wie es weiter geht

Heute hat sich entschieden, dass ich bis zur ersten Januarwoche hier in der Klinik bleiben werde.

MissMutig fährt ja jeden Tag zu mir nach Hause um sich um Päckchen/Pakete, Post, Bonsai-Tiger und Pflanzen zu kümmern und ich kann gar nicht sagen, wie dankbar ich ihr dafür bin. Ohne sie wäre das grad alles gar nicht so möglich.

Ab und an fahr ich dann auch mit ihr mit um vor allem Post auszusortieren bzw auch Skills- oder Beschäftigtungsnachschub zu holen.

Für mich ist es schwierig mich damit zu arrangieren, dass es jetzt doch noch so lange sein wird.

Hauptgrund ist, dass das Hilfsnetzwerk von Therapie, Betreuung, Buchbinderei, Physio usw. in den nächsten Wochen wegen Urlaub/Feiertage schlicht nicht die nötige Stabilität bieten kann, weil außer Betreuung alles ausfällt und diese durch die Feiertage auch etwas weniger wäre.

Das mag klappen, wenn ich stabil bin, aber nicht wenn es darum geht erstmal wieder Stabilität zu gewinnen.

Ich bin für diese Möglichkeit auch sehr dankbar – mir ist durchaus klar, dass das nicht „normal“ ist, dass mir da wirklich viele Menschen sehr entgegenkommen und auch formale Hürden für mich nehmen, sich für mich einsetzen – um mir das so zu ermöglichen, wie es für mich eben auch machbar ist.

Das bedeutet mir sehr viel.

Trotzdem muss ich schon schlucken, wenn ich dran denke, dass es jetzt doch noch eine ganze Weile so sein wird. Denn auch hier wird zwischen Weihnachten und Neujahr wenig los sein. Buchbinderei fällt natürlich auch stationär aus und sonst hab ich ja nicht so viel.

Dafür hatte ich heute Physio – auch hier hat sich jemand sehr bemüht, da es Einzeltermine normalerweise nicht gibt.  Die Termine sind bei einer Praktikantin, die noch 2 Wochen hier sein wird – und dann sehen wir weiter. Heute das erste Mal auch Rotlicht – und das ist echt toll und tut gut.

Der Tag war soweit ok, nur ab späten Nachmittag wurde es schwierig – erschwert dadurch, dass ich es nicht geschafft habe mir Bedarfsmedikation zu holen und als ich das Tavor vom Abend vorziehen wollte, hat es so lange gedauert, bis ich so weit war, dass alle Medis für Abends schon gestellt und auch herausgegeben wurden. Da ich aber einen Teil davon möglichst nicht vor viertel vor sieben nehmen soll (idealerweise eben so kurz vor 19 Uhr), hab ich mich dann nicht mehr getraut zu fragen.

Innerlich mit dem Mantra (nur noch eine Stunde, nur noch eine Stunde, nur noch eine Stunde), hab ich diese Stunde jetzt auch fast geschafft.

Ich hoffe nur, dass ich nicht schon über den Punkt hinaus bin, bei dem das Tavor noch wirkt. Denn wenn da ein bestimmter Punkt überschritten ist an Symptomatik, wirkt die bei mir nicht mehr.

Wird schon werden.

Heute hab ich auch das Wachsmalbild aus der Buchbinderei mit aufs Zimmer genommen.  Es ist nicht so geworden, wie gedacht, aber es bringt Farbe ins Zimmer.

So, die Stunde ist geschafft. Damit  dann den Tag für heute ausklingen lassen.

 

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Definitionen

Heute war ein – für die aktuellen Umstände – recht guter Tag. Obwohl er gar nicht so toll angefangen hat.

Wieder einmal war gegen halb drei die Nacht zu Ende. Ich war zwar hundemüde, aber nach jedem Hochschrecken aus Alpträumen ging dieser dann beim wieder einschlafen weiter.

Also erstmal aufgestanden, eine Runde auf Station gedreht (die Matratze hier bringt mich echt noch um und ein bisschen laufen ist dann das einzige was die Rückenschmerzen wieder etwas erträglicher macht) und nach einer guten Stunde nochmal mit schlafen versucht. Das hat dann auch nochmal für ne gute Stunde geklappt.

Morgens dann erfahren, dass Buchbinderei heute ausfällt – was erstmal eine klein Krise auslöste. Irgendwie kann ich mit plötzlichen Änderungen nicht gut umgehen grade.

Im Endeffekt war es aber gut – denn ich hab mich dann um halb neun nochmal hingelegt und auch bis halb elf einigermaßen geschlafen.

Zwar war auch hier das Ende eine Panikattacke, weil die Reinigungskraft durch Zimmer wirbelte (und ich außer mich unter der Decke schlafend stellen und dem verzweifelten  Versuch weiter zu atmen nichts hinbekam). Als sie dann wieder raus war bekam ich die Panik auch wieder in Griff.

Der restliche Tag war dann ganz in Ordnung – wie gesagt – für die aktuelle Situation sogar recht gut.

Und hier sind wir schon bei den Definitionen. Gut heißt grad einfach nur, den Tag überlebt ohne völlig durchzudrehen, Skills die greifen und Kraft die reicht, weil Skills halt nur greifen, solange ich sie auch einsetze.

Auch Ablenken klappte zwischendurch.

Jetzt gleich gibt es die Abendmedikation und ich hoffe auf eine etwas bessere Nacht.

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Menschen

Vorab möchte ich mich für all eure Wünsche, Kommentare und mails bedanken. Ich schaffe es nicht sie immer zu beantworten, was teilweise an meinem aktuellen Zustand und teilweise an der Internetverbindung liegt.

Da es hier kein WLAN gibt, läuft alles über das Datenvolumen vom Handy und das war nach 4 Tagen schon verbraucht.

Aber ich habe sie alle gelesen und mich über jedes Wort, jeden Gedanken gefreut. Danke euch.

Wie wohl für jeden, ist es auch für mich so, dass es hier in der Klinik fachliches Personal gibt, mit dem ich besser oder weniger klar komme.

Wobei sich das “weniger“ eher auf Charakter/Persönlichkeiten bezieht und nicht auf Handlungen.

Ganz konkret ist es beim Pflegepersonal so,  dass alle wirklich nett sind und bemüht – da ist keiner „biestig“ oder ähnliches. Für mich ist es sehr schwer mich auf jemanden einzulassen. Meist sind es dann diejenigen, die eben auch sehr offen auf mich zugehen, nachfragen usw – bei denen es dann eher gelingt, dass eine Verbindung entsteht.

So gibt es Tage, da schaffe ich es nicht mir die Bedarfsmedikation zu holen, weil sozusagen beide Seiten „verschlossener“ sind – es mit dann einfach nicht gelingt mich wirklich zu melden. Aber es gibt auch Tage, da geht das gut. Meist ist ja mehr als eine Person im Dienst und es ist wirklich selten, dass ich mit allen „nicht kann“.

Das klingt so blöd, weil das wirklich ausschließlich an mir liegt, daran, dass es halt schwer ist mich zu melden.

Ich bin jetzt schon ne Weile hier und erst die letzten Tage gelang es mir auch etwas offener zu sein. Zumindest zweien gegenüber.

Nach wie vor bin ich alleine im Zimmer. Das hat für mich den Vorteil, dass ein „schlecht gehen“ (unabhängig davon ob es ein zusammenklappen ist oder Flashbacks/Panikattacken und Co sind) keiner mitkriegt. Vorteil deshalb, weil es mich zusätzlich massiv triggern würde und den Druck massiv erhöhen.

Aber es hat auch den Nachteil, dass es niemand direkt mit bekommt und deshalb mein Befinden meist sehr viel besser eingeschätzt wird als es ist. Sie sehen ja nur das „funktionieren“.

Umso wichtiger ist es, dass ich es wenigstens schaffe mich mitzuteilen – zu sagen, was grade das Problem ist.

Die meisten fragen gar nicht nach, wenn ich die Bedarfsmedikation hole, aber manche eben doch. Da ich das in dem Moment dann nicht erklärt bekomme (zu viele Worte nötig und reden geht meist eh dann kaum), ist es so, dass dann halt später nachgefragt wird.

Mir ist durchaus klar, dass die Personaldecke dünn ist. Viel zu dünn. Umso mehr schätze ich den Einsatz der Leute hier, die da sind, sich bemühen – auch wenn sie die Hintergründe gar nicht kennen (können).

Das gibt mir Sicherheit und auch wenn ich grade erst anfange „warm“ zu werden und es sicher auch die eine oder andere Person geben wird, mit der das schwerer fällt, ist genau dieses Bemühen, was es mir leichter macht.

Heute war ein schlechter Tag, der noch dazu damit kollidierte, dass ich mir einbildete, dass ich die Bedarfsmedikation ja reduzieren und daher gar nicht nehmen will. Dazu Schwierigkeiten sich zu melden und so rutschte ich immer weiter in einen Zustand, in dem immer weniger ging.

Irgendwann kurz vorm Abendessen stand ich dann mit Zettel vorm Stationszimmer – mit der Bitte die Tavor der Abendmedikation vor ziehen zu können. Für mich als Art Kompromis – die Bedarfs nicht zu holen, aber es war einfach nicht mehr aushaltbar – und eben doch wenigstens so fit zu sein, dass Abendessen dann zu holen.

War dann an sich auch kein Problem. Das ist es immer nur für mich.

Die letzte Nacht war gruselig und kurz, ich hab sie dann gegen 2 Uhr beendet, weil ich eh nur von einem Alptraum in den nächsten rauschte.

Morgens gegen sechs legte ich mich dann wieder hin und schlief auch nochmal 3 Stunden. Dann holte ich Frühstück und Medis und nach einer guten Stunde legte ich mich erneut hin. Ich war einfach völlig erschossen.

 

So hab ich den Vormittag mehr oder weniger verschlafen und es  blieb nur noch ein halber Tag für Flashbacks und Panikattacken, wobei ich heute mehr mit ersterem zu kämpfen hatte.

Wie auch immer – ich hoffe auf eine bessere Nacht heute – trotz der Tatsache, dass mir die Matratze heftige Rückenschmerzen  beschert. Ohne Übungen noch direkt im Bett, schaffe ich es kaum aufzustehen. Gott sei Dank hab ich im Zimmer auch einen  Bürostuhl – auf dem das Sitzen tagsüber dann einigermaßen geht.

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neue Pläne

Der Ersatzthera hätte mich gerne bis zur 1. Januarwoche stationär, weil dann die ambulante Thera weitergehen kann, aber auch Buchbinderei und Betreuung im normalen Rhythmus, was ja wegen Weihnachten und Neujahr nicht gegeben ist.

Ich finde das arg lange. Geregelt ist es auch erst bis Ende nächster Woche, wobei sich Anfang der Woche klären soll, ob es theoretisch möglich ist bis Ende des Jahres auf dieser Station zu bleiben. Das wäre ungewöhnlich lange auf einer Akutstation. Verlegen auf eine andere steht aber nicht zur Debatte, da sich sonst keine auf dieses Setting einlässt.

Auch geplant ist die Reduktion von Medikamenten, vor allem Tavor muss wirklich runter.

Dass das dann schon ab heute soll, war jedoch überraschend, angedacht war es ab nächster Woche, aber nun gut. Wie genau das laufen soll, weiß ich noch nicht, das frag ich heute Abend oder morgen, je nachdem wer Dienst  hat.

Insgesamt bin ich hier jetzt so weit angekommen, dass ich auf Station so weit gut klar komme. Immer seltener habe ich Probleme mir das Essen oder Medis zu holen, weil halt auf den Flur andere Patienten auf den Weg sind – zumindest mit Kopfhörer und Hörbuch oder Musik auf den Ohren.

Auch die Nächte werden langsam besser.

Trotzdem bin ich noch ein gutes Stück von “ich krieg den Alltag zuhause alleine hin ohne mir zu schaden“ entfernt.

Ein großer Posten ist tatsächlich, dass das professionelle Hilfsnetzwerk grade nicht so gegeben ist, wie es gebraucht würde. Gründe sind Krankheit, Urlaub und Feiertage, die auf mich zukommen.

Mir war zwar immer klar, dass dieses Hilfsnetzwerk nötig ist, aber es wird grade deutlich wie sehr ich darauf angewiesen, ja abhängig, bin.

Wie sehr es um Stabilität und Struktur geht, die dadurch geschaffen  werden.

Irgendwie frustrierend.

Dennoch, es mögen arg kleine Schritte sein, aber sie sind da. Mir mangelt es da klar an Geduld.

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Da die letzten Pläne sich gestern in Luft auflösten, ging es heute darum neue zu machen – machbare.

Zum einen ist da sicher der Punkt, dass ich halt nach Hause will. Gleichzeitig ist klar, dass das aktuell nicht zu verantworten ist.

Auf Station läuft es, nach wie vor gut, Druck mach ich mir da selber. Aber es ist dort für alle Beteiligten eine Sondersituation, da ich ja außer Essen und Medis nicht am Stationsalltag teilnehme, keine Gruppen, keine Therapien, nur die Buchbinderei und die Termine beim Ersatzthera.

Bei meinem Thera hab ich, so wie es aktuell aussieht, erst im neuen Jahr wieder Termine.

Ist einfach schlechtes Timing grade.

Wie es weiter gehen wird und wo entscheidet sich hoffentlich morgen.

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WMDEDGT 12/17

Wie jeden Monat fragt Frau Brüllen: “Was machst du eigentlich den ganzen Tag?“

Leider wieder einmal in der Krankenhaus-Edition (Psychiatrie Akutstation).

3.45 Uhr – wie immer zur Zeit wach, müde, dank Einzelzimmer Serien schauen (zum lesen fehlt die Konzentration), stricken, heißen Kakao machen und versuchen nicht durch zu drehen, was bis 6 oder 6.30 auch meist gut klappt.

Dann wird’s schwieriger, aber um 7 Uhr ist wecken.

Bis dahin hab ich das Bett gemacht, war im Bad und bin angezogen und meist wieder am strickend Serien schauen oder Hörbuch hören.

7.30 Uhr gibt’s Frühstück, wobei ich das meiste für abends aufbewahre, da ich nach nem Dreiviertel Liter Kakao eher satt bin.

8.00 Uhr – endlich gibt’s Medis, dringend notwendig und gleichzeitig mit dem Wunsch sie nicht brauchen zu müssen.

8.20 Uhr – ich tappe Moos zur Buchbinderei, dort hab ich erst Wachsmalstifte aneinander geklebt und sie dann versucht gleichmäßig zu schmelzen.

Der Erfolg war mäßig, es war der dritte Versuch, einen letzten gibt’s heute Nachmittag.

11.30 Uhr – wieder auf Station eine Mail gelesen, die leider wieder völlig aushebelte – damit ist klar, dass ich mir die Entlassung am Freitag endgültig abschminken kann und wieder alles unklar ist.

Erstmal gepflegt zusammenbrechen. Sch….!

12.25 Uhr – Mittag essen, ich bin.spät dran (eigentlich um 12), da ich mich dafür erst wieder in einen einigermaßen Funktionsmodus kriegen musste, sortierte nur das Kärtchen um (damit sieht das Personal er da war), nahm das Brötchen, dass dabei war und flüchtete wieder ins Zimmer.

Dort kämpfte ich weiter

Durch die Situation flammten wieder suizidale Gedanken in einem Ausmaß auf, das nicht gut ist (was ein weiterer Grund für keine Entlassung Freitag ist).

Die Gedanken waren nie weg, aber sie waren halt die letzten Tage “nur“ Gedanken, ohne realer Gefahr dahinter. Es ist frustrierend, dass es da jetzt so einen herben Rückschlag hab. 

Das will ich so nicht! Ehrlichgesagt hab ich damit auch nicht gerechnet und weiß jetzt nicht wirklich weiter.

Die Notfallmedikation griff wieder mal nicht wirklich, was in Anbetracht der Umstände zu erwarten war. Trotzdem doof.

Eine Nachricht an den Ersatzthera, der hier ja für mich allein zuständig ist, mit der aktuellen Situation bekam ich hin.

Irgendwann beginne ich dann mit diesem Beitrag, über Smartphone ist es ja etwas mühsam.

12.50 Uhr – ich gehe wieder in die Buchbinderei und hoffe auf Ablenkung.

15.00 Uhr – in der Buchbinderei alle Vorbereitungen für ein weiteres Bild getroffen, so dass ich morgen früh gleich loslegen kann.

Ablenken hat teilweise funktioniert.

Wieder auf Station dann erstmal ausgenutzt, dass sie Waschmaschine frei war und eine Maschine angeworfen.

Danach etwa eine Stunde Gitarre gespielt, ist halt immer noch einer der besten Skills, auch wenn das hier natürlich nur beschränkt möglich ist, will ja niemanden stören.

Gleich nochmal versuchen mit Serie schauen und stricken abzulenken.

17.30 Uhr – heute ist definitiv einer der schlechteren Tage. Destruktive Gedanken, Flashbacks, des Kämpfens so müde. Also hangle ich mich in 10 Minuten Schritten vorwärts. In einer halben Stunde gibt es Abendbrot.

18.45 Uhr – hole meine Abendmedis und hoffe auf schnelle Wirkung.

19.10 Uhr – mich kurz mit dem Homöopathen getroffen, der mir was vorbei gebracht hat und jetzt noch versuchen zu lesen oder Hörbuch, mal sehen. Bedarfsmedikation hab ich ja schon ausgeschöpft. Allerdings bin ich ja auch seit viertel vor vier wach und wirklich müde, und eigentlich müsste die Abendmedikation bald greifen und mir wenigstens ein bisschen Ruhe bescheren.

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weiter

Natürlich gibt es ein weiter. Wie sollte das auch nicht. Die Frage ist nur wie.

Es gibt Pläne, aber noch nichts sicheres.

Ein Plan ist, dass ich am Freitag entlassen werde und nachmittags einen Termin mit meinem Thera hab.

Dafür spricht klar, dass ich dringend Hilfe brauche um das innere Chaos zu sortieren und zumindest Aktuelles von Altem getrennt kriege. Das geht nur mit therapeutischer Hilfe, die im stationären Setting leider nicht gegeben ist.

Dagegen spricht, dass es wohl besser wäre noch eine Woche stationär dran zu hängen um einfach etwas zur Ruhe zu kommen.

Von daher entscheidet es sich wohl erst Donnerstag wirklich – ob es schon geht oder eben noch nicht.

Spätestens übernächste Woche ist aber definitiv Entlassung.

Im Moment hoffe ich, dass es einfach auch so reicht bis Freitag – auszuschließen ist das ja nicht.

Es ist sicher besser als vor zwei Wochen, aber von gut bin ich noch weit entfernt, allerdings wird das auch nicht „von selbst“ gut – da gilt es einiges aufzuarbeiten – ohne mich gleich wieder völlig zu überfordern.

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Chaos im Kopf

Die letzten Tage waren nicht schön. Es brauchte nur wenig um mir die Tränen in die Augen zu schießen. Die Überforderung war ständig da. Greifbar.

Die absolute emotionale Erschöpfung .

Und ich verstand es nicht. Es hat sich ja dann doch noch zum Guten gewandt, warum also kann ich mich nicht darüber freuen? Warum bin ich nicht wenigstens erleichtert darüber?

Was ist los mit mir?

Diesmal stimmen die äußeren Umstände. Alle hier sind wirklich bemüht darum, dass es mir gut geht, kommen mir Entgegen und das nicht nur mit Murren und „weil halt einer von oben das gesagt hat), sondern weil sie wollen, dass es mir hilft.

Gestern war das sehr deutlich. Ich bin immer noch im „Überbelegbett“. Das ist ein mulitprofessioneller Arbeitsraum, in den ein Bett gestellt wurde.  Neben Schrank und großen Schreibtisch und Aktenschränken usw.

Anfangs hieß es ja, sobald jemand entlassen würde, würde ich verlegt. Davon ging ich auch aus und das war für mich jetzt auch nicht das Problem.

Gestern also war ich in der  Buchbinderei und erhielt einen Anruf: eine Patientin mit Mehrfachbehinderung sollte aufgenommen werden – zusammen mit einem Elternteil als Pflegeperson, ob es für mich ok wäre, für eine Nacht in ein anderes Zimmer zu gehen.

Als ich dann nachfragte ob es wirklich nur für eine Nacht sei, stellte sich raus, dass die davon ausgingen, dass ich heute entlassen würde. Typischer Kommunikationsfehler. Die Anfrag vom Ersatzthera ob prinzipiell eine Entlassung samstags möglich wäre wurde zu einem „sie geht Samstag“.

Das war ja schnell geklärt. Die Frage änderte sich, ob ich auf die andere Station verlegt werden möchte (deren einziges Einzelzimmer eine Art Kabuff ohne Tageslicht ist) oder eben in ein Doppelzimmer gehen könnte.

Andere Station kam für mich überhaupt nicht in Frage – erstens Tageslicht und zweitens kenne ich hier jetzt die Personen und weiß, dass es auch klappt – ohne Druck usw.

Es wurde auch dazu gesagt, dass sie ja sehen, dass es mir jetzt so langsam ein bisschen besser geht und das nicht gefährden wollten.

Also sagte ich, dass ich das mit dem Doppelzimmer machen würde, aber es mir damit nicht gut ginge. Ehrlichgesagt war es in dem Moment für mich fast undenkbar, was aber eher an der Packerei lag und dass das Gitarre spielen (die hatte ich ja grad am Vortag hier hin bekommen) wieder wegfiele.

Es hieß sie würde das so weitergeben und sie würden das schon regeln.

Nach dem Termin beim Ersatzthera ging ich dann doch erstmal hoch mir Tavor abholen. Ich merkte, dass ich mit der ganzen Situation überhaupt nicht klar kam. Was weder am Doppelzimmer noch sonst was äußerem lag, sondern dass innerlich immer noch alles so zerbrochen ist, dass jede noch so kleine Änderung oder Anforderung einfach nur überfordert.

Oben angekommen sagte mir dann eine vom Pflegepersonal: „Alles gut – Sie bleiben mal schön in Ihrem Zimmer, wir regeln das anders“.

Keiner kann sich diese Erleichterung vorstellen – und diese Dankbarkeit. Nicht nur wegen dieser Situation, sondern weil es hier wirklich so ist – es ist einfach nur ein sehr deutliches Beispiel, dass es hier den Leuten um mich geht, darum, dass es mir besser geht. Soweit das halt im Stationsrahmen möglich ist – aber eben auch dann, wenn es deutlich mehr Aufwand und „rumschieberei“ ist.

Und doch zeigte sich die Erleichterung und Dankbarkeit in einem Zusammmenbruch. Tränen die liefen, Schluchzen dass mich schüttelte und ich bekam nichts davon in den Grifff. Lange.

Die äußeren Umstände sind aktuell also gut für mich. Und dennoch ist innerlich nur Chaos.  Das Funktioniren beschränkt sich auf ein Minimum – Medis und Essen holen.

Wie oft dreh ich um, nur weit 10 Meter weiter vorn beim Stationzimmer jemand sitzt (da ist auch ein Aufenthaltsbreich), weil ich es nicht schaffe an Menschen vorbei zu kommen. Dabei sind die alle nett. Sprechen mich auch nicht an oder so.

In den letzten Jahren war nie klar, ob in der Folgewoche noch Therapietermine stattfinden könnten oder von jetzt auf gleich alles wegfällt.

Das hatte natürlich zur Folge, dass viele Themen, die eigentlich dringend besprochen/geklärt werden mussten, nicht aufgegriffen wurden – weil klar  war, dafür brauchen wir mehr Zeit.

Als dann der Gerichtstermin feststand  – war schicht – nichts ging mehr. Gar nichts. Das einzige was mölgich war, war die Gegenwart komplett rauszunehmen und an etwas zu Arbeiten was klar im Vergangenen ist – ohne Bezug zum heute.

Aber so sammelten sich die schwierigeren, heftigeren und umfangreicheren Themen immer mehr an.

Und jetzt ist es – als wäre dadurch, dass die Fahrtkosten jetzt auch mal für länger geklärt sind – ein Platz vorne frei – und alle schreien und toben und schubsen und versuchen diese Stelle einzunehmen. Gehör zu finden – endlich auch mal dran sein zu dürfen.

Für mich ist nur dieses Toben und das Getöse merkbar – die Überempfindlichkeit, die Überforderung, diese absolute Erschöpfung.

Wenn was anders läuft (und das muss nicht schlecht sein!) – Tränen

Wenn jemand nett ist – Tränen.

Merken, dass morgens die Zahnbürste nicht aufgeladen ist – Zusammenbruch.

Es ist völlig egal – selbst die einachen Sachen – scheinen unschaffbar und sind es leider oft auch.

Es ist nicht ein wackeliger Boden unter mir, sondern immer noch gar keiner. Ich versuche auf Brocken zu stehen – wie kleine Eisschollen auf dem Meer – das mal mehr, mal weniger tobt. Versuche eine Ebene zu schaffen, auf der wenigstens Stehen klappen.

Aber es gibt noch eine andere Seite.

Ja die äußeren Umstände sind grad gut. Die Fahrten geklärt. Aber ich hab Angst mich darauf einzulassen.

Wie oft schon war es so, dass äußere Umstände (meist einfach nur Formalitäten) wieder alles umstießen. Knüppel zwischen die Beine, Boden weggezogen, so viel vom  Erreichten wieder kaputt machten.

Aber auch: so oft, dass durch Äußere Umstände innerlich alles zerbrach – wir wieder Monate brauchten um wenigstens die Bruchstücke wieder zusammenzufügen – jedesmal mit mehr Lücken, weil immer weniger zu finden waren oder sie teilweise halt nur noch Sand zu sein schienen, der nicht zuordenbar war.

Jedesmal so viel Arbeit und Kraft und Hoffnung, dass es diesmal das letzte Mal ist. Es nicht wieder so schlimm wird.

Und jedesmal kam der Vorschlaghammer, der einfach nur drauf kloppte und alles wieder zerbröselte.

Wozu also wieder anfangen? Wozu es probieren – denn es ist ja eh nicht klar, ob noch genug nutzbare Bruchstücke da sind. Wozu wieder so undenlich viel Kraft in etwas investeieren, was dann von außen doch wieder  zerschlagen wird.

Wie oft denn noch?

Ich kann nicht mehr. Von mir ist einfach nichts mehr über – und wenn doch – hab ich nicht die geringste Ahnung wo das Zeug sein soll.

Ich bin eine Hülle, versuche zu funktionieren und weiß doch nicht wofür.

Merke, dass Suizidalität immer noch ein Thema ist. Großes Thema – und verstehe es nicht.

Es ist doch jetzt gut – warum also immer noch dieses „ich kann/will nicht mehr“. Das Gefühl, dass es diesmal halt zu viel war – ich so kaputt bin, dass da nicht mehr groß was kittbar ist.

Statt näher bei mir mir, rutsche ich immer weiter in die Dissoziation – und auch ins Gefühl – ich spüre die Tränen ständig im mir, aber ich spüre nicht die geringste Erleichterung, wenn die mal raus dürfen.

Und es vergeht kein Tag ohne „Zusammenbruch“ – ohne dass ich dann stundenlang in der Ecke sitze, Decke über den Kopf und einfach nur heule und die Tränen und das Schluchzen nicht in den Griff kriege. Schlicht nicht mehr kann – nicht mehr funktionieren kann, nicht mehr kontrollieren kann – nichts.

Doch statt Erleichterung spüre ich die Tränen wie Säure über die Wangen laufen und die, die nicht den Weg nach draußen finden, verätzen halt innen.

Mir ist klar, dass es jetzt dringend therapeutische Aufarbeitung braucht. Ein Sortieren der Themen, die toben, ein Benennen und dann eins nach dem anderen – angehen. Dass ich da die professionelle Hilfe meines Theras brauche.

Denn hier in der Klinik findet kein therapeutisches Arbeiten statt. Hier geht es erstmal um Stabilisierung, etwas zur Ruhe kommen und im Idealfall wenigstens so viel Kraft auftanken, dass ich dann ambulant diese therapeutische Arbeit hinbekomme.

Aber eigentlich geht es immer noch darum Gefahr abzuwenden. Konkrete Gefahr. Suizidgedanken, die eben vielleicht nicht nur Gedanken bleiben. Weil vor lauter Überforderung und Erschöpfung kein anderer Ausweg sinnvoll scheint.

Daran arbeiten wir. Es soll ein Weiter geben. Pläne entstehen, wie wir das hinkriegen könnten.

Denn das Hilfsnetzwerk ist immer noch da – immer noch bereit, mich dabei zu unterstützen und mich – wie aktuell – eben auch ein Stück des Wegens stützen, wenn alleine laufen nicht geht. Wobei – wir sind wohl eher noch beim Helfen aufzustehen.

Ich bin so müde. Nicht körperlich, das ist ok, aber innerlich bin ich so müde, dass ich es kaum schaffe die Augen auf zu machen. Geschweige denn mich auch noch umzusehen.

Und ich höre (und weiß auch dass das stimmt), dass ich nur Zeit brauche – Zeit und Geduld.

Das ist sicher richtig, aber es fehlt noch etwas dazu: die Entscheidung für ein weiter, für einen weiteren Versuch. Und ganz ehrlich – ich weiß nicht ob ich das kann. Und ich bin mir ehrlichgesagt auch nicht sicher, ob ich das will.

Wenn alle Kraft dafür verwandt wird nur zu atmen und den Tag irgendwie zu überstehen, ist es schwer sich Aktionen für den nächsten Tag oder die Zukunft zu überlegen.

Bevor es um wollen oder können gehen kann, muss ich erstmal wieder stehen können. Also ist das grad mein Job. Daran arbeite ich. Jetzt und hier.

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sein

In der Buchbinderei geht es ganz gut. Ich wurstel vor mich hin und die Zeit verfliegt. Die Ergebnisse zeigen die Unkonzentriertheit, aber das ist atuell auch ok so für mich.

Ansonsten ist es schwierig. Heute wäre ja der Termin für die Nervenleitgeschindigkeitsmessung gewesen. Seit 2 Tagen telefoniert mein Betreuer nun rum, immer mit einem „klar geht das auch wenn die Patientin stationär ist“ und die Kasse versprach ein Fax, in dem genau das drin steht.

Der Termin wäre um 11 gewesen. Um 20 vor zehn kommt die Nachricht: Fax wird in der nächsten halben Stunde geschickt. Die halbe Stunde brauhten sie wirklich es war bereits viertel nach. Nur dass im Fax stand, dass ich zwar stationär wäre, aber von der Klinik noch keine Aufnahme bescheinigt und daher müssten noch Fragen geklärt werden – eine Telefonnummer war dabei.

Schon gestern war ich an dem Punkt, dass ich dachte, selbst wenn jetzt alles klappt – krieg ich das nicht mehr hin. Ist immerhin ein Arzttermin, Anfassen.

Ich saß also im Schwesternzimmer (wie nennt man das jetzt eigentlich korrekt? Pflegedienstzentrale?) als das Fax kam und statt dem „ja geht klar“ – eben obiges.

Ich konnte nicht mehr, drehte ab, bat erstmal um Tavor und verkroch mich heulend. Für mich war klar – egal ob da jetzt jemand anruft und dann noch was rechzeitig kommt – ich kann nicht mehr. Ich hatte grade noch eine halbe Stunde bis zum Termin, hätte noch Minicar rufen müssen usw.

Stattdessen klappte ich – wieder mal – zusammen. Nichts ging mehr und nur noch verkriechen half.

An dem Termin hing einiges. Es verschieben sich dadurch Handchirurgie, Entscheidung ob OP oder nicht (eher nicht), aber vorallem, dass ich das Thema Hand endlich mal abschließen kann.

Ich war absolut am Ende. Und musste dem Ersatzthera recht geben – ich bin noch nicht im mindesten fit genug für  wieder nach Hause gehen.

Auch wenn die Fahrten geklärt sind, drehe ich hohl. Solange das Thema war, dass eben wegen WEgfall der Fahrten die Thera (und damit für mich alleine überleben) wegfiel, war das wie ein Pfropfen, der alles blockierte.

Jetzt ist das weg – und das dahinter schießt nur so hervor, der Druck unendlich groß und brüllt und schreit durcheinander. So viele (auch heftige) Themen, die dahinter stehen, so viel angetriggert, so viel Zerstörrerisches und ich bekomm es nicht sortiert.

Altes und Aktuelles mischt sich und es gibt kein durchkommen oder – ja eben sortieren.

Der Alltag besteht aus Zusammenbrüchen, Flashbacks (in allen Varianten und Mustern), Panikattacken, hoffnungsloser Überfordertung und mischt sich in ein „zuviel“.

Da ich einsehe, dass da wirklich noch ne Woche dran muss, brauche ich meine Gitarre – oder das E-Piano (wobei das eingepackt und transportiert wird schwierig, also Gitarre)

Ich hoffe dass MissMutig mich heute fahren kann – wollte sie eigenltich, dann hatte ich das auf So verschoben und dann wieder auf heute.

Ich hab grad nicht mal nen Hauch von Stabilität – und solange keiner was will oder alles nach Plan läuft – geht es. Aber schon die kleinste Abweichung lässt alles zusammenbrechen.   Mist.

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verkehrte Welt

Heute bekam ich eine wirklich gute Nachricht. Eine, die alles verändert – zum Positiven. Ein absolutes Wunder – mit dem keiner auch nur im geringsten gerechnet hatte.

Und doch löste es erstmal nur eine massive suizidale Krise aus. Selbst Tavor griff – wieder mal – gar nicht mehr.

In meinem Kopf wirbelten Gedankenfetzen und Chaos und auch wenn mir vom Kopf her klar war: das ist toll! fehlte die Freude oder die Erleichterung.

Da war weiterhin nur Überforderun, Zusammenbrechen und nichts geht mehr.

Ich schätze es hat zwei Komponenten. Für mich gab es kein Weiter mehr. Es war klar, ich bleibe hier, bis die mich rausschmeissen bzw gehen lassen und  dann setze ich meine Pläne in die Tat um. Vielleicht nicht sofort, sondern erst im Neuen Jahr, aber viel weiter war da nichts.

Plötzlich hab ich wieder Zeit.   Und die Hilfe, die weggebrochen war, kann wieder anlaufen.

Aber es macht auch deutlich, wie viel zerbrochen ist in den letzten Monaten und vor allem den letzten Wochen. So viel zerbrochen – für Nichts?

Lohnt es sich überhaupt wieder an zu fangen alles zusammenzuklauben? Oder bricht dann wieder alles weg? Ist überhaupt noch genug von mir über?

Diese Willkür – hebelt aus. Auch wenn sie diesmal zu meinen Gunsten war.

Es ist schwierig – und ich muss sehen wie es jetzt weiter geht. Ein weiter ist möglich,  aber erstmal muss es bei mir ankommen.

Noch hat es einen sehr fahlen Beigeschmack. Aus Angst, dass sich da wer vertan hat oder es dann doch wieder wegfällt usw usf. Ich kann es nicht glauben, habe Angst daran zu glauben. Aber das Erschreckenste ist, ich frag mich ob das nicht zu spät kommt. Ob nicht schon zu viel kaputt ist. Ein Einlassen überhaupt  wieer möglich ist.

Auch gute Nachrichten können völlig aushebeln. Also erstmal wieder versuchen in die Spur zu kommen und dann zu schauen wie es weiter gehen soll, kann.

 

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weiter

Aktueller Plan: wir warten auf Zustellung des Beschlusses und der Begründung und schauen dann, ob wir damit mit der Krankenkasse was erreichen können.

Bis dahin auf jeden Fall weiter stationär.

Wir bedeutet aber wohl eher Ersatzthera, gesetzlicher Betreuer und Rechtsanwalt.

Heute schob ich lange Panik wegen Visite, ich wusste nicht was vereinbart war und der Gedanke, dass ich mich da mehreren Leuten stellen muss, hat wieder mal alles zusammenklappen lassen.

Im Endeffekt war es geklärt – weniger mit dem Pflegepersonal (die wurden „nur“ informiert), aber mit Ober- und Stationsarzt.

Vormittags war ich in der Buchbinderei und werde da jetzt jden Vormittag  etwas Zeit verbringen.

Die Dissoziativen Zustände werden mehr,  was glaub ich gut ist. Es ist einfacher aus zu halten. Ansonsten halt viele Medis und Ablenken. Genaugenommen nicht viel anders wie zu Hause, nur dass ich hier keine „Dummheiten“ machen kann.

Ich weiß, dass der Ersatzthera recht hat, zu Hause würde das grade nicht gehen. Möglichkeiten und vor allem der Wunsch dem allen endlich mal ein Ende zu bereiten.

Der Wunsch ist auch hier da. Aber hier ist auch ein geschützter Raum. Ein Raum, der mich auch vor mir schützt.

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gestern

Danke erstmal für die vielen guten Wünsche über Kommentare und mails. Sie bedeuten mir viel, aber ich schaffe es nicht auf die einzelnen zu antworten.

War ein richtig mieser Tag. Wobei der Vormittag ging. Der Betreuer hat mich abgeholt und wir haben noch ein paar Kleinigkeiten geholt und vor allem den Dörrapparat geleert.

Wieder auf Station gab es bald Mittag. Ich hab Laktoseintoleranz und deshalb bekomme ich morgen laktosefreie Milch (zumal ich weder Kaffee noch Tee trinke). Irgendjemand hat dann gutgemeint auf die Mittagsbestellung auch laktosefrei geschrieben. Dabei hatte ich das normale Menü bestellt, denn Tomatensuppe mit Reis hat mich schon als Kind spucken lassen.

Ab da war eigentlich schon zu viel. Weniger wegen dem falschen Essen, sondern zu viel Worte, zu viel Interaktion.

Später hieß es, es gäbe noch ein anderes Menü, das über wäre und ich könnte schauen, ob das geht. Steckrübeneintopf. War für mich dann ok und ich bat darum auf die Mittagsbestellung das mit der Laktose einfach wegzulassen, weil hier dann fast immer etwas tomatenlastiges kommt. Außerdem hab ich Lactase mit, will die nur nich dreimal am Tag nehmen.

Dann gab es etwas „Ärger“ wegen der Medis. Mein Medikamentenplan von der Ambulanz war da und sollte übernommen werden. Der ist allerdins auch ziemlich kompliziert.

Jedenfalls wurde weder die feste Tavor, noch die Aufteilung wegen des Hydrocortisons übernommen. Bisher ging das dann so (weil der andere Plan ja in der Akte ist), gestern dann hieß es ständig, man glaube mir ja, aber das müsse geklärt werden usw.

Sehe ich soweit alles ein.

Nur dass immer wieder ein „müssen wir in der Oberarztvisite am Montag klären“ kam, löste unglaubliche Panik aus.

Als ich dann auch noch mit dem AvD sprechen sollte (damit diese wenigstens fürs Wochenende Tavor und Hydrocortison richtig einträgt), war das Funktionieren kaum noch möglich.

Dazu muss ich sagen: alle waren wirklich nett und bemüht, auch nicht auf mich sauer oder so –  es musste halt geklärt werden und damit hatten sie absolut recht!

Es ist also auch weniger die Situation an sich, sondern zu viel Kontakt mit Menschen und zu oft das Thema „Visite“. Denn wegen der hatte ich schon Freitag mal durchgedreht und den Ersatzthera, der mir zufällig über den Weg lief gebeten, dass zu klären, da der Termin bei ihm erst danach wäre.

Visite ist immer heftig, aber das Schlimmste sind die vielen Leute und da Reden aktell sowieso mehr als  schwierig ist – schieb ich da richtig Panik.

Eigentlich dachte ich, dass Thema Mutismus wäre für mich erledigt. Klar in der Thera, wenn zu viel Gefühl da ist – klappt es immer noch nicht, aber das hat für mich weniger mit dem Mutismus zu tun, eher mit speechless Terror.

Wie auch immer – im Alltag hatte ich kaum noch Probleme und wenn dann galt für mich das jetzt erst recht durchzuziehen.

Jedenfalls – nach dem Termin mit dem AvD (der keine 5 Min dauerte und auch gut verlief), ging ich ins Zimmer und merkte schon auf dem Rückweck, dass nichts mehr geht, die Tränen in die Augen schossen und ich nur noch die Tür hinter mir zumachte, mich aufs Bett setzte und die Decke über den Kopf.

Es war ein Heulkrampf und ich konnte nicht aufhören. Alles zu viel, überfordernd, verzweifelt und panisch. Über 2 Stunden lang.

Erst war es das Abendessen – dass ich holen sollte, aber ich bekam es wegen der Heulerei schlicht nicht hin. Später dann die Medis holen – was ich genauso nicht hinbekam.

Nach über 2 Stunden ebbte es etwas ab, ich bekam wieder genug Luft und schaffte es mit deutlicher Verspätung (eine Stunde) die Medis zu holen.

Vorher schon den Zettel mit „kann grad nicht reden, bitte die Medis“ eingestellt, hingelegt und also ich die blöden Hydromorphon nicht aus dem Blister bekam, liefen schon wieder die Tränen, was wiederum Panik auslöste und ich noch ungeschickter war mir den Medis.

Irgendwann waren die entdlich drin und ich flüchtete ins Zimmer, nochmal kurz zur  Toilette und dann eben Bett, Decke über den Kopf, pseudolesen (also der Versuch zu lesen ohne wirklich zu lesen), getrunken und einfach nur gehofft, dass ich bald schlafen kann.

Heute dann mit Überhang aufgewacht (gibt schon nen Grund warum ich die Medis bis spätestens 19 Uhr nehmen soll) und mal sehen was der heutige Tag so bringt.

Vielleicht mal überlegen wo ich eine große Leinwand (ca A2) und wann ich die Wachsmalstifte dazu bestellen kann (hoffe bald ist der 1. seufz). Aber ich kann ja schon mal planen wie ich das dann alles organisiere. Denn das Schmelzen der Wachsmalstifte auf Papier ist schief gegangen, das hält nicht und abgekühlt brechen die Wachsmalspuren dann ab.

Auch wenn ich es diese Woche nicht schaffen werde das neue Material zu besorgen, sollte das nächste Woche klappen.

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Klinik

Zerbrochen.  Endgültig. Und wohl so offensichtlich, dass selbst hier im Haus wirklich jeder bemüht und hilfsbbereit ist. So gut wie keine Kämpfe, nur Ruhe, Wohlwollen und Freundlichkeit. Ich bin unglaublich dankbar dafür.

Im Moment weiß keiner, wie es weitergehen könnte. Ich steh glaub ich noch etwas unter Schock, es ist noch nicht wirklich angekommen.

Aber ich bin wieder weit weg von mir, weiter als zuvor. Ich sehe den Nebel um mich (wörtlich gemeint), spüre diese Blase, die wie eine Gelwand zwischen mir und der Welt ist. und ich höre alles wie unter Wasser.

Sprechen kaum möglich, alles fühlt sich seltsam an, als müsste ich ein Marionette bewegen und verstehe das Prinzip dafür nicht richtig.

Montag wird sich wohl etwas klären, wie es weitergehen soll, kann, wird.  Oder eben auch nicht.

 

 

 

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statinoär

Wegen akuter Eigengefährtdung bin ich jetzt stationär.

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Geschützt: wozu

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Geschützt: gekippt

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Wochenstart

Mit Betreuer teilweise Wohnung gemacht und dann Tisch und Regal an die Wand getackert. Aktuell scheint es für die Bonsai-Tiger noch uninteressant, mal sehen ob das so bleibt. Hätte ja nichts dagegen, wenn sie meine Krippe nicht anknabbern würden. Der Wirbelwind liebt nämlich alles aus Holz und wenn es auch noch eine Kante hat, muss die quasi angeknabbert werden, ihrer Meinung nach zumindest.

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Termin beim Ersatzbetreuer – ich gehe diese Woche definitiv nicht stationär, weil kein Bett aufzutreiben ist. Anvisiert wäre jetzt der nächste Montag. Termin hab ich um 13:30 und werde wohl erst eine Stunde vorher erfahren ob nun eine Aufnahme stattfindet oder nicht. Bedeutet also Koffer sicherheitshalber packen.

Wobei für mich nach wie vor nicht fest steht, dass ich stationär gehe.

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Thera und Ersatzthera treffen sich heute abend. Mal schauen ob wir es schaffen das Thema „Gericht“ morgen raus zu lassen.

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Heute sehr sehr weit weg, hoffe wirklich da bleibt so.

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Bananen, einzelne Kiwis und Äpfel für den Dörrapparat fertig gemacht. Kiwi sind noch etwas zu hart und sauer, da sollte ich wohl noch einige Tage warten bevor ich die restlichen mache. Wenn die aktuelle Runde durch ist, mach ich die restlichen Äpfel und mal schauen ob die Kiwis bis dahin etwas nachgereift sind.

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Wochenend-dies-und-das

Gestern war morgens noch ein Termin beim Optiker, weil die Brille nicht mehr hielt und ich so manche Kopfschmerzen darauf  zurückzuführen vermutete, dass ich im Nahbereich auch nicht gut sehe (trotz Gleitsichtbrille). Eigentlich wollte ich das am Dienstag nach der Thera machen, da der Laden nur ums Eck ist, aber ich hab es dann (allein) nicht hinbekommen – also dann am Samstag gleich nach Ladenöffnung.

Zum einen wurde die Brille wieder zurecht gebogen, so dass sie wieder hält. Aber es wurde nochmal Sehstärke getestet und jetzt darf ich 60 Euro zahlen, krieg aber dafür eine Brille, deren Sehstärke angepasst ist.

Bin echt froh, dass ich da die Versicherung immer mit abschließe, sonst wäre es sehr teuer geworden. Vom Weihnachtsgeld sollte das dann auch klappen und ich hoffe sehr, dass ich dann endlich auch im Nahbereich was sehe ohne ständig die Brille abnehmen zu müssen.

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Mich heute – wie meistens – neben Cesar Milan schauen mit den Testprodukten beschäftigt.

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Bin seit Wochen großer Entrelac-Fan. Das Strickmuster (ich stricke es ohne zu wenden) gefällt mir nicht nur gut, sondern ist auch einfach nur toll zu stricken. Mütze und Stulpen sind jetzt fertig und ich möchte einen Schal oder ein Tuch dazu machen. Da mir aber die Rückseite des Musters nicht gefällt, überlege ich noch wie ich das umsetzen könnte.

Tendiere zu Loop, bin aber unsicher, ob das mit kurzem Farbverlauf dann auch nach was aussieht.  Also mal wieder versuchen und zur Not auftrennen.

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Sehr viele Stunden damit verbracht eine Silhouette zu gestalten, die ich Mittwoch für das Wachsmalstiftbild nutzen kann. Nach unzähligen Seiten sind nun zwei in der engeren Auswahl, aber so wirklich begeistert bin ich nicht. Einfach doof, wenn man nicht selbst zeichnen kann.

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Nicht geschafft hab ich das Schnibbeln von Banaen, Kiwi und Äpfeln, die eigentlich gedörrt werden sollen. Zumindest die Bananen muss ich spätestens morgen machen.

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Im Großen und Ganzen lief der heutige Tag für die Umstände schon recht gut. Bin halt weiter von mir weg. Darf gerne so bleiben.

 

 

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Wochenende

Geplant: viel Ruhe, Wärme, Ablenken.

Bisher klappt das sogar soweit ganz gut. War morgens noch unterwegs, hab mir dann stundenlang die Nägel gemacht, die ich eben wieder abgemacht habe, weil es mir dann doch nicht gefiel.

Beschäftigungstherapie oder so ähnlich.

Wie auch immer – heute nur noch was essen und dann lesen im vorgewärmten Bett.

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