein paar Stunden vorher Bescheid gab), ich bin fast alle Psychopharmaka los geworden – bis auf einen kleinen Rest, der vernachlässigbar war. Und das Wichtigste: ich lebte, es war nicht nur ein “überleben” und “irgendwie hinkriegen”, sondern leben.

Klar mit auf und abs – aber das gehört zum Leben doch dazu.

Nach diesem Jahr standen stationäre Aufenthalte plötzlich wieder im Raum und fanden nicht statt weil ich nicht stabil genug dafür bin. Die Wohnung – sicher auch durch den Umzug bedingt – krieg ich im Moment alleine gar nicht hin, ehrlichgesagt bin ich schon froh, wenn ich mir mal was gekocht bekomme. Doch selbst da bin ich dann danach so fertig, dass ich es nicht mehr gegessen kriege.

Ich lief wieder an Gehstützen, war froh, wenn ich die Treppen hochkam, weil ich schmerztechnisch jenseits von gut und böse war. Die Medikamente kamen wieder dazu und waren auch bald wieder in den höheren Lagen. Mir fiel die Decke auf den Kopf und ich bekam immer weniger geregelt. Und irgendwann war es halt kein “überbrücken” mehr, was auch mit Freunden möglich war, sondern ein Dauerzustand – der eben nicht mehr so ohne weiteres abzufangen war.

Ohne meine Freunde hätte ich dieses Jahr nicht geschafft, aber das es halt so ist, dass ich auch mehr Hilfe benötige als Freunde so geben können, ist das kein Dauerzustand – und auch nicht als solcher möglich.

Ich rutschte vom “leben” wieder ins “nur noch irgendwie überleben” – erst immerhin noch von Woche zu Woche, mittlerweile von Stunde zu Stunde und in mancher Stunde auch eher von 10 Min zu 10 Min.

Struktur gab es keine – und damit verlor ich auch die – wirklich sehr sehr hart erarbeitete – Stabilität.

Klar sehe ich auch, dass ich – grade weil ich so viel erreicht habe – das jetzt noch irgendwie “überlebe”, aber ganz ehrlich: das ist kein Leben.

 

Ständig im Hinterkopf, dass ich das benötigte und erfüllte Merkzeichen, dass ich für die Fahrtkostenübernahme benötige, vielleicht nicht kriege. Weil es ein Präzedenzfall ist und daher unberechenbar. Unklar ob der Richter wirklich den Einzelfall sieht oder doch eher, was dann auf sie zukommen könnte, wenn sich andere dann auf diesen Fall berufen oder ob er es einfach lieber an höhere Stelle abgibt.

Ohne das Merkzeichen, fallen die Fahrtkosten weg – selbst wenn wir Widerspruch einlegen (was wir dann auf jeden Fall machen werden – nur das dauert dann wieder 1 Jahr oder so – und ich krieg nicht mal 2 Monate überbrückt).

Mit Merkzeichen muss ich mich dann damit auseinandersetzen, mich damit arrangieren. Denn wer ist schon gerne “hilflos”?

 

Alles in allem – bevor wir diese Hilfsnetzwerke aus Betreuung, Therapie, Physio, Arbeitstherapie – und damals auch das Schwimmen – aufgebaut hatten, habe ich versumpft gelebt. Es war an einem Punkt, an dem wir das Gesundheitsamt eingeschalten haben um Hilfe schnell zu bekommen. Weil es nicht mehr tragbar war, weil ich nicht in der Lage war mich selbst zu versorgen.

Für mich war es sehr sehr schwer mir das einzugestehen, vor allem weil schon damals ein betreutes Wohnen nicht in Frage kam. Deshalb haben wir dieses Netz gewoben und es hat gut getragen.

Einen Monat, bevor es plötzlich wegfiel, hatte ich es laut ausgesprochen, gesagt, dass es mir gut geht, dass ich genau die Hilfe bekomme, die ich brauche, so dass mich das Leben fordert, aber nicht überfordert.

Vielleicht hätte ich das nicht sagen dürfen. Erst fielen die Fahrtkosten weg und plötzlich ging es in der Betreuung nur noch darum die Therapiefahrten zu übernehmen und die Wohnung wenigstens so ganz grob zu halten. Tafel, Schwimmen, Physio, Arbeitstherapie, aber auch Arzttermine fielen weg. Wir schafften es grad so die Karte vorbeizubringen, dass ich wenigstens an die Medikamente kam, aber auch das oft genug nicht rechtzeitig.

Dann fiel im Juni die Betreuung weg – geplant – der Wechsel zum anderen Anbieter, die erst meinte, sie hätte ein paar und dann war es plötzlich doch keiner der passte.

Und fast zur selben Zeit bekam mein Therapeut einen Rappel und beendete die Therapie von jetzt auf gleich.

Und ich stand da – mit nicht wirklich funktionierender Betreuung und ohne Fahrtkostenübernahme.

Dies kam dann im November Gott sei Dank wieder dazu – im Prinzip weil sich mein Zustand in den wenigen Monaten massiv verschlechtert hatte. Nichts mehr mit Stabilität oder sonst etwas. Der Krankenkassenmitarbeiter fand ein Schlupfloch – es war dort nicht klar, dass wir mit dem Merkzeichen im Widerspruchsverfahren sind.

Da die Juristen die Fahrtkostenübernahme stoppten, für Juristen aber ein Widerspruch bedeutet, es ist noch nicht entschieden – konnten die Fahrtkosten bis zur Entscheidung übernommen werden. Leider wird das bei einem Gerichtsentscheid dann nicht mehr so ohne weiteres möglich sein.

Meine Kasse sagt ganz klar: wir wollen die Fahrtkosten übernehmen, aber sie haben ihre Vorschriften und dazu benötigen sie eben das Merkzeichen – dessen Kriterien ich ja erfülle – wenn auch aus psychischer und nicht aus physischer Sicht. Das ist ja auch der “Streitpunkt”. Der soweit ging, das mir das Merkzeichen RF aberkannt wurde, denn das wurde ja wegen psychischer Beeinträchtigung bewilligt, da sie aber nicht beim einen das machen können, beim anderen nicht, wurde das zwischendrin während des Widerspruchsverfahrens kurzerhand mal aberkannt (ist auch einer der Streitpunkte vor Gericht, aber das geht es nicht um die Existenz).

Ich hab in den Monaten fast alles, was ich in jahrelanger harter Arbeit an mir erreicht habe, wieder verloren. Und konnte das bei weitem nicht wieder aufbauen.

Mein alleine wohnen hängt also sowohl an der ambulanten Betreuung, als auch an der Fahrtkostenübernahme und hier aktuell eben daran, dass ich das Merkzeichen zugesprochen bekomme, damit die Fahrtkosten weiter übernommen werden können.

Beides ist unsicher. Die Betreuung – nun ja – ist in einer Art “Probezeit”, und nachdem der Betreuer innerhalb eines Monats dann zweimal krankgeschrieben war, für mich auch fraglich – ob das grad blöder Zufall war oder eher eine Art “Dauerzustand”, denn dass ihn die Umstellung (er ist von Teilzeit mit wenigen Wochenstunden auf Vollzeit ambulante Betreuung umgestiegen) etwas überfordert, ist leider auch deutlich.

Tja und wie das Gericht entscheidet – und wann – ist auch unklar. Nur das hier auch klar ist, dass ein ablehnender Bescheid auch das aus bedeutet, sofern die Kasse den Widerspruch hier nicht auch als “nicht entschieden” wertet, was eher unwahrscheinlich ist.

Ich bin schon lange nicht mehr an dem Punkt, an dem ich was abfangen kann. Dass das damals so lange gut lief, lag auch daran, dass es mir zu dem Zeitpunkt gut ging, ich wirklich stabil war und wirklich viel Hilfe von Freunden bekommen habe.

Diesmal ist es anders, denn ich bin schon im Krisenmodus – und da wird Hilfe von Freunden allein leider auch nicht mehr helfen.

Ja – ich bin abhängig von dieser Unterstützung, dieser Hilfe. Es war schwer genug das zu akzeptieren. Aber ich hab auch gesehen, dass es mit dieser Unterstützung gut klappt, dass sie auch reicht.

Es ist sehr frustrierend das zu wissen und darum kämpfen zu müssen, diese Unterstützung weiter zu bekommen. Vor allem da die Stelle, die das Geld kostet, klar sagt: wir zahlen das gerne, brauchen aber das entsprechende Merkzeichen.

Ich hab mich damit arragiert abhängig davon zu sein – eben weil es lief, weil es funktionierte und ich eine ganz neue Lebensqualität kennenlernte. Weg vom “Überleben” und wirklich leben. Was für mich ja eine ganz neue Erfahrung war.

Und es tut weh, dass es darüber hinaus auch wieder die Abhängigkeit von irgendjemanden ist, der an seinem Schreibtisch sitzt und entscheidet. Dass wieder jemand andere über meine Leben entscheitet. Darüber ob es ein “leben” oder “überleben” wird. Denn letzteres mache ich sicher nicht auf Dauer mit – nicht mehr. Der Preis ist mir zu hoch.

 

 

 

dies und das

Montag, 28. Juli 2014 - 09:25 No comments

Gestern bis halb zwölf sicher gewesen, dass Montag ist – bis halt weder Anruf noch Betreuer auftauchten und ich ihn anrufen wollt – erst da merkte ich, dass erst Sonntag ist.

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Nochmal die Liedmappe überarbeitet, weil eine handvoll Lieder fehlten (warum auch immer – ich weiß sicher, dass ich  sie auch kopiert hatte), von daher sind zweiseitige Lieder nun teilweise mit Thesa an der Hülle befestigt.

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Der Betreuer ist weiterhin krank – und hier geht die Wohnung unter. Schon letzte Woche eigentlich, aber mittlerweile ist es wirklich schlimm – schon allein wegen der Hitze. Schon seit einigen Tagen endet jeder Versuch auch nur ein wenig in der Küche zu machen in so massiven Druck, dass es meist in selbstschädigendem Verhalten endet.

Was mir am meisten zu schaffen macht: es wird ziemlich sicher keine Vertretung geben, da der, der sonst vertritt in Urlaub ist und es wird auch nicht möglich sein die Stunden nachzuarbeiten (sozusagen dann nächste Woche einfach zwei lange Wohnungstermine zu machen um wieder Grund rein zu kriegen), da der Betreuer knalle voll ist mit Klienten und das zeitlich gar nicht unterkriegt.

Wir hatten es grade so geschafft, dass jetzt wieder – Routine – einkehrt, Grund in der Wohnung ist und die Abläufe klar waren und ich auch merkte, dass ich es damit sehr viel besser hinbekomme – trotz der Tatsache, dass die Termine nicht so “sicher” waren. Aber es war in der Wohnung Grund drin.

Ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll. Mir ist schon klar, dass er nichts dafür kann und wirklich krank ist, aber hier geht immer mehr das Vertrauen verloren, dass das mit der Betreuung sich schon einpendeln wird. Die Angst und Befürchtung, dass das nicht so ist, überwiegt doch deutlich.

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Am Wochenende meine Minze und vor allem meine Pepino (Birnenmelone) radikal zurückgeschnitten. Sie hatte ja keine Fruchtansätze, vermutlich weil die von einem Miniplänzchen im 9cm-Topf zu einer Riesenpflanze im 35cm-Topf (und der ist schon fast zu klein) gewuchert ist. Bei so viel Energie in Verbreitung und Größe bleibt nichts mehr über für Früchte. Außerdem hab ich heute gelesen, dass sie zuviel Dünger auch nicht mag und dann ins Kraut schießt – ich hab sie zwar nur zweimal gedüngt, aber sie kam in neue Erde und da bin ich mir nicht sicher, ob die nicht vorgedüngt war.

Jedenfalls schnitt ich einen 30L-Müllsack voll zurück und nahm dann ein paar Zweige, die ich in Wasser gestellt hab – mal schauen ob sie sich so vermehren lassen (mittlerweile hab ich nachgelesen – sie lassen sich tatsächlich so vermehren, wenn also jemand ein Pflänzchen haben will – melden ;) ). Und nächstes Jahr kein Dünger mehr.

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Kennt ihr diese Minikrabbeltiere, die man manchmal auf Aprikosen findet? 3-4mm lang und nichmal 1 breit oder so? Eins von diesen Biestern ist mir irgendwie in das Display gekrochen – also hinter die “Scheibe” – weiß einer wie ich die da wieder rauskriege (wobei sie mittlerweile leider nicht mehr lebt, sondern einen “Fleck” hinterlässt).

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Heutige Aufgabe: beim Betreuungsverein anrufen und fragen ob nächsten Montag (oder sonst wann) eine Vertretung den Großeinkauf übernehmen kann, damit wir wenigstens dann nächste Woche zwei lange Termine für die Wohnung hätten. Hoffe nur ich krieg das hin.

Dann um halb zwei geht’s zur Thera, da ja letzte Woche ausfiel, ist diese Woche wieder Mo und Do.

 

 

freier Tag

Donnerstag, 24. Juli 2014 - 18:22 No comments

Ich wusste nicht so recht, ob ich mich über den freien Tag freuen sollte oder davor Angst haben – von daher startete ich mit ein bisschen von beidem in den Tag ;).

Streckenweise war es schwierig, aber im Großen und Ganzen hat es eher gut getan. Ich hab die Lieder der neuen Liedermappe in spielbare Varianten gesetzt (bis auf die letzten 10 oder so), bisschen Gitarre gespielt, Schoko-Minz-Pudding gekocht, ein paar Zeichen-Versuche gestartet (und ich krieg den Turm immer noch nicht gezeichnet), nebenher fern gesehen (neue Serien wie King & Maxwell oder Cracked, neues auf den Amazon-Wunschzettel gesetzt und jetzt gleich geht es mit dem Medicus ins Bett (gestern mit der Reihe begonnen – hatte die alle vor Jahren schon mal gelesen).

Morgen wird es ein langer Tag. Buchbinderei, dann nach Hause, Kartoffel schälen und aufsetzen, unter die Dusche, danach den Kärtner-Salat fertig machen und dann muss ich mich schon mehr oder weniger fertig machen für NF.  Auch wenn es morgen deutlich entspannter ablaufen sollte, da wir für die Musik kaum Technik brauchen (nur das Keyboard). Immerhin klappt das mit der Hinfahrt.

Da sich wieder mal niemand fürs Aufräumen gemeldet hat, werd ich nach NF doch noch eine Weile beim Aufräumen und Abwaschen helfen, aber das ist auch ok.