Donnerstag

Buchbinderei war ganz gut heute – hauptsächlich Schmuckpapier für einen Auftrag machen und dann die zwei aktuellen Aufträge zuschneiden.

Danach Termin beim Ersatzthera, der schon mal Plan Y in die Wege leiten wollte. So zur Sicherheit quasi. Noch ist nichts wirklich geklärt, mal schauen.

Im Anschluss mit dem Rad zum Angsttraining und da dann vom Betreuer eingesammelt worden.

Wohnungstermin. Dringend notwendig, denn die Bonsai-Tiger stellen mir grad gewaltig die Wohnung auf den Kopf. Für die gut, für mich eher mühsam. Passt aber schon so. Den dreien geht es sichtbar gut.

Und das, nachdem ich letzte Nacht fast in die Tierklinik gefahren wäre – von jetzt auf gleich zitterte der kleine Gnom, versuchte sich erfolglos zu übergeben und schrei-maunzte herzzerreissend. Bauchweh war klar, aber sie ließ sich kaum anfassen oder beruhigen.

Nach einer halben Stunde war es genauso schnell wieder vorbei wie es gekommen war – vermutlich lag ein Pups quer. Es geht ihr wieder gut und ich bin sehr erleichtert.

Für morgen Betreuung abgesagt, weil wir deutlich über den Stunden sind.

Heute nicht mehr viel – noch bisschen fernsehen und dann ab ins Bett. Bin hundemüde.

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Pläne

Ich gehör zu den Menschen die immer mind Plan A-G haben. Egal um was es geht – es gibt einen Plan und einen Ersatzplan und dafür weitere Ersatzpläne.

Es hilft mir zu sortieren und mich vorzubereiten. Das Gefühl vorbereitet zu sein mindert die Angst.

Aktuell bin ich in einer für mich neuen Situation. Ich bin bei Plan X angekommen. Es gibt noch einen sehr unrealistischen Plan Y und dann den finalen Plan Z.

Der Plan, den ich nicht will. Denn es bedeutet, dass wir alles andere ausgeschöpft haben – und das Ergebnis für mich nicht aushaltbar, nicht lebbar ist. Kein Versuchen von diesem oder jenem mehr – diese Versuche haben wir dann alle hinter uns – ohne Erfolg.

Es bleibt also nur ein Ergebnis offen. Eines, mit dem es ein aushaltbares Weiter geben kann. Eines, das notwendig wäre, damit Plan Y realistisch werden könnte.

Das ist mir bewusst. Schon lange, nicht erst jetzt. Schon seit Jahren ist es klar – und auch wenn sich dann immer wieder ein Um- oder Ausweg zeigte, sind auch die jetzt einfach – ausgeschöpft.

Das Neue an der Situation für mich ist – für mich kommt in Gedanken nur ein Erfolg in Frage. Die Fahrtkosten werden bewilligt und ich bekomme die Zeit, die ich brauche um Alternativen dazu zu schaffen.

Ich bekomme ein Schreiben von der Krankenkasse, in der mir die Bewilligung mitgeteilt wird.

Das ist für mich – im Moment – das einzig denkbare Szenarium.

Und ja – mir ist durchaus bewusst, dass grade keiner sagen kann, wie dafür die Chancen stehen. Dass es – wahrscheinlich – anders kommen wird.

Aber das kommt nicht an. Weil es nicht sein darf. Weil ich den verdammten Plan Z nicht will und es dann aber eine wirkliche Wahl mehr gibt.

Wir hatten Jahre Zeit alle Alternativen durch zu gehen. Jeder noch so kleinen Hoffnung hinterher zu rennen.  Dies ist unsere letzte Hoffnung – auf die wir grad alles setzen.

Ja Plan Y wird dann laufen – aber es wird Plan Z nur hinauszögern. Es wird am Ergebnis leider nichts ändern können.

Dem kann ich nicht ins Auge sehen. Ich kann nicht dran denken, diese Gedanken nicht zulassen.

Weil ich das nicht aushalten kann und dann mit Sicherheit die Zeit bis zur Entscheidung – gar nicht nicht schaffen könnte.

Es ist ein klammern an eine letzte Hoffnung. Ein Fliehen in eine Möglichkeit eines Weiters.

In mir ist nur Platz für das „Ja – die Bewilligung kommt – ohne sie zu erstreiten. Die Zeit bis dahin kann ich schaffen“.

Natürlich gäbe es theoretisch die Möglichkeit ein nein anzufechten – sogar mit guten Erfolgsaussichten. Aber ich hab nicht nochmal 6 Jahre Zeit bis da eine Entscheidung fällt. 6 Jahre, in denen die Kasse eben nicht aus goodwill und weil sie davon ausgehen, dass ich das Merkzeichen eh kriege erstmal weiter die Fahrten übernehmen.

Ich hab nach nicht mal 3 Wochen schon große Schwierigkeiten das hin zu kriegen – und dabei hab ich ja sogar noch 2x die Woche die Möglichkeit zu Buchbinderei, Ärzten, Ersatzthera und Co zu kommen. Ehrlichgesagt dachte ich, es wird erst schwierig, wenn das im September auch weg fällt.

Mit Entsetzen merke ich, was allein in diesen drei Wochen in mir schon wieder kaputt ging. Wie viel von dem mühsam erreichten wieder einstürzt, sich alte Verhaltensmuster, destruktive Muster, wieder drauf stürzen und sich einschleichen.

Es muss gut gehen. Weil es nur so ein weiter geben wird. Es gibt keine andere Möglichkeit – weil ich die Alternative nicht will. Weil ich nicht will, dass es ein Ende hat. Dass ich nach all den vielen Jahre zu kämpfen – aufgeben muss. Aufgeben werde, weil die Alternative nicht aushaltbar ist, nicht lebbar. Nicht für mich.

Vielleicht mache ich mir was vor – klammere ich mich zu sehr an diese letzte Hoffnung. Mir ist klar, dass selbst eine Bewilligung mittlerweile eine Krise auslösen wird – und ich muss lachen, wenn ich das schreibe – weil ich doch schon mitten in einer verdammten Krise stecke.

Es ist wie eine Saite, die zu sehr gespannt wird – die dann bei der kleinsten Berührung reisst.

Nur bei einer Bewilligung wird die Krise nicht all zu lang sein, werde ich das hinkriegen.

Ich klammere mich an diese letzte Hoffnung, weil es alles ist, was ich noch habe.

Ja ich könnte umziehen – das würde vielleicht eine Möglichkeit schaffen. Aber wie die Miete in der Stadt zahlen, wenn ich die außerhalb schon grad so hinbekomme? Wie den Umzug schaffen, die Kosten für alles. Und da rede ich noch gar nicht davon überhaupt eine Wohnung zu finden. Oder mir ein Elektro-Trike kaufen.

Oder einfach gesund werden – diese verdammten Busfahrten schaffen. Ohne mich im Bus zu übergeben oder irgendwo zu mir zu kommen, weil ich so dissoziert bin, dass ich eben leider nicht mehr funktioniere. Oder überhaupt erstmal das Ein- und noch schlimmer das Aussteigen hinzukriegen. Oder an einer Bushaltestelle vorbeigehen, ohne dass ich fast durchdrehe. Oder überhaupt erstmal ohne Begleitung das Haus verlassen.

Dieses „ich könnte“ haben wir in sämtlichen Varianten durchgespielt. Es fehlt an Zeit und an Geld oder der dafür nötigen Gesundheit – oder an allem dreien.  Nichts davon ist in den nächsten Jahren realisierbar.

Also muss eine Bewilligung kommen. Es geht nur darum die Zeit bis dahin hin zu kriegen.

Alles andere darf einfach nicht sein. Ist nicht. Wird nicht passieren.

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Dienstag

Ging heute, dafür dass ich keinen Termin hatte.

Dafür sehr viele Stunden einen vertrauensselig schlafenden Bonsai-Tiger auf mir oder in meinen Armen. Der kleine Gnom hatte eine aktive Nacht und musste wohl Schlaf nachholen.

Die selbst gestellte Aufgabe mir was warmes zu Essen zu machen (und nicht nur was aufwärmen) hab ich auch erfüllt – sogar einen Kuchen gebacken. Ovomaltine eignet sich dafür nicht – außer man mischt es wirklich gut in den Teil, ich wollte ja eher so eine „Pulverschicht“ dazwischen. Klappt nicht. Nur für den Fall, dass das mal jemand probieren will.

Sieht jetzt halt sch… aus, krümelt sehr, schmeckt aber.

Körperlich wieder soweit fit.

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Montag

Endokrinologie lief soweit gut.

Bis darauf, dass ich morgens das weglassen sollte und danach vergessen hab.

Mit Rad bin ich dann zur Physio und noch eine große Pokemon-Runde gefahren und als mich der Betreuer einsammelte, war höchste Zeit. Knapp halbe Stunde vorher wurde mir kotzübel, Kreislauf kippte immer mal wieder weg, ich schwitzte wie Sau und fror. Außerdem wackelige Beine und das Gefühl völlig fertig zu sein, zu müde für den Sch…,

Zuhause ging es erstmal ins Bad und von der Schüssel kam ich dann nicht mehr wirklich runter (mehr wegen Kraft, Kreislauf und Co). Selbst Traubenzucker wurde zur Qual, aber irgendwann konnte ich das Cortison nehmen und es blieb auch drunten. Zwei Salzstangen folgte – das war dann aber auch schon schwierig.

Im Bett mit vielen Decken eingewickelt fror ich immer noch, döste etwas, aber der Kreislauf war wieder da und das Zittern und Schwitzen wurde weniger und bis auf die Übelkeit wurde es langsam.

Soweit, dass ich eben auch was essen konnte – dann verschwand auch die Übelkeit.

Betreuer schickte ich irgendwann nach Hause, er muss ja nicht hier ausharren, während ich nicht von der Toilette hochkam.

Dank Cortison und Traubenzucker wurde es besser, nach dem Essen dann auch richtig besser. Durchfall blieb noch, aber das ist in so einer Situation normal.

Da es mir so oft empfohlen wurde, Ausschnitte sehr lustig klangen, hab ich mir die Känguru-Chroniken ausgeliehen – ich freu mich da richtig drauf.

Jetzt gleich Richtung Bett, bevor mir der kleine Gnom zum x. Mal den Laptop ausschaltet. Noch bisschen lesen, Flüssigkeit auffüllen und dann schlafen.

 

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Sonntag und Endokrinologie-Gedanken

Ein essenstechnisch sehr ungesunder Tag. Bis mir klar wurde, dass ich mir Druck mache – wegen des morgigen Termins in der Endokrinologie.

Weil da auch das Gewicht immer Thema ist. Das ist auch ok so. Nur die letzten Wochen ging das nach oben. Nicht wegen Fressanfällen oder ähnlichen, sondern weil es psychisch so mies geht, dass keine Energie für gesundes Essen über ist.

Für gesund einkaufen – da das meiste sonst schlecht wird – eben weil ich es nicht verarbeitet bekomme und mir dann das Geld zu schade ist. Für Kochen, das über ein Warm machen oder mal ein paar Kartoffeln schälen oder so hinaus geht.

Und oft genug werden es dann Salzstangen oder Eis oder viel Brot. Dazu die weniger Bewegung, weil ja das Rad weg war, es zu Hause auch schwierig ist und rausgehen – was ja sonst meine Alterntive ist – grad auch nicht geht.

Druck, dass ich nicht klar genug machen kann, dass ich zwar psychisch im Ausnahmezustand bin, es körperlich aber dank des neuen Medikamentes immer noch super geht. Dass das nicht getrennt gesehen werden könnte. Oder eine Medikamentationsänderung Thema werden könnte.

Seit es körperlich so gut läuft – will ich da nicht wirklich hin. Will nicht dass was geändert wird. Ausprobiert wird. Das, was vorher super war für mich. Nur deshalb haben wir was gefunden, was so gut hilft. Auch wenn es keine logische Erklärung gibt. Nur die Erfahrensberichte von vielen Patienten, die ähnliches berichten. Ich bin kein Einzelfall hier.

Aber einen wissenschaftlich fundierten Grund – gibt es nicht.

Trotzdem hat es für mich so vieles verändert. Mir eine Lebensqualität zurückgegeben, auf die ich fast 30 Jahre verzichten musste. Ich will da nichts weiter „ausprobieren“, ich will, dass es so bleibt.

Aber körperliche Beschwerden von der Psyche zu trennen, fällt schwer. Auch wenn es körperlich gut geht – super sogar. Bei schlecht ist es dann halt die Psyche – das kennt wohl jeder mit einer psychischen Erkrankung.

Die letzten Monate haben so deutlich gemacht, dass vieles aus den letzten Jahrzehnten eben doch körperlich war. Der Körper zu wenig Cortisol produziert hat. Jetzt, wo er genug bekommt – spielt der Körper mit.

Trotz heftiger psychischer Krise bin ich um Welten fitter, hab nach  wie vor keinerlei Reizdarm-Symptomatik, kann essen was ich ich , keine Übelkeit, kein Durchfall nur weil ich was gegessen/getrunken habe. Wenn ich mich körperlich mal übernehme reicht ein Tag zur Erholung, früher brauchte ich oft 3-4 Wochen. Mein Blutdruck ist in Ordnung und nicht mehr schon hoch, wenn ich mal 105 hatte. Ich bin Leistungsfähiger und hab auch abends noch Kraft und Energie. Keinerlei Prioritäten setzen müssen was Skills angeht.

Das kann sich keiner vorstellen, der das nicht selbst erlebt hat. Bei mir waren das fast 30 Jahre.

Gegen ein gutes halbes Jahr in dem das endlich anders ist – nur weil ich ein anderes Hydrocortison-Präparat nehme. Die selbe Menge, aber andere Verteilung/Freisetzung.

Das will ich nicht wieder hergeben. Nur deshalb bin ich noch zu Hause, kann ich noch zu Hause sein, weil genug Energie und Kraft da, mit all dem Mist umzugehen. Den Tag zu überleben.

Ich will nicht, dass was ausprobiert wird oder geändert. Nicht jetzt. Nicht im Moment. Never change a running system.

Leider zählen Erfahrungswerte von Patienten oft nicht. Nicht genug. Und davor hab ich Angst.

Ich hab eine Lebensqualität kennengelernt, einen Körper der einfach funktioniert, der mich nicht ständig im Stich lässt, nicht schon vor der Psyche schlapp macht. Den will ich nicht mehr hergeben!

Auch wenn die Psyche im Ausnahmezustand ist – es ist ein unterschied ob es mir psychisch schlecht geht oder psychisch UND physisch.  Ich hab mit der Psyche genug zu tun und ich brauche dafür meinen soweit funktionierenden Körper.

Allein der Gedanke daran wie es vor Januar war – lässt mich grausen. Ich hab eine Welt kennengelernt, in dem ich was machen kann, aktiv sein kann, keine Angst vor dem Nachmittag/Abend haben muss, weil dann keine Kraft und Energie für die kaputte Psyche mehr da ist.

Das will ich behalten! Wenigstens das bitte.

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Samstag

Heute war einer der besseren Tage, das tut gut.

Sonst nicht viel – lesen, Serien schauen, Bonsai-Tiger scheuchen/bespielen/bekuscheln, nach Fellresten suchen (hab hier 3 kleine Muster und die sind bei den Bonsai-Tiger absolut der Hit, also dachte ich, ich schau mal, ob ich irgendwo Reste finde, können ja ganz kleine sein), Nägel neu machen usw.

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Freitag

Sehr gemischt, auf und ab, chaotisch und ruhig, viel Unruhe – innen und außen, im Prinzip dann in Serienwelten geflüchtet, was heute auch einigermaßen klappte.

Nach anfänglichem „naja, wenns sein muss“, finde ich ie Mangomarmelade jetzt saulecker. Steigerte sich von Brot zu Brot und ist dann morgen leider erstmal alle.

Ich hätte gern mein Rad bei mir zu Hause. Weiß aber, dass das keinen Sinn machen würde, weil ich hier nicht viel mit anfangen kann. Eher als „Stütze“ um überhaupt aus dem Haus zu kommen oder so. Würde aber auf Dauer nicht funktionieren, wenn ich es nicht eben dann auch nutze. Aber die hiesigen Steigungen sind aktuell jenseits von auch nur ansatzweise machbar.

Suppenzeit. Weil ich außer Süßkartoffeln nichts für den Brüllenschen Süßkartoffeleintopf hier hab, muss ich mit Möhreneintopf aushelfen. Suppe als Seelenfutter.

Die Zusammenführung der Bosnai-Tiger ist durch. Die ersten Anfänge des gemeinsamen Spielens sind auch schon da. Aber alle drei mit im Bett oder am Fressnapf lassen mich das beruhigt als „abgeschlossen“ ansehen. Nach gut 2 Wochen. Die letzte dauerte über 6 Monate. Von daher – es war defintiv die richtige Entscheidung und der kleine Gnom ist mittlerweile auch den Großen gegenüber sehr sehr frech. Wenn es nicht grade Eis ist, hört sie auch brav auf nein.

Nur bei Eis – da ist irgendwie alles verloren. Das versucht sie selbst aus meinem Mund zu klauen.

Nun gut – bei der Kleinen Maus ist es Suppenfleisch, beim Wirbelwind sind es Maronen und beim Gnom halt (Milch-)Eis. Damit kann ich leben. Sofern sie sonst nicht betteln und mein Essen in Ruhe lassen (auch wenn das beim Gnömchen wohl noch etwas Erziehungsaufrechterhaltung benötigen wird, versuchen tut sie es natürlich immer wieder mal noch).

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Donnerstag

MissMutig fuhr mich zum Rad und ich mit diesem dann zur Buchbinderei. Da die Gänge nicht gescheit gingen (einer auch gar nicht), bin ich dann erstmal dort zum Fahrradmechaniker, der mir die Gänge neu einstellte. Eine Proberunde zeigte dann: alles gut jetzt.

Buchbinderei war heute ganz gut, Kisten und Bücher sind jetzt soweit fertig, neues Projekt in Planung und die ersten Berechnungen gemacht, so dass ich nächste Woche mit Zuschneiden anfangen kann.

Danach mit dem Rad los um dieses wieder an seinen Stellplatz zu kriegen. Auf dem Weg wollte ich noch was abholen. Mit Betreuer dann über Fairteiler (da gabs Ess-Kastanien!) nach Hause und geplant war eigentlich Wohnungstermin.

Allerdings hab ich den dann irgendwann abgebrochen, weil ich einfach am Ende war. Psychisch und physisch – letzeres vor allem wegen einer doofen Achillessehnen-Entzündung, die so langsam auch Auswirkungen auf die anderen Gelenke hat (Fehlhaltung halt) und mich schmerztechnisch grade wirklich Nerven kosten.

Da will ich aber noch nicht auf Bedarfsmedikation zurückgreifen, weil Montag eh Termin in der Endokrinologie ist.

War heute wohl mit Rad und vor allem Laufen etwas zu viel. Also heute mal mit Wärme und Ruhe und morgen dann wieder normal weiter.

Heute noch ein bisschen fern sehen und dann ins vorgewärmte Bett und lesen (aktuell übrigens die Geschichtenspringer-Reihe, die ich ganz nett finde – halt eher für Kinder/Jugendliche und arg niedlich, aber so nebenher und bei der aktuellen Konzentrationsfähigkeit ganz nett).

Nachtrag: nicht zu viel (Gott sei Dank, hatte schon befürchtet, dass wieder deutlich weniger geht), sondern schlicht die Medis vergessen. Und dafür die Erkenntnis gewonnen (wieder mal), dass ich die ja nicht umsonst nehme(n soll).

 

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Zwei Wochen

Solange ging es – sogar recht gut. Zwei Wochen, in denen ich nur reduziert raus komme. 2 Mal Buchbinderei und ein drittes Mal mit dem Betreuer.

Damit kann ich die dringendsten Termine schaffen.

Wir waren gestern mit dem kleinen Gnom beim Tierarzt. Sie ist gesund. Seit 25 Jahren hab ich Katzen – sie ist die erste die gesund und gut sozialisiert ist. Die weder einen körperlichen, noch einen psychischen Knacks hat. Ein ganz normales kleines gesundes Kätzchen.

Die Tierärztin wusste das – wusste um meine Angst. Sie kennt mich lange, hat mich so oft mit vermeintlich gesunder Katze empfangen und musste dann leider sagen, dass es nicht so ist.  Kennt das selbst von ihrem Hunden. Das kaum fassen können, die Erleichterung, aber auch den Zweifel.

Ich war und bin so erleichtert. Das kann sich nur jemand vorstellen, der das selbst immer wieder und über Jahre mitgemacht hat.

So unendlich froh. Es ist egal zu wissen, dass man in den nächsten 2-3 Monaten noch 3mal dort auflaufen wird – die zweite Impfung, Kastration, Nachsorge.

Weil es normal ist, weil die Kleine gesund ist – es einfach nur – Vorsorge ist.

Und doch – gestern Abend saß ich hier – und konnte das nicht verbloggen. Trotz der großen Erleichterung und Freude darüber.

Weil es ein Lichtblick war in einem sonst nicht so tollen Tag.

Und der Erkenntnis, dass es leider nicht mehr nur ein Tag ist. Ein Tag, der nicht so toll läuft. Der abends vorbei ist und morgen ist ein Neuer.

Naja das ist schon so – aber es geht nicht mehr um einzelne Tage die schlecht sind. Leider sind es wieder einzelne Tage, die gut sind.

Noch kann ich dreimal die Woche raus, aber die Zeit geht dahin, das geht maximal noch einen Monat so. Und dann?

Wenn mir jetzt schon die Decke auf den Kopf fällt. Wenn jetzt schon die wirklich große Freude und Erleichterung wegen einer gesunden Katze nicht abends als Resümee reicht, weil die Angst vor dem Morgen, einem Tag nur zu Hause, zu groß ist und selbst so große und tolle Sachen nicht mehr gegen ankommen.

Zwei Wochen, in deutlich entschärfter Version, die reichten, damit mir die Decke auf den Kopf fällt. Ich um jeden Termin außerhalb froh bin, obwohl das – naja – auch nicht Freiheit ist. Es sind Termine, Angsttraining, Kontakt mit Menschen.

Mir fehlen die Spaziergänge, Pokemon-Runden usw. Das außerhalb – nur für mich.

Und mir graust vor den Tagen zu Hause. Endlos lange Tage, Wände, die näher zu kommen scheinen, die Decke, die immer niedriger scheint.

Ich flüchte auf den Balkon. Atmen. Luft kriegen. Hoffen, dass die Wände und Decke dann wieder an ihrem Platz sind. Ich wieder atmen kann.

Dann versuche ich mich wieder abzulenken, was eine Weile klappt – bis ich irgendwann wieder am Balkon lande.

Alleine rausgehen war ja immer schon ein Problem, aber irgendwie schaffe ich es jetzt nichmal mehr bis zur Haustür oder dem Briefkasten. Also bleibt nur der Balkon.

Dummerweise klappt auch ein draußen sitzen nicht wirklich oft – ich werde unruhig, hibbelig, also mache ich die Balkontür auf und gehe raus, lehne mich ans Geländer und versuche wieder Luft zu kriegen, zu atmen.

Runterkommen. Und dann wieder rein gehen.

Hoffen und beten, dass der heutige Tag bald vorbei geht, denn morgen – kann ich wieder raus. Morgen.

Und danach hab ich ein sehr langes Wochenende – in dem ich wieder hier festsitze.

Ich werde es hinkriegen – irgendwie. Muss ja. Aber es ist scheisse.

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Montag

Schon früher vor Ort, da MissMutig noch zu einem Termin musste. War gut so – so konnte ich noch eine Runde spazieren gehen und Pokemon spielen.

Dann Buchbinderei war gut heute.

Direkt danach mit dem Betreuer erst ein Rezept und dann das Rad abholen.

Ja, das Rad ist fertig und ist wieder bei mir. Ich hoffe nur, dass es diesmal wirklich lange funktioniert.

Zuhuse erstmal was gegessen und jetzt einfach nur Ruhe für den restlichen Tag.

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